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Klimawandel Hohe Temperaturen sorgen für Rekord-Eisschmelze in Grönland

  • Angesichts aussergewöhnlich hoher Temperaturen schmilzt der grönländische Eisschild nach Angaben dänischer Wissenschaftler derzeit «massiv» ab.
  • Seit Mittwoch würden täglich rund acht Milliarden Tonnen Eis schmelzen, berichtete die Website Polar Portal am Samstag.
  • Im Norden Grönlands herrschen nach Angaben der dänischen Wetterbehörde DMI derzeit Temperaturen von mehr als 20 Grad Celsius.
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Aus dem Archiv: Gletscher schmelzen immer schneller
02:34 min, aus Echo der Zeit vom 28.04.2021.
abspielen. Laufzeit 02:34 Minuten.

Am kleinen Flughafen Nerlerit Inaat im Nordosten Grönlands waren am Donnerstag 23,4 Grad Celsius gemessen worden, die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. An diesem Tag sei so viel Eis geschmolzen, dass damit der gesamte US-Bundesstaat Florida fünf Zentimeter hoch unter Wasser gestanden hätte, erklärten die Wissenschaftler.

Erwärmung der Arktis dreimal schneller

Im Sommer 2019 war in Grönland eine Rekord-Schmelze registriert worden. Dieser Wert sei in diesem Jahr noch nicht eingestellt worden, aber es sei nun ein deutlich grösseres Gebiet betroffen, hiess es auf der Website.

Der zweitgrösste Eisschild nach der Antarktis mit einer Fläche von fast 1,8 Millionen Quadratkilometern, der Grönland bedeckt, bereitet der Wissenschaft Sorgen. Denn die Erwärmung in der Arktis vollzieht sich dreimal schneller als anderswo auf der Welt. Das Abschmelzen des Eisschildes begann 1990 und beschleunigt sich seit dem Jahr 2000. Der Massenverlust der vergangenen Jahre ist den Forschern zufolge etwa viermal so gross wie vor 2000.

Schmelzperiode bis September

Laut einer im Januar veröffentlichten europäischen Studie wird der Meeresspiegel bis 2100 um zehn bis 18 Zentimeter – oder 60 Prozent schneller als bisher angenommen – ansteigen, wenn der grönländische Eisschild so schnell schmilzt wie jetzt. Würde das Grönland-Eis vollständig schmelzen, würde der Meeresspiegel um sechs bis sieben Meter ansteigen.

Aufgrund eines relativ kühlen Starts in den Sommer mit Schnee und Niederschlägen liegt der Rückgang des Grönland-Eises im Jahr 2021 laut Polar Portal noch im historischen Durchschnitt. Die Schmelzperiode dauert von Juni bis Anfang September.

SRF 4 News, 01.08.2021, 02:00 Uhr;

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82 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Wiedler  (infonews)
    Warum stellen wir bei diesen Nachrichten die Welt nicht auf auf den Kopf, wie wir es bei der Pandemie gerade tun?
    1. Antwort von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
      ...mir reicht der aktuelle Kopfstand.
  • Kommentar von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
    An alle hier: Vielleicht auch einmal andere wissenschaftliche Daten zur Kenntnis nehmen und sich ehrlich Gedanken darüber machen. Das Problem scheint deutlich komplexer als die Schlagzeilen glauben machen wollen.

    Ein Beispiel aus Wikipedia zum Morteratschgletscher (gekürzt, hat ja sonst nicht Platz)

    .... zwischenzeitlich war die Vereisung jedoch schon deutlich geringer als heute, wobei das Minimum etwa 7'000 Jahre zurückliegt.[12]

    Vielleicht hat ja jemand hier eine plausible Erklärung.
    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Was interessiert mich die geringere Vereisung eines Gletschers vor 7000 Jahren? Vielleicht ist zu der Zeit irgendwo ein Vulkan hochgegangen. Fakt ist, dass seit Beginn der Industrialisierung die Klimagase in der Atmosphäre massiv zunehmen, mit dem Resultat einer Klimaveränderung. Das ist relevant und nichts anderes.
    2. Antwort von Laurent Christen  (kritisch bleiben)
      Da antworte ich gerne. Die Ausdehnung einzelner Gletscher oder der Gletscher einzelner Regionen kann von lokalen Klimaschwankungen, insbesondere auch von Phasen mit unterschiedlich viel Schneefall, beeinflusst werden. Wichtig ist jedoch, dass eine so globale und schnelle Eisschmelze und Klimaänderung, wie sie heute zu beobachten ist, in der Klimageschichte des gegenwärtigen Interglazials zu keiner anderen Zeit nachweisbar ist.
    3. Antwort von Albert Bachmann  (AFB)
      Ach, nochmals für die etwas langsameren:
      Ja, Veränderungen gab es auch schon früher. Diese natürlichen Schwankungen hängen von verschiedenen Einflüssen ab, darunter auch Treibhausgase. Nun hat der Mensch die CO2 Konzentration in 150 Jahren fast verdoppelt!
      Dementsprechend gibt es nun einen rasanten Wandel, schneller als je zuvor. Darum ist ein reiner Temperaturvergleich auch nur wenig sinnvoll, vielmehr muss die Geschwindigkeit der Änderung betrachtet werden. Diese war früher viel langsamer!
    4. Antwort von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
      @ Kirchhoff & Christen: Ich finde es müsste uns schon mehr interessieren, was früher klimatisch passiert ist um keine falschen Schlussfolgerungen zu ziehen. Hier noch ein Beispiel zum Aletschgletscher:
      ..Dabei ist der Aletschgletscher von 900 bis 400 v. Chr. jedoch kleiner gewesen als am Ende des 20. Jahrhunderts, genauso wie von etwa 100 v. Chr. bis ins Jahr 250. Um das Jahr 300 ist eine Gletscherlänge vergleichbar der des Höchststandes im 19. Jahrhundert festzustellen.[7]
    5. Antwort von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
      @ Bachmann: Vielleicht ging das sehr viel früher auch rasanter, könnten wir weit genug zurüchschauen. Jedenfalls können Sie auf dem Brienzer Rothorn ohne zu graben Fossilien von Meeresbewohnern finden.
      Da gab es gewaltige Veränderungen und was einmal passiert ist, passiert immer wieder (Periodizität)
      Wir Heutigen wissen einfach sehr, sehr wenig, viel zu wenig um die Veränderungen richtig einordnen zu können.
    6. Antwort von Albert Bachmann  (AFB)
      @Freiburghaus
      Man kann weit genug zurückschauen! Durch Eisbohrungen hat man Zugriff auf hunderttausende Jahre an klimatologischen Daten. Die Zusammenhänge sind längst klar!
      Das mit den Fossilien hängt kaum mit einem Wandel des Klimas zusammen, vielmehr ist die Alpenbildung verantwortlich, dass Schichten, die früher auf Meereshöhe waren, heute Berge bilden…

      Sie sehen also: man weiss viel mehr als Sie denken. Die Wissenschaftler wissen ganz genau wovon sie sprechen!!
    7. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      @ freiburghaus. Es ist schon längst klipp und klar bewiesen, das der aktuelle Klimawandel menschengemacht ist! Weltweit sind sich weit mehr als 90% der Wissenschaftler einig. Ihre Bemühungen das in Frage zu stellen, laufen hier völlig ins Leere. Die Forschungsergebnisse von renommierten Institutionen bezüglich der Klimaforschung sind deutlich glaubwürdiger als irgendwelche Fantasien von Menschen, die nicht in der Lage sind, gewisse Zusammenhänge zu begreifen.
    8. Antwort von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
      @ Kirchhoff: "Zu den eigentlich entscheidenden Fragen jedoch macht die Cook-Studie keine Aussage: Wie groß ist der menschengemachte Anteil am Klimawandel? Und wie gefährlich ist der Klimawandel? Die bedeutendsten Fragen der Umweltforschung sind weitaus schwieriger zu beantworten - und hier gehen die Meinungen der Wissenschaftler weit auseinander. Die Kontroversen und Unsicherheiten dazu dokumentiert sorgsam der aktuelle Uno-Klimabericht auf Tausenden Seiten." (aus Der Spiegel Wissenschaft)
    9. Antwort von Nora Zollberger  (norzo)
      @Freiburghaus: Vor 5 Mia. Jahren war die Erde ein Feuerball ohne Kruste, also auch ohne Meere und schon gar keine Gletscher. Und in einigen Mia Jahren wird unsere Sonne als Supernova die Erde verschlucken. Dann ist eh aus mit Biodiversität. Das könnten Sie auch noch in Ihren Argumentenkorb aufnehmen. Danke für Ihren Einsatz.
  • Kommentar von Manuel Pestalozzi  (M. Pestalozzi)
    60 Prozent schneller als bisher angenommen? So viel zu den Prognosen. Das Abschmelzen des Eisschildes begann 1990 und beschleunigt sich seit dem Jahr 2000? Was geschah vor 1990? War der Eisschild statisch? Wuchs er? Oder hat man zuvor noch nicht gemessen? Ich weiss wirklich nicht, was ich mit solchen Informationen anfangen soll, ausser mich beunruhigen. Wir werden es wohl nehmen müssen, wie es kommt und darauf reagieren.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Manuel Pestalozzi: Sie sollten sich sehr beunruhigen und beim nächsten Klimagesetz ja statt nein stimmen. Mehr können wir Nobodys nicht tun.
    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Ich bin diesen Sommer zum Morteratschgletscher gelaufen. Dort ist der Rückgang des Gletschers dokumentiert. Frappant ist der Rückgang seit 1970.
    3. Antwort von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
      Der Morteratschgetscher in Graubünden schmilzt seit 1850 kontinuierlich.
    4. Antwort von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
      @ Thomas Leu: .... GENAU
    5. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Walter Freiburghaus: Ab 1850 begann auch, als Folge der Industrialisierung, die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre merklich zu steigen. Der Anfang vom Ende der Gletscher wurde eingeläutet.
    6. Antwort von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
      @ Thomas Leu: Wikipedia zum Morteratschgletscher:
      .....zwischenzeitlich war die Vereisung jedoch schon deutlich geringer als heute, wobei das Minimum etwa 7'000 Jahre zurückliegt.[12]....

      Die Interpretation dazu überlasse ich Ihnen.
    7. Antwort von Sebastian Senn  (Sennensepp123)
      Hallo Herr Freiburghaus,
      Was Sie sagen stimmt nur zum Teil. Der Gletscher schmilzt zwar seit der von Ihnen genannten Zeit, doch tut er das nicht "kontinuierlich".
      Der Rückgang beschleunigt sich über die Zeit, speziell in den letzten 20 Jahren:
      https://www.glamos.ch/factsheet#/E22%2F03
      Freundliche Grüsse
    8. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      An alle: Natürlich: Die Infos sind beunruhigend. Das ist Realität. Aber es könnte aus einer Utopie Realität werden, wenn wir - und international möglichst viele - alle bei griffigem Klimaschutz zusammenspannen würden. Z.B. Statt weit reisen, einfache Bars/Café in Quartieren betreiben als offener Treffpunkt für alle und sich so unterhalten,z. B. den übertriebenen Individualismus verlassen und mehr spontane Treffpunkte schaffen und einander dabei besser kennenlernen, und generationenübergreifend.
    9. Antwort von Lukas Winkler  (LukasW)
      @Thomas Leu
      Mehr können wir nicht tun? Bei Abstimmungen beginnt es, da haben Sie Recht. Aber jeder einzelne kann bzw. muss seinen Beitrag leisten, d.h. vor allem weniger unnötiger Konsum. Eine Reise weniger um die halbe Welt, nicht jedes Jahr ein neues Smartphone, ein bisschen weniger Fleisch konsumieren etc.
    10. Antwort von Laurent Christen  (kritisch bleiben)
      Dass die Alpengletscher seit 1850 schmelzen, hat auch mit dem Ende der lokalen Kaltphase (kleine Eiszeit) in Europa zu tun; etwa ab den 1950er-Jahren dominiert der anthropogene Klimawandel. Das ist auch die Zeit, ab der die Eisschmelze weltweit beobachtet werden kann. In den 70er/80er-Jahren folgt eine vorübergehende kleine Kaltphase, gefolgt von einer immer weiter beschleunigten Schmelze seit den 90ern.
    11. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Lukas Winkler: Das ist sicher schön, wenn einzelne einen Beitrag leisten, indem Sie weniger Treibhausgase emittieren. Es reicht aber nirgendwohin, weil dies viel zu wenige tun. Wir kommen nicht um staatliche Regulierungen herum die für alle gelten; auch für diejenigen, denen das Klima egal ist.