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Massenaustritte nach Missbrauchs-Fällen
Aus Tagesschau vom 28.02.2021.
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Kirchenaustritte in Köln Bistum deckt sexuelle Gewalt und Gläubige treten reihenweise aus

Erzbischof Woelki gerät immer stärker unter Druck. Missbrauchsvorwürfe führen reihenweise zu Kirchenaustritten.

In Deutschland nehmen die Kirchenaustritte seit Jahren zu. 2019 erreichten sie mit über einer halben Million einen Höchststand. Besonders gravierend ist die Lage bei der katholischen Kirche in Köln.

Dort scheint der Kardinal die Aufarbeitung von sexueller Gewalt in seinem Bistum zu verschleiern. Über 200 Kleriker sollen sich an Kindern und Jugendlichen vergangen haben. Die Vorgänge in Köln gaben diese Woche beim jährlichen Treffen der deutschen Bischöfe viel zu reden.

Was die deutschen Bischöfe sich in den letzten Jahrzehnten in Köln erlaubt haben, gehört an den Pranger.
Autor: Passant in Köln

Im Kreuzfeuer der Kritik steht Kardinal und Erzbischof von Köln, Rainer Maria Woelki. Seit Monaten hält er ein Gutachten unter Verschluss, das sexuelle Gewalt in seinem Bistum hätte aufarbeiten sollen.

Gutachten unter Verschluss

Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki
Legende: Späte Einsicht: Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Keystone

Erst nach öffentlichem Druck gibt er sich selbstkritisch: «Sicher habe ich hier auch Schuld auf mich geladen. Das alles tut mir von Herzen leid.» Ändern will er trotzdem nichts. Das Gutachten bleibt geheim, bis ein Gegengutachten erstellt ist.

Vielen Gläubigen reicht es. Im Amtsgericht Köln brach diese Woche der Server zusammen, weil Tausende gleichzeitig aus der Kirche austreten wollten. Im Januar gab es fast doppelt so viele Kirchenaustritte wie im vergangenen Jahr.

Es sind Menschen wie Wilfried Dohnen, Zeit seines Lebens ein überzeugter Katholik. Kardinal Woelki hält er für untragbar: «Das war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Herr Woelki hat da meiner Meinung nach komplett gegen die Kirche und gegen die Menschen gehandelt.»

Nur öffentliche Kritik möglich

Den Vertrauensverlust spüren auch andere Bischöfe. Mehr als öffentliche Kritik bleibe ihm nicht, sagt Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Und die ist deutlich: «Es ist ein Desaster, der Kardinal hat es selber gesagt. Das Krisenmanagement ist schlecht gewesen, und es ist weiterhin schlecht.»

Es ist ein Desaster, der Kardinal hat es selber gesagt. Das Krisenmanagement ist schlecht gewesen, und es ist weiterhin schlecht.
Autor: Georg BätzingVorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

Eine Kirche, die sich selbst kontrolliert? Das Beispiel Köln zeigt, wie sinnvoll eine unabhängige, externe Aufarbeitung wäre. Mitte März sollen beide Gutachten des Kardinals veröffentlicht werden. Doch der Schaden ist angerichtet. Für viele Menschen irreparabel.

Tagesschau, 28.02.2021; 19:30 Uhr

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65 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Endlich den unsinnigen und unnatürlichen Zölibat aufheben! Punkt!
  • Kommentar von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
    Darum bin ich 1994 bereits aus der Reformierten Kirche für immer ausgetreten. Beide Ref. und Kath. Kirchen begreifen es erst, wenn die Kirche fast leer sind. Die Sturheit dieser BischöfinnenE sowie deren Leitung ist unbegreiflich. Sie sehen einfach weg und tun den Opfer ein weiteres Mal Leid an. Es ist traurig, dass sich einfach nichts ändert. Empfehle jedem sich zu überlegen, ob Sie oder Er diesem Verein noch angehören will.
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Es steht jeder Person frei auszutreten oder einzutreten. Ich bin reformiert und auch nicht mit Allem einverstanden. Aber ich bin der Meinung das ein Austritt nichts bringt, sehr wohl aber sich für Änderungen einzusetzen. Auch habe ich etwas gegen Pauschalverurteilung. Ja viele Geistliche tuen viel zu wenig bei diesem Thema, aber das sind trotzdem nicht Alle.
  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Und desshalb mag ich die kath. Kirche nicht. Hat ihren Auftrag aus den Augen verloren. Verlogene Gemeinschaft in der sich Oberhäupter bereichern. Hat sich in den letzten 1000 Jahren nicht verändert, wird sich nicht und irgendwann wird dieser Club wohl aufgelöst.