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Kirche und Homosexualität Papst für Schutz gleichgeschlechtlicher Partnerschaft

  • Papst Franziskus sagte, gleichgeschlechtlichen Paare sollte es erlaubt sein, zivilrechtliche Bindungen einzugehen.
  • Die Aussage machte das 83-jährige katholische Kirchenoberhaupt in einem neuen Dokumentarfilm. Der Film «Francesco» hatte auf dem Filmfestival in Rom Premiere.
  • «Homosexuelle haben ein Recht darauf, in einer Familie zu sein. Es sind Kinder Gottes und sie haben ein Recht auf Familie. Niemand sollte aufgrund seiner Sexualität herausgeworfen werden oder deshalb niedergemacht werden», sagt Franziskus im Film weiter.
Video
Aus dem Archiv: Franziskus auf der Leinwand
Aus 10vor10 vom 14.05.2018.
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Franziskus äussert sich nicht zum ersten Mal befürwortend zur gleichgeschlechtlichen Liebe, aber die nun veröffentlichten Aussagen sind überraschend deutlich und werden in der internationalen Presse und auch in der LGBT-Community breit aufgegriffen. «Wir müssen ein Gesetz für zivile Partnerschaften schaffen. Sie haben das Recht, rechtlich abgesichert zu sein», so Franziskus wörtlich im Film.

Papst Franziskus hatte sich schon mehrmals zum Thema Gesellschaft, Kirche und Homosexualität geäussert. Er betonte stets, dass Homosexuelle wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht diskriminiert werden dürften. Er gab der Familie dabei grosse Bedeutung. Konkrete Politikfelder liess er jedoch bislang aus.

Die Kirche bewegt sich

Rechtliche Absicherung für gleichgeschlechtliche Paare – ähnliche Aussagen aus der Zentrale der Katholiken wären unter seinem Vorgänger, Papst Benedikt, noch undenkbar gewesen. Die Kirche bewegt sich. Doch nach katholischer Lehre, so betonten auch heute noch viele Kirchenvertreter, ist die Ehe der Verbindung aus Mann und Frau vorbehalten.

Und von einem allfälligen Sinneswandel in dieser Frage sind auch die jüngsten Äusserungen von Papst Franziskus ein grosses Stück entfernt.

Radio SRF 4 News vom 21.10.2020, 19 Uhr;

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49 Kommentare

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  • Kommentar von Maria Müller  (Mmueller)
    Mal realistisch betrachtet: Von den grossen "3 Streitpunkten" (Homo-Ehe, Verheiratung von Priestern und Frauenpriestertum) wird am allerehesten die Heirat von Priestern erlaubt werden. (Das ja in ganz eng definierten Ausnahmefällen jetzt schon möglich ist.) Aber auch das kann unter Umständen noch sehr lange dauern. (Immer auch davon abhängig, ob grad die Hardliner oder die eher Liberaleren mehr an der Macht sind.)
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  • Kommentar von Achim Frill  (Africola)
    Viele lehnen Glaube irrtümlicherweise ab, weil für sie Christentum = katholische Kirche bedeutet. Aber die kath. Lehre, mit ihren Zwängen, Vorschriften, Drohungen u. überholten Ritualen hat mit dem, was Jesus den Menschen bringen will, kaum etwas zu tun. Er selber kreidet es ja an: "ihr ladet den Menschen unerträgliche Bürden auf". "Ich bin nicht gekommen, euch zu knechten, ich bin gekommen, euch frei zu machen" Was für ein Unterschied, im dem man die ganze Homodebatte in anderem Licht sieht.
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    1. Antwort von Fabian Malovini  (malovini.ch)
      wer weiss schon, was jesus gesagt hat oder ob es ihn überhaupt gegeben hat? er selbst hat nichts aufgeschrieben, über ihn wurde erst jahrzehnte später etwas aufgeschrieben, meistens von leuten, die ihn nie getroffen haben und die originale sind längst verloren gegangen. wäre es da nicht sinnvoller, wir würden selber nachdenken als uns auf etwas zu verlassen, was vor 2000 jahren vielleicht mal jemand gesagt hat?
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  • Kommentar von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
    Solange LGBT der kirchliche Segen zu ihrer Vermählung verweigert wird, liegt es für mich noch weit im Argen. Doch immerhin äussert sich Papst Franziskus im Vergleich zu seinen Vorgängern deutlich(er) und lässt eher hoffen. Ob die Kirche, besonders aber die Strippen ziehenden Machthaber im Hintergrund des Vatikans da mitziehen werden, oder wenn, dann wie weit überhaupt, ist eine andere Frage. Ich hege schwere Zweifel.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Angela Nussbaumer: Die Mühlen des Vatikans mahlen langsam; aber immerhin mahlen sie. Der nächste Papst kann dann einen Schritt weitergehen.
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    2. Antwort von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
      Hoffen wir es, Herr Leu. Leider scheinen die Mühlen der römisch katholischen Kirche(nleute) immer wieder im Rückwärtsgang zu mahlen, was die Fortbewegung, den Forschritt in die Länge zieht.
      Gottes Mühlen, so bin ich überzeugt, mahlen kaum so zäh. Das irdische Getriebe muss dringend überholt werden ;-)
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