Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Inhalt

Konflikt um Kaschmir Pakistan will indischen Piloten freilassen

Legende: Video Angespannte Lage im Streit um Kashmir abspielen. Laufzeit 01:15 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.02.2019.
  • Nach der Eskalation des Konflikts mit Indien bemüht sich Pakistans Regierung um eine Entschärfung.
  • Premierminister Imran Khan kündigte an, einen gefangenen indischen Militärpiloten am Freitag freizulassen.
  • Anders Indiens Premier Narendra Modi: Er schwor die Bevölkerung gegen den Erzfeind Pakistan ein.
Legende: Video Aus dem Archiv: Indischer Kampfjetpilot gefangen genommen abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.02.2019.

Die Freilassung des Piloten erfolge als «Geste des Friedens», sagte Khan vor dem Parlament in Islamabad. Die Freilassung solle helfen, die Spannungen zwischen den beiden Ländern abzubauen, ergänzte der pakistanische Aussenminister Shah Mehmood Qureshi.

Der Pilot Abhinandan Varthaman war am Mittwoch in pakistanische Gefangenschaft geraten, als Pakistan zwei indische Kampfflugzeuge abgeschossen hatte. Vorausgegangen war ein Angriff der indischen Luftwaffe in der Nacht auf Dienstag auf pakistanischem Gebiet.

Empörung in Indien

Abhinandans Gefangennahme hatte in Indien für grosse Empörung gesorgt. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie der Pilot von einer Gruppe von Männern geschlagen und mitgeschleift wird, bis pakistanische Soldaten einschreiten.

Der pakistanische Aussenamtssprecher Mohammad Faisal sprach von einer «Panne» und verwies darauf, dass Abhinandan von Zivilisten aufgegriffen worden sei. Inzwischen gehe es dem Piloten – der in Indien wie ein Held gefeiert wird – aber wieder gut.

Indien wird geeint leben, geeint wachsen, geeint kämpfen, geeint siegen.
Autor: Narendra ModiPremierminister Indien

Khan hatte Indien bereits am Mittwoch Gespräche angeboten. Indiens Regierung um die hindu-nationalistische Partei BJP von Premierminister Modi steht innenpolitisch allerdings unter Druck: Es stehen Parlamentswahlen an und der Premier will sich von seiner harten Seite zeigen. «Indien wird geeint leben, geeint wachsen, geeint kämpfen, geeint siegen», erklärte Modi in einer Ansprache an seine Wahlkampfhelfer.

In Indien wurde allerdings auch Kritik daran laut, dass Modi trotz der Eskalation im Konflikt mit Pakistan seine geplanten Wahlkampfauftritte wahrnahm und sich nicht an die Bevölkerung wandte. Die Führungen von 21 Oppositionsparteien warfen ihm in einer gemeinsamen Erklärung eine «eklatante Politisierung der Opfer unserer Streitkräfte» vor.

Evakuierung an der Grenze

Unterdessen wurden in Kaschmir mehrere hundert Familien aus Grenzdörfern auf der pakistanischen Seite Kaschmirs evakuiert. Die Evakuierungen seien erfolgt, nachdem es in der Nacht auf Donnerstag von indischer Seite Maschinengewehr- und Artilleriebeschuss gegeben habe, erklärte der lokale Informationsminister, Mushtaq Minhas.

Karte Pakistans und Indiens mit Markierung auf der Region Kaschmir.
Legende: Um die Region Kaschmir entzündet sich der Streit zwischen Pakistan und Indien. SRF

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indien und seiner Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen die beiden Länder Kaschmir für sich und kontrollieren jeweils einen Teil. Die heutigen Atommächte führten bereits zwei Kriege um das Himalaya-Tal.

Russland und China bieten Hilfe an

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Zahlreiche Länder äusserten Besorgnis über die Situation. China bot an, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Peking sei bemüht, Gespräche zwischen beiden Seiten voranzutreiben, sagte Chinas Aussenminister Wang Yi.

Auch Russlands Aussenminister Sergej Lawrow erklärte, Indien und Pakistan könnten in seinem Land Gespräche führen.

US-Präsident Donald Trump äusserte sich ebenfalls zu den Spannungen. Er sagte, die USA seien involviert gewesen, die Vorgänge zu stoppen, und es gebe Nachrichten, dass es zu einem Ende komme. Was er genau meinte, blieb unklar.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Haller Hans (H.Haller)
    Seit geraumer Zeit kommt es immer wieder zu einem Schlagabtausch. Das wird auch jetzt der Fall gewesen sein. Es beruhigt sich wahrscheinlich sehr rasch wieder, sobald alles aus den Medien verschwunden ist und Gras darüber gewachsen ist. - Bis zum nächsten Mal, versteht sich. - Der Konflikt da ist schon sehr alt und geht, ich glaube sogar auf 1947 zurück. Damals ist es zwischen (Hindus und Islam) zu sehr hässlichen Auseinandersetzungen gekommen. Also weniger Medienspektakel und es kühlt sich ab.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Simon Weber (Weberson)
      @H. Haller: Das stimmt so leider nicht. Das hier war lediglich eine Eskalation. Es sterben in dieser Region und auch in anderen Regionen an der Grenze Indien-Pakistan fast täglich Menschen durch Gewalt. In Kaschmir gibt es wöchentlich Proteste für die Unabhängikeit. Die beiden Länder geben Unsummen Geld für Kriegsmaterial aus, welches für viel Wichtigeres gebraucht werden sollte. Ich finde, es wird eben gerade viel zu wenig darüber berichtet - nur wenn es mal wieder richtig Kracht hört man was.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Mir ist unklar, was eine MIG-21 noch am Himmel zu suchen hat? Flugzeug ist 40 Jahre alt und indische Luftwaffe hat neueste Modele wie russische so auch US amerikanische Art in ihren Reihen aber sie schicken ein Museum Stück in Angriff. Mir richt das an eine Provokation.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Haller Hans (H.Haller)
      Die waren offenbar bei einem Vergeltungs-Angriff auf ein Islamisten-Camp und wurden von der pakistanischen Luftwaffe gestellt. Die indische Luftwaffe hat dies offenbar auch sehr schlecht geplant. - Nun ist es schief gelaufen. So läuft es halt, wenn man übermütig wird. Man kriegt eines auf den Deckel.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Philipp Moreno (HOC)
    Das scheint wirklich einmal ein guter erster Schritt zu sein. Hoffentlich geht es so weiter, denn ein potentieller Konflikt zwischen Indien und Pakistan ängstigt mich derzeit noch mehr als der orange Mann an der Spitze der amerikanischen Föderation.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen