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Kolumbiens neue Rechte De la Espriellas Sieg rückt Kolumbien näher an Trumps USA

Das linke Experiment in Kolumbien scheint vorbei: Der 63-jährige Menschenrechtsaktivist Iván Cepeda, Kandidat der Regierungspartei von Gustavo Petro, unterlag in der Stichwahl – laut der ersten Auszählung so knapp wie noch nie: mit weniger als einem Prozentpunkt Differenz. 

Rechtsaussen-Kandidat gewinnt Präsidentschaftswahl in Kolumbien:

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Bei den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien hat Abelardo de la Espriella in der Stichwahl die Erst-Auszählung von 99.7 % der Stimmen gewonnen. Der Rechtsaussen-Kandidat kommt laut der Wahlbehörde auf 49.65 % der Stimmen, der unterlegene Links-Kandidat Iván Cepeda auf 48.71 %. 

Damit setzt sich in Kolumbien der regionale Rechtsruck-Trend in Lateinamerika fort und auch die wachsende politische Polarisierung.

Mehr zum Wahlsieg des Rechtsaussen-Kandidaten finden Sie hier.

Der Sieg von Rechtsaussen-Kandidat Abelardo de la Espriella, der sich selbst als Tiger bezeichnet, wäre in gleich mehrfacher Hinsicht historisch: Der 47-jährige Anwalt und Geschäftsmann würde nach seiner Vereidigung nicht nur der rechteste Präsident Kolumbiens seit 70 Jahren sein. De la Espriella wäre auch der erste kolumbianische Präsident, der mehrere Staatsbürgerschaften innehat. De la Espriella ist Kolumbianer, Italiener und US-Amerikaner. Wie bei einer Einbürgerung in den USA üblich, legte er 2023 auch den «Oath of Allegiance» ab – und schwor Treue gegenüber den USA. 

Mit Trump im Rücken

Unterstützt wurde de la Espriellas Kandidatur denn auch lautstark von Donald Trump. Ein US-Präsident, der sich offen in den kolumbianischen Wahlkampf einmischt, ein kolumbianischer Präsident, der zugleich US-Amerikaner ist – das gab’s noch nie in Kolumbien.  Während ein Teil der Kolumbianer sorgenvoll auf das Nachbarland Venezuela schaut und eine wachsende Abhängigkeit von den USA fürchtet, sehen andere in engeren Beziehungen zur grössten Militärmacht der Welt eine Chance: die Chance, den schon über 60 Jahre andauernden bewaffneten internen Konflikt im Land zu beenden – militärisch, mit Unterstützung der USA –, nachdem die Friedensverhandlungen der Linksregierung von Gustavo Petro mit verschiedenen Rebellengruppen scheiterten.  

Im Wahlkampf versprach de la Espriella eine harte Hand im Umgang mit Kriminalität, den Bau von riesigen Gefängnissen und einen schlankeren Staat. Es sind einfache Antworten auf komplexe Probleme, die an El Salvadors Nayib Bukele erinnern oder an Ecuadors Daniel Noboa, und Argentiniens Javier Milei.  

De la Espriella muss nun liefern

Lateinamerikas neue Rechte ist gut vernetzt, und versteht es, mit populistisch-patriotischen Parolen die Wähler zu mobilisieren. Inhaltlich ist die neue Rechte pragmatisch, ideologisch flexibel: So wurde der einst bekennende Atheist de la Espriella 2021 plötzlich zum Katholiken, was ihm die Unterstützung religiöser Wählerinnen und Wähler einbrachte. 

Bestätigt sich der klare Trend der Erst-Auszählung, dann muss de la Espriella bald liefern,als Präsident. Er wird zeigen müssen, welchem seiner Heimatländer seine Loyalität gilt, ob er Kolumbien tatsächlich aus der schwersten Sicherheitskrise seit zehn Jahren führen kann und zu welchem Preis. 

Teresa Delgado

Südamerika-Korrespondentin

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Teresa Delgado hat an der Universität Freiburg und in den USA Geschichte, Englisch und Spanisch studiert. Seit 2016 ist sie Redaktorin und Produzentin bei Radio SRF. 2021 und 2022 berichtete sie als Auslandredaktorin aus Spanien, Portugal und den USA. Seit 2023 ist sie Südamerika-Korrespondentin mit Sitz in Santiago de Chile.

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