Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Konflikt ums Erdgas vor Zypern: Die Sichtweise der Türkei abspielen. Laufzeit 04:53 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 09.07.2019.
Inhalt

Konflikt um Erdgas Türken suchen in fremden Gewässern nach Rohstoffen

Die Türkei bohrt nach Erdgas vor der Küste Zyperns. Nach internationalem Recht darf sie das gar nicht.

Es bahnt sich ein Konflikt an: Die Türkei sucht vor der Küste Zyperns nach Erdgas. Mittlerweile sind laut Angaben von Nachrichtenagenturen drei türkische Bohrschiffe vor Ort, um Probebohrungen durchzuführen. Die Schiffe werden von türkischen Fregatten begleitet, von der Kriegsmarine. Zypern kritisierte diese Aktion scharf, ebenso die EU.

Erdgasvorkommen im Mittelmeer: Dass es vor der Küste Zyperns überhaupt Erdgasvorkommen gibt, hatten Konzerne im Auftrag der Republik Zypern vor Jahren entdeckt.

Zyperns Wirtschaftszone: Die türkischen Bohrungen finden in der ausschliesslichen Wirtschaftszone Zyperns statt. In dieser hat – wie im Seevölkerrechtsabkommen der UNO geregelt wird – nur Zypern das Recht, die Ressourcen zu nutzen. 170 Staaten weltweit haben dieses Abkommen unterzeichnet, aber die Türkei nicht. «Sie weigert sich, das international geltende Recht für sich als gültig anzuerkennen», sagt die griechische Journalistin Rodothea Seralidou.

Anspruch der Türkei: Nach der Interpretation der Türkei sind die Rechte Zyperns viel beschränkter als das Seevölkerrecht vorsieht. Eine grosse Meeresfläche vor Zypern beansprucht die Türkei gar für sich, und in dieser befinden sich fünf Blöcke, in denen nach Erdgas gesucht wird. «Ausserdem ist die Türkei der Meinung, dass der Staat Zypern nicht das ganze Zypern vertritt. Die Türkei hat als einziges Land den von ihr besetzten Norden als unabhängige Republik Nordzypern anerkannt, und diese habe nach Auffassung der Türkei auch Anspruch auf die Erdgasvorkommen», so Seralidou.

Die EU: Im Moment habe die Türkei keine Angst davor, dass die EU einschreite, sagt Journalist Thomas Seibert aus der Türkei. Selbst wenn die EU mit Sanktionen droht, werde die Türkei gelassen bleiben. Man verlasse sich darauf, dass die EU in der Flüchtlingsfrage auf die Zusammenarbeit mit der Türkei angewiesen ist.

Der Zypernkonflikt: Zypern ist seit 1974 geteilt. Eine Lösung des Problems mit dem Erdgas sei nur möglich, wenn die beiden Seiten wieder miteinander reden, sagt Seibert.

Kartenausschnitt Mittelmeerregion mit Markierung von Erdöl- und Erdgassuchregionen
Kartenausschnitt östliches Mittelmeer mit neu entdeckten Gasfeldern
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Man verlasse sich darauf, dass die EU in der Flüchtlingsfrage auf die Türkei angewiesen ist. Wenn das mal keine Drohung ist. Er sitzt jetzt am stärkeren Hebel.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Thomas Ludwig  (Tlu)
    Erdogan hat leider die Neigung, die EU und das Wesen der Europäer falsch einzuschätzen. Der Tag wird kommen, an dem die EU in der Flüchtlingsfrage nicht mehr auf die Türkei angewiesen sein wird, was dann ? Nettozahler der EU, wie z.B. NL werden nicht einfach vergessen, wie er mit ihnen umsprang, auch wenn es das glauben will. Der Zerfall der Lira sollte ihm eine Warnung sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Amir Al Dookhi  (AmirAlDookhi)
    Wegen europäischen und Amerikanischen Sanktionen darf der Iran den Türken kein Gas mehr liefern und die haben 17% der Weltreserven. Also die gehen nun den illegalen Weg an Gas zu kommen. Eben die Sanktionen gegen den Iran schaden allen, ausser der iranischen Regierung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
      Wie Sie schreiben, Herr Al Dookhi. Eine brandgefährliche Situation. Das ist eine Entscheidung aus Washington, die Sanktionen gegen Teheran auszuweiten. Demzufolge wird die Öl- und Gaszufuhr behindert. Und die Preise schnellen in die Höhe. Das trifft die Türkei vor allem sehr hart. Aber auch andere Länder sind betroffen, Rohstoffe zu aus dem Iran zu beziehen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Amir Al Dookhi  (AmirAlDookhi)
      Ich frage mich einfach, wieso müssen da die Europäer mitmachen bei den Sanktionen ? Wollte mal Geld in den Iran überweisen und es wurde von der UBS abgelehnt. Die Türkei sagte schonmal vor 1 Jahr oder so, dass denen das Gas ausgeht ohne ihren Hauptlieferanten Iran. Jetzt holen sie sich das einfach illegal bei Zypern aber natürlich die Türken meinen es sei alles legal, weil sie das Abkommen nicht unterschrieben haben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Es ist ganz einfach Ihre Frage betreffen der Europäischen Firmen die nicht mit dem Iran Handel betrieben wollen. Wenn eine Firma mit dem Iran Handel betreibt, wird er vom US-Markt ausgeschlossen. Dann stellt sich für die Firma die Frage, mit welchem Land mache ich mehr Umsatz. Für den grössten Teil der Firma lautet dan die Antwort USA. Dies ist ja bei den Staaten auch so, wer will sich mit der USA anlegen um den Iran zu helfen. Niemand!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
      Geld i.d. Iran überweisen? Ich denke wegen den Sanktionen ist auch der Zahlungsverkehr lahmgelegt, Lieferung Medikamente auch -alles.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen