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SRF-China-Korrespondent: «Sieht nach ‹wie du mir, so ich dir› aus»
Aus SRF 4 News aktuell vom 12.02.2021.
abspielen. Laufzeit 06:52 Minuten.
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Keine Sendelizenz mehr China sperrt TV-Sender BBC World News

  • In China haben die Behörden dem britischen Fernsehsender BBC World News die Sendelizenz entzogen.
  • Laut Peking waren China-bezogene Berichte des Senders nicht wahrheitsgemäss und fair. Sie hätten Chinas nationalen Interessen geschadet.
  • Vor einer Woche hatte die britische Medienaufsichtsbehörde dem chinesischen Staatsfernsehen (CGTN) die Sendelizenz entzogen.

Die chinesische Medienaufsicht erklärte in der Nacht auf Freitag, BBC World News habe in Berichten über die Volksrepublik ernsthafte Verstösse gegen die Vorschriften des Landes begangen. Dazu gehöre eine wahrheitsgemässe und faire Berichterstattung. Der Sender habe zudem den nationalen Interessen Chinas geschadet und die nationale Einheit untergraben.

Konkret kritisierte das Staatsmedium BBC-Berichte über die Demokratiebewegung in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong sowie über Missbrauch und Vergewaltigungen von Angehörigen der Minderheit der Uiguren in Umerziehungslagern in der Nordwestregion Xinjiang.

Grossbritannien empört

Die BBC zeigte sich enttäuscht über den Verlust der Sendelizenz. «Die BBC ist der weltweit vertrauenswürdigste internationale Nachrichtensender und berichtet fair, unparteiisch und ohne Angst oder Gunst über Geschichten aus der ganzen Welt», teilte der Sender auf Twitter mit.

Der britische Aussenminister Dominic Raab nannte den Schritt eine inakzeptable Beschneidung der Pressefreiheit. «In China sind einige der strengsten Einschränkungen der Medien- und Internetfreiheit weltweit in Kraft, und dieser jüngste Schritt wird Chinas Ruf in den Augen der Welt nur schädigen», so Raab.

Dissens zweier Staaten

Die britische Medienaufsicht Ofcom hatte China Global Television Network (CGTN) Anfang Februar die Sendelizenz entzogen und dies mit politischem Einfluss begründet. Der Sender werde letztlich von der Kommunistischen Partei kontrolliert, was nach britischem Recht unzulässig sei. China warf der BBC umgehend die Verbreitung von «Fake News» vor.

Zwischen beiden Staaten herrscht Streit wegen des Vorgehens gegen die Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone und früheren britischen Kronkolonie Hongkong. Auch Kritik am Umgang mit der Bevölkerungsminderheit der Uiguren und Sicherheitsbedenken gegen den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei sorgen für Verstimmungen.

So sendete BBC World News in China bisher

BBC World News ist ein englischsprachiger TV-Sender der BBC. Er sendet ein 24-Stunden-Programm mit internationalen Nachrichten und Dokumentationen. Der Sender wird von der BBC eigenwirtschaftlich betrieben. In China war er schon vor seiner Sperrung für die Bevölkerung nur schwer zu empfangen.

Gemäss SRF-China-Korrespondent Martin Aldrovandi konnte man den Sender vor allem in Hotels und in sogenannten Ex-Pat-Compounds (Wohnsiedlungen für Ausländer) schauen. «Doch auch dort wurde der Bildschirm schwarz, sobald BBC World News kritisch über China berichtete.» Das Programm wurde also zensiert.

SRF 4 News, 11.02.2021, 19 Uhr;

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Oliver Schmid  (O. Schmid)
    «Doch auch dort wurde der Bildschirm schwarz, sobald BBC World News kritisch über China berichtete.» Die Chinesen zensieren alles inkl. Internet, wie zur Zeiten der STASI im Osten Europas. Wann hört der Westen endlich auf mit so einem Regime Geschäfte zu machen ? Wie lange werden einfach alle Augen zugedrückt nur profitable Geschäfte mit China nicht zu gefährden ?
  • Kommentar von Alexander Markert  (garantiert-trollfrei)
    Ich hätte einiges darauf gesetzt, dass dieser Medienkrieg als erstes mit Russland eskaliert, aber das kommt wohl als nächstes. Ich halte die Entscheidung CGTN die UK Lizenz zu entziehen, für vollkommen idiotisch, weil: Wer CGTN News schaute, wusste doch genau, dass er chinesisches Statsfernsehen sieht. Ich sehe die Gefahr für den Grossteil der UK Bevölkerung nicht. Umgekehrt ist der Schaden viel grösser! Ich schaue auch manchmal TRT Internat. aus Ankara, weil es gut gemachte Nachrichten sind.
    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Warum ist der Schaden umgekehrt grösser? Der BBC Sender wurde bereits vorher bei kritischen Berichten zensuriert, gemäss obigem Bericht. Zudem war er für die Bevölkerung nur schwer zu empfangen. Alles andere wäre doch erstaunlich. China verbittet sich von allen und jedem sich in seine inneren Angelegenheit einzumischen. Wobei sie einzig und alleine bestimmen, was innere Angelegenheiten sind und wen sie betreffen.
  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Klarstellung: Ofcom hatte CGTN nicht einfach so die Lizenz entzogen. Im britischen Mediengesetz steht schon lange, dass ein Lizenznehmer die editoriale Kontrolle über die Sendeinhalte haben muss - dies, um staatliche Propaganda zu vermeiden. Es gab verschiedene Verstösse von CGTN und ofcom gab CGTN über sieben Monate Zeit, die Situation in Ordnung zu bringen.
    Beim Lizenzentzug der Chinesen ist das sehr spontan und offensichtlich einfach Rache.
    1. Antwort von Peter Mueller  (Elbrus)
      Ach ja BBC oder Radio Free Europe sind keine Staats und Propagandasender beide überwiegend staatlich finanziert.