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International Krawalle in Istanbul – Störaktion in Paris

Der Tag der Arbeit wurde heute in verschiedenen Städten gefeiert. Nicht überall ist die Stimmung friedlich geblieben. In Istanbul haben sich linke Gruppierungen der Sperrung des symbolträchtigen Taksim-Platzes widersetzt. Und auch in Weimar hat es wegen einem Angriff Verletzte gegeben.

In diversen Metropolen wurde heute mit bunten Versammlungen der Tag der Arbeit gefeiert. Nach einer relativ friedlichen «Walpurgisnacht» am Donnerstagabend – nur vereinzelt ist es zu Auseinandersetzungen zwischen Linksautonomen und der Polizei gekommen – haben sich etwa in Berlin zahlreiche Menschen versammelt. Aktuelle Schätzungen gehen von 45'000 Personen allein in der deutschen Hauptstadt aus.

Blaue statt rote Fahnen auf dem Roten Platz

Rund 140'000 Menschen kamen auf dem Roten Platz in Moskau zusammen. Anstatt der roten Flaggen mit den kommunistischen Symbolen Sichel und Hammer schwangen sie blaue Fahnen der dominanten Kreml-Partei und die russische Trikolore. Auf Transparente hatten sie das Motto «Mai der Arbeit, Mai des Sieges» geschrieben.

In Pozzallo, Italien, liess sich eindrücklich beobachten, dass die Erstmaifeier im Zeichen der Gemeinsamkeit steht. Zwar forderten die italienischen Gewerkschafter – wie anderswo – die Schaffung von mehr Arbeitsstellen. Doch vergassen sie dabei nicht, der Flüchtlingsopfer auf See zu gedenken und, in Erinnerung an sie, einen Kranz ins Meer zu werfen.

Grossaufgebot der Polizei in Istanbul

Während die Kundgebungen in vielen Städten bis jetzt friedlich geblieben sind, ist die Situation in anderen Metropolen ausser Kontrolle geraten. So etwa in Istanbul: 20'000 Polizisten sind hier aufmarschiert, nachdem Gewerkschaften und linke Gruppierungen versucht hatten, zum symbolträchtigen Taksim-Platz durchzudringen. Die Beamten setzten Tränengas und Wasserwerfer gegen mehrere hundert Demonstranten ein. Mindestens 24 Menschen haben Verletzungen erlitten. Und 203 Personen hat die Polizei, laut eigenen Angaben, festgenommen.

Ebenfalls eskaliert ist die Lage an der Erstmaifeier im thüringischen Weimar. Hier haben rund 50 Rechtsextreme eine Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gestürmt und vier Personen verletzt. Die Angreifer entrissen dem SPD-Bundestagsabgeordneten Carsten Schneider das Mikrophon, riefen rechte Parolen und schlugen auf Kundgebungsteilnehmer ein. Die Polizei hat 29 Angreifer vorläufig festgenommen.

Störung von Front-National-Kundgebung

In Paris ist die Mai-Kundgebung der französischen Rechtsaussen-Partei Front National (FN) gestört worden. Kurz nach Beginn der Rede von Parteichefin Marine Le Pen auf dem Pariser Opernplatz zeigten drei Frauen mit nacktem Oberkörper den Hitlergruss. Wie im französischen Fernsehen zu sehen war, entrollten sie auf einem Balkon rot-weisse Banner im Stil von Nazi-Flaggen – auf denen statt Hakenkreuze das FN-Logo abgebildet war. Die Parteichefin hat indessen bekannt gegeben, dass sie die Aktivistinnen verklagen wolle.

Die Kundgebung des Front National stand in diesem Jahr im Zeichen des Bruchs zwischen der Parteichefin Marine Le Pen und ihrem Vater Jean-Marie, einem Urgestein in der französischen rechtsextremen Szene. Dieser hatte erneut die Gaskammern verharmlost. Die Tochter bemüht sich derweil seit Jahren, ihrer Partei ein neues, bürgerliches Image zu verschaffen.

Durch Demonstranten verursachte Scharmützel meldeten auch die Städte Seoul und Manila. Hier protestierte die Menge gegen die Bestrebungen der Regierung, den Arbeitsmarkt stärker zu flexibilisieren. Da kritisierte die Masse die tiefen Löhne und ein Gesetz, das Arbeitgebern eine Anstellung von Arbeitnehmern unter sechs Monaten erlaubt – um ebendiesen Sozialleistungen vorzuenthalten.

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