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USA: Anhörung der Tech-Giganten im Parlament
Aus HeuteMorgen vom 30.07.2020.
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Kongressanhörung in den USA Die vier Big-Tech-Chefs wurden regelrecht gegrillt

Die Big-Tech-CEOs Jeff Bezos, Tim Cook, Sundar Pichai und Mark Zuckerberg hatten kein leichtes Spiel. Die Mitglieder der Kartellrechtskommission des Abgeordnetenhauses untersuchen die Marktmacht der Digital-Unternehmen seit einem guten Jahr. Sie waren informiert, vorbereitet und in Angriffsstimmung.

«Warum stiehlt Google die Inhalte ehrlicher Geschäftspartner?», wollte der Vorsitzende David Cicilline gleich zu Beginn wissen. Der 59-jährige demokratische Abgeordnete aus Rhode Island hat es sich zur Aufgabe gemacht, Big Tech an die Kandare zu nehmen.

Das sei eine falsche Darstellung, entgegnete Sundar Pichai. Google unterstütze Kleinunternehmen – 1.4 Millionen insgesamt – mit einem Marktvolumen von über 380 Milliarden Dollar. Doch der umtriebige demokratische Abgeordnete liess nicht locker und zitierte Zeugenaussagen von Unternehmen, die sich von Google geschädigt fühlen.

Bezos schliesst Fehler nicht aus

Auch Jeff Bezos von Amazon wurde regelrecht gegrillt. Amazon behandle Dritthändler auf Amazon unfair, missbrauche ihre Daten, um Konkurrenzangebote aufzubauen, was Bezos natürlich von sich wies. Allerdings gab er erstmals zu, einzelnes Fehlverhalten nicht völlig ausschliessen zu können.

Bildschirm vor dem Ausschuss.
Legende: Die Anhörung fand per Videokonferenz statt. Hier wird gerade Amazon-Chef Bezos befragt. Reuters

Bei Facebook standen die Übernahmen von Instagram und WhatsApp in der Kritik. Bei Apple waren es unfaire Praktiken gegenüber App-Anbietern in Apples App-Stores – CEO Tim Cook kam indes während der Anhörung etwas glimpflicher davon als die anderen drei CEOs.

Unfaires Marktverhalten?

Die Vorwürfe sind vielfältig. Im Kern geht es darum, dass die Big-Tech-Unternehmen zu Quasi-Monopolisten angewachsen sind und andere Marktteilnehmer schädigen, indem sie Wettbewerb im Keim ersticken, ihnen anvertraute Daten für eigene Zwecke missbrauchen oder Zulieferer erpressen.

Die CEOs wiesen die Vorwürfe unfairen Marktverhaltens allesamt von sich und betonten, dass sie für sie der Kundennutzen immer an erster Stelle stehe. «Kunden-Besessenheit», nannte es Bezos. Die vier Unternehmen haben zusammengerechnet ein Marktkapital von fast 5 Billionen Dollar.

Washington macht Druck

Das Klima in Washington für die Big-Tech-Firmen ist rau geworden. Die Demokraten sehen in ihnen gefährliche Monopole, die die US-Wirtschaft bedrohen. Die Republikaner sehen in ihnen primär eine Maschine, die die Redefreiheit von Konservativen einschränkt und mit China verdächtige Geschäfte abwickelt.

Auch das Justizministerium und die Behörde für Konsumentenschutz und Wettbewerb untersucht derzeit die Marktmacht der Big-Tech-Unternehmen. Striktere Regulierungen oder eine Reform des Wettbewerbrechts könnten mittelfristig folgen – der politische Wille dazu ist in Washington jedenfalls am Wachsen.

Isabelle Jacobi

Isabelle Jacobi

USA-Korrespondentin, SRF

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Nach dem Studium in den USA und in Bern arbeitete Jacobi von 1999 bis 2005 bei Radio SRF. Danach war sie in New York als freie Journalistin tätig. 2008 kehrte sie zu SRF zurück, als Produzentin beim Echo der Zeit, und wurde 2012 Redaktionsleiterin. Seit Sommer 2017 ist Jacobi USA-Korrespondentin in Washington.

Heute Morgen, 30.7.2020, 6:00 Uhr

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Zum Thema "grillen"… wenn der Zuckerberg offensichtlich lügt, wird er halt in die Zange genommen… (was offenbar geschehen ist).

    Der bescheidenste dieser vier kam ja auch am besten weg…
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  • Kommentar von Eva Werle  (Wishbone Ash)
    Und wer hat sie so gross gemacht???
    Einfach mal aussteigen aus der Opfer-Mentalität (die bösen Konzerne, die bösen Regierungen, immer die bösen andern)!
    Wir sind Wähler, wir sind Konsumenten, wir sind Arbeitskräfte, wir könnten viel bewirken und verändern, wenn wir nicht gegeneinander sondern miteinander agieren würden. Und endlich mal wieder Verantwortung für unsere Entscheidungen, unser Verhalten, unser Handeln übernehmen. Einfach mal wieder Haltung zeigen, wie wär's?
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    1. Antwort von Peter Steiner  (Stein des Anstosses)
      Das Problem ist, dass die Firmen global opperieren, die Politik aber national bleibt. Eigentlich sollte man versuchen, globalisierte Parteien zu gründen um gewisse Themen die alle betreffen, auch global anzugehen.
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  • Kommentar von Damian Derungs  (Domino)
    Die amis wollen wirklich ihren untergang, wprde es ihnen gönnen wenn diese firmen ihren hauotsitz verlegen, es gibt genügend andere länder sie froh wären, über solche firmen. Aber lustig dass gates nicjt antanzen musste, wie wenn microsoft besser wöre als apple oder google. Das ganze ist doch einfach nur ein machtkampf, da die ami regierung angst bekommt, diese firmen nicht mehr unter kontrolle zu haben und ev das eine oder andere unangenehme geheimniss ans tageslicht kommt.
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    1. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      @Domino: Bill Gates ist schon lange nicht mehr im Tagesgeschäft bei Microsoft. Wenn schon hätte Satya Nadella antraben müssen.
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