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International Kiew: «Nichts als leere Worte»

Die Separatisten in der Ostukraine haben nach eigener Darstellung mit dem Abzug schwerer Waffen von der Front begonnen. Nichts als leere Worte, heisst es hingegen aus Kiew. Die ukrainischen Streitkräfte weigern sich denn auch, ihre eigenen Geschütze zurückzuziehen.

Legende: Video Einseitiger Waffenabzug abspielen. Laufzeit 1:34 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.02.2015.

Der Streit um den Abzug schwerer Waffen aus dem Kriegsgebiet Donbass schwelt weiter. Die prorussischen Separatisten haben nach eigener Darstellung am Dienstag mit dem Abzug ihrer Militärtechnik von der Front in den Regionen Donezk und Lugansk gestartet. Die Führung in Kiew bezeichnete dies als «leere Worte» der Aufständischen und lehnte den Rückzug ihrer eigenen Geschütze zunächst ab. «Zuerst muss wenigstens für 24 Stunden eine vollständige Feuerpause eingehalten werden», sagte Militärsprecher Anatoli Stelmach.

Ein Sprecher der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sagte dem ukrainischen Radiosender Westi, bislang habe die OSZE keinen Waffenabzug beobachtet. Die Armeeführung in Kiew warf den Aufständischen vor, dass diese stattdessen ihre Truppen neu aufstellen.

Putin: «Russland nicht an Krieg interessiert»

Die Umsetzung des Friedensplans für die Ostukraine ist auch Thema eines Treffens der Aussenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine an diesem Dienstag in Paris. Kremlchef Wladimir Putin sagte vor den Gesprächen am Montagabend, er sehe Chancen für eine schrittweise Normalisierung der Lage. Russland sei nicht an einem Krieg interessiert, betonte er.

Die lettische Regierungschefin Laimdota Straujuma kritisierte, die Friedensvereinbarungen für die Ukraine seien noch immer nicht umgesetzt. Auf EU-Ebene werde bereits über neue Wirtschaftssanktionen gegen Russland beraten, sagte sie. Lettland hat derzeit den EU-Ratsvorsitz inne.

Gegenseitige Vorwürfe und Forderungen

Im Konfliktgebiet warfen sich die Regierungstruppen und die Aufständischen erneut Verstösse gegen die am 12. Februar in der weissrussischen Hauptstadt Minsk vereinbarte Feuerpause vor. Die Separatisten kritisierten, dass die Ukraine den Aktionsplan boykottiere. Sie verlangten ein weiteres Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Minsk, an der auch Russland und die OSZE beteiligt sind.

Nach einem Bombenanschlag vom Sonntag in Charkow, der zweitgrössten Stadt der Ukraine, erhöhte sich die Zahl der Toten auf vier. Ein 18-jähriger Student sei am Dienstagmorgen seinen Verletzungen erlegen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Kiew. Die ukrainische Regierung spricht von einem Terroranschlag.

Übersicht Ukraine-Krieg

Gazprom droht mit Lieferstopp

Der russische Energiemonopolist Gazprom hat der Ukraine wegen offener Rechnungen mit einer Einstellung der Gaslieferungen gedroht. Russland habe bisher nicht die vereinbarte Vorauszahlung von der Ukraine für März erhalten. Der ukrainische Staatskonzern Naftogaz hatte Gazprom zuvor vorgeworfen, bestellte Mengen nicht geliefert zu haben.

13 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Gibt es versöhnliche Töne aus Russland, was lobend in westlichen Medien erwähnt wird, weil glaubhaft ist, was gesagt wird, kommen aus Kiew wieder Dementis & weitere Hetze gegen die Separatisten & Russland. Und im Chor stimmen die Ost-Staaten ein. Ebenso GB, Verbündete der Amerikaner. Ihr Motto ist: " Wir tun so, als setzen wir auf Diplomatie, hauen aber lieber weiter drauf & drein." Verbal durch Lügen, Unterstellungen & mit Waffen. Massivstes Mobbing auf politischer Ebene, perfide verfeinert.
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    1. Antwort von Weber Jean-Claude, Zinal
      @Waeden Erklären Sie mir bitte wie so schnell die die Separatisten aufgerüstet werden konnten, wenn man weiss, dass eine normale Armee mehrere Monate braucht bis genügend Munition, Waffen Logistik einsatzbereit sind. Somit verwundert es mich nicht, dass die RF gezielt lange vorher die Kriegsvorbereitungen durchgeführt hat. Das lässt das publizierte Dokument glaubwürdig erscheinen lassen.
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  • Kommentar von N.Belg, Luzern
    Kiew hat immer ihre lügnerische und nicht vertrauenswürdige Politik geführt. Immer die Schuld auf die Aufständischen geschoben. DNR und LNR dagegen, immer halten ihr Wort. Das ist schwierig für sie, weil hinter Kiew steht USA mit ihren Welt Inform. Monopol.
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Solange "nichts zu beobachten ist" soll bitte niemand einen Krieg vom Zaun reissen. Gegeseitige Beschuldigungen sind wohl nicht ernsthaft eine Begründung für Krieg???
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    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      m.mitulla, zwischen einfach einmal Abwarten und "einen Krieg vom Zaun reissen" liegen Welten.... Die Ukrainer wären schön blöd, auf eine List hereinzufallen und die Grossstadt Mariupol fast ungeschützt zurückzulassen! Man trägt allein dort Verantwortung für rund eine halbe Million Menschen, die bisher weitgehend vom Krieg verschont geblieben sind. Beim aktuellen Stärkeverhältnis ist erst recht Vorsicht geboten – da steht ein hochgerüsteter, klar überlegener Gegner "in den Startlöchern"....
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    2. Antwort von m.mitulla, wil
      ...genau. und auf der anderen Seite steht ein ebenso "hochgerüsteter, klar überlegener Gegner in den Startlöchern.... " Finden Sie das gut???
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    3. Antwort von Christoph Reuss, Rivne
      Ukraine und hochgerüstet?!? Waren sie schon mal in underem Land? Kennen Sie unsere Armee?!? Putin die Friedenstaube? Glauben Sie ersthaft, dass jemand mit einem Kriegsverbrecher Frieden schliessen kann! Kommen Sie auf unsere Friedhöfe!!!
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    4. Antwort von m.mitulla, wil
      @Ch. Reuss. Soldatenfriedhöfe erzählen vom Elend des Krieges. Deshalb bin ich gegen Krieg, denn durch Rache werden die toten Menschen nicht wieder lebendig. Mit dem "überlegenen Gegner auf der anderen Seite" habe ich natürlich die US-Army gemeint, die schon für die Eskalation bereit stehen. Oder glauben Sie, dass ein Eingreifen der USA Frieden bringt in der Ukraine?
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    5. Antwort von Weber Jean-Claude, Zinal
      @Mitulla auch ich bin gegen jeden Krieg, aber es kommen Momente wo nur noch eine Verteidigung mittels Waffen möglich ist. Können Sie mir erklären wie es kommt, dass bei den Terroristen hochgerüstete Kämpfer vorhanden sind. Haben diese einen Supermarkt geplündert oder die Waffen auf dem Net bestellt? Die RF behauptet immer noch keine Waffen zu liefern. Wer lügt nun: Sie oder die RF?
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