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Keine Neonikotinoide mehr «Bienenkiller» in Frankreich komplett verboten

  • Zum Schutz von Bienen ist in Frankreich die Verwendung bestimmter Insektengifte jetzt völlig untersagt.
  • Jeglicher Einsatz von fünf Substanzen aus der Gruppe der Neonikotinoide ist ab sofort untersagt.
  • Mit der Bestimmung geht Frankreich weiter als die Europäische Union.
Biene bei Blume
Legende: Neonikotinoide sind für Bienen deutlich giftiger als für Säugetiere oder Vögel. Keystone

Die französische Regierung erklärte, das Verbot mache das Land zum Vorreiter beim Bienenschutz. Das Gesetz war bereits 2016 unter der sozialistischen Vorgängerregierung beschlossen worden. Es ermöglicht allerdings bis Sommer 2020 Ausnahmen.

Mehrere französische Bauernverbände kritisierten, eine grosse Anzahl Erzeuger seien nun in einer «dramatischen technischen Sackgasse». Der Dachverband FNSEA forderte Ausnahmen für den Anbau von Mais und Rüben, weil es in diesen Branchen keine anderen Lösungen gebe.

EU geht weniger weit

Die EU-Staaten hatten im Frühjahr ein Verbot dreier bienenschädlicher Substanzen aus der Gruppe der Neonikotinoide beschlossen, das bis Ende des Jahres in Kraft treten soll.

Es gilt jedoch nur für die Freilandnutzung; Frankreich untersagt jeglichen Einsatz. Zudem betrifft das französische Verbot zwei weitere dieser Insektengifte, die laut dem EU-Beschluss weiter eingesetzt werden können.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Samuel Müller (Samuel Müller)
    ... und wie wärs beim Atomstrom? Als Hauptproduzent von AKW‘s auf der ganzen Welt erscheint diese gute Geste als politische Schminke. Die EU, insbesondere Frankreich exportieren „etwas“ mehr Waffen als die Schweiz.
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    1. Antwort von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
      Und wie wäre es, einfach mal irgendwo zu beginnen anstatt darauf zu schauen was ander tun? Die Schweiz produziert Strom in Uralt Atom Kraftwerken, zögert beim Pestizid Verbot, hat das unsinnigste Waffenrecht zusammen mit den USA und lockert gerade sein Waffenexportgesetz. Mind. ein Zeichen setzen und die beiden Ernährungsinititiven annehmen wäre ein toller Start.
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Es geht ja nicht nur um Honigbienen. In Mitteleuropa exitieren noch um die 600 Wildbienenarten, die fast alle stark gefährdet sind. Die meisten von ihnen sind winzig, werden eher als Fliegen wahrgenommen, weil Leute gar nicht wissen, dass es sie gibt. Tatsächlich aber sind sie, so haben Studien ergeben, noch viel effizientere Bestäuber als Honigbienen. Sie werden nicht nur mitvergiftet, ihnen wird auch noch die Lebensgrundlage zerstört, Nistmöglichkeiten, Pollen- und Nektarlieferanten genommen.
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  • Kommentar von Willy Gruen (wgruen)
    Dass F hier eine gewisse Vorreiterrolle spielt, kann man nur begrüssen. Aber es müssen noch sehr viele Schritte in Richtung von weniger Chemie in der Landwirtschaft gemacht werden. Was diese Massnahme aber auch beweist, ist dass die EU-Länder Entscheidungen treffen können, ohne auf Brüssel zu warten. So geht es nämlich auch. Die EU ist kein zentralistisches Staatswesen, sie ist noch nicht einmal ein Staat, sondern eine Gemeinschaft, bei der jeder Mitspracherecht hat. Wo bleibt die Schweiz?
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    1. Antwort von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
      Wenn ich die Kommentare hier lese ist die Antwort klar: Die Schweiz bleibt aussen vor und in Sachen Pestiziden kommt sie noch nocht mal in die Nähe der EU. Nur schimpfen und schlecht machen, das kann man gut in diesem Land. Wäre schön die Schweiz würde sich an Regeln der EU ein Vorbild nehmen. Nicht nur bei Prstiziden, da wäre auch noch Roaming gebühr, Datenschutz, Rückerstattung von Flügen, allg. Garantien, und vieles mehr.
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    2. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      "Wo bleibt die Schweiz?" Die hat, wie immer, Angst vor dem Alleingang. Ständig müssen sich besorgte Bürger diesen Dauervorwand von "es geht nur gemeinsam oder global" anhören, dabei sind es doch eben die mutigen Vorreiter, welche auf dieser Welt etwas bewirken könne(t)n, in welchen Bereichen auch immer.
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