Kirchner zeigt sich als schlechte Verliererin

In Argentinien ist die Ära Kirchner zu Ende gegangen. Im Laufe des heutigen Tages übernimmt der liberal-konservative Mauricio Macri das Amt des Staatspräsidenten. Die abtretende Cristina Kirchner will die Zeremonie im Kongress von Buenos Aires boykottieren.

Cristina Kirchner steht neben einer Büste ihres verstorbenes Ehemannes Nestor Kirchner. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Cristina Kirchner lehnt die Zusammenarbeit mit ihrem Nachfolger Mauricio Macri ab. Keystone

Seit der Kirchner-Kandidat Daniel Scioli in der Stichwahl gegen Mauricio Macri unterlegen ist, zeigt sich Cristina Kirchner als schlechte Verliererin. Dem Neuen hat sie für das Zeremoniell ihr eigenes Protokoll aufnötigen wollen. Macri lehnte ab, weil er das Zepter und die Präsidentenschärpe im Regierungspalast entgegennehmen will und nicht nach dem Schwur im Kongress. Zuletzt sagte Kirchner, sie sehe von der Teilnahme an der Feier ab. Auch viele ihrer parlamentarischen Vertreter wollen nicht erscheinen.

Zusammenarbeit verweigert

Der Streit zwischen der abtretenden Präsidentin und dem Nachfolger eskalierte so weit, dass sich zuletzt die Justiz um die Details kümmerte. Dem Urteil einer Bundesrichterin zufolge, hat Kirchner gestern um Mitternacht aufgehört, argentinische Präsidentin zu sein. Mauricio Macri leistet seinen Amtseid aber erst zwölf Stunden später vor der Vollversammlung des Parlaments. Damit Argentinien nicht verwaist, übernimmt in der Zwischenzeit der Vorsitzende der kleinen Kammer das Präsidentenamt.

Bis auf die Ausnahme von einzelnen Ministern hat Cristina Kirchner jede Zusammenarbeit mit Macri für die Regierungsübergabe verweigert. Stunden vor seiner Vereidigung weiss der Neue nicht genau, in welchem Zustand er das Land und seine öffentlichen Finanzen übernehmen wird.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Gehässigkeiten bei Präsidentenwechsel in Argentinien

    Aus Tagesschau vom 10.12.2015

    Der neue argentinische Präsident Mauricio Macri ist im Amt vereidigt worden. Der Machtwechsel ist von Gehässigkeiten begleitet. Ex-Präsidentin Cristina Kirchner boykottierte die Vereidigungsfeier.

  • Kirchner geht - der Peronismus bleibt

    Aus Echo der Zeit vom 10.12.2015

    Die Ära Kirchner in Argentinien geht definitiv zu Ende. Zwölf Jahre lang haben erst Nestor Kirchner und danach seine Frau Cristina das Land regiert. Nachdem die Peronisten abgewählt worden sind, übernimmt jetzt der liberal-konservative Mauricio Macri die Macht in Argentinien.

    Was wird sich alles ändern?

    Ulrich Achermann