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Klimakonferenz in Bonn Die Schweiz hat beim Klimaschutz noch Potential

Legende: Audio «Wo steht die Schweiz beim Klimaschutz?» abspielen. Laufzeit 2:34 Minuten.
2:34 min, aus Rendez-vous vom 15.11.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweiz ist im neusten Länderrating zum Klimaschutz auf Rang 12.
  • Die Ränge 1 bis 3 sind unbesetzt, da sich nach Einschätzung der Autoren kein Land genügend engagiert.
  • Das Klimaschutzranking wird jedes Jahr von der deutschen NGO Germanwatch und vom New Climate Institute erstellt. Es berücksichtigt 56 Staaten und die EU.

Einmal mehr ziehen die Autoren des Klimaratings ein ernüchterndes Fazit. Kein Land tue genug für den Klimaschutz und das Erreichen der Ziele des Pariser Abkommens. Denn kein Land hat sich nach Einschätzung der Autoren wirklich auf das Ziel, die Erderwärmung bis 2030 auf 2 Grad zu beschränken, eingestellt. Deshalb sind die ersten drei Plätze des Ratings – wie in den vergangenen Jahren – auch dieses Jahr nicht besetzt.

Schweiz auf Platz zwölf

Schweden steht auf dem vierten Platz. Es konnte in den letzten Jahren bei den Pro-Kopf-CO2-Emissionen viel einsparen. Hauptursache für die starke Verringerung der Emissionen aus Landnutzung und Forstwirtschaft ist der Zuwachs an Waldflächen sowie natürliche Fluktuationen der Emissionen aus der Landwirtschaft.

Legende: Video «Bundespräsidentin Leuthard zur Schweiz» abspielen. Laufzeit 0:26 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 16.11.2017.

Die Schweiz rangiert seit Jahren ungefähr an der gleichen Stelle. Es ist Platz 12. «Die Schweiz liegt so weit vorne, weil sie einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien hat. Gemeint ist vor allem die Wasserkraft», sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Klaus Ammann. Bei den Zukunftsaussichten allerdings steht die Schweiz nicht besonders gut da. Sie baut viel weniger erneuerbare Energieträger als andere, zum Beispiel Sonnen- und Windenenergiekraftwerke. Ihre Klimaziele sind zu wenig ambitioniert, finden zumindest die Studienautoren.

China nur auf Rang 41

China investiert massiv in erneuerbare Energieträger, fördert die Sonnenenergie und Elektroautos. Allerdings hat China einen sehr hohen CO2-Ausstoss, der Trend ist sogar wieder zunehmend. Deshalb ist China nur auf Rang 41.

Noch weiter hinten als China sind allerdings die USA. Sie sind auf dem fünftletzten Rang positioniert. «Aber alles, was Städte und Bundesstaaten unternehmen, ist in dieser Rangliste gar nicht berücksichtigt», sagt Ammann.

Ranking ist eine Momentaufnahme

Die Aussagekraft der Rangliste sei eingeschränkt, sagt der Wirtschaftsredaktor. «Das Ranking schliesst nicht alles mit ein». Er erklärt: «Deutschland könnte schon morgen viel besser dastehen, je nachdem, ob die neue Regierung beschliesst, bis zu 20 Kohlekraftwerke in den nächsten Jahren zu schliessen.» Wäre dies der Fall, überholte Deutschland die Schweiz bei weitem.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Herbert Haumtratz (swiss-austrianer)
    Das ungenutzte Potential an Sonnen- und Windenergiekraftwerke in der Schweiz wird einem spätestens bei Überschreiten der Nord- und Ostgrenze bewusst!
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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Mit der Aussage das wir CH noch viel Potential in der Erreichung der Klimaziele haben, könnte man gerade so gut sagen das wir noch meilenweit von dem entfernt sind was es wirklich bräuchte. An Klimakonferenzen wie die aktuelle in Bonn, werden Reden geschwungen und Zusagen gemacht-die am Schluss wie Seifenblasen an den ökonomischen Interessen der Teilnehmerländer zerplatzen. Z.B. Flüge sind nach wie vor billig, die Staus haben nicht abgenommen oder Foodwaste-Bis jetzt alles ohne Einschränkungen!
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Was wird wohl sein, wenn sich dereinst klar herausstellen wird, dass es (Klimaerwaermung) ja gar nicht am CO2 liegen kann....? In dem Falle hätten sich einige Klimawissenschaftler einen gewaltigen Image-Schaden eingehandelt und so ganz nebenbei lächerlich gemacht. Mir scheint, diese "Wissenschaftler" sollten sich jetzt schon eine verdammt gute Ausrede (Ausflüchte) einfallen lassen.
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