Zum Inhalt springen

Header

Video
Der Krieg treibt die Preise in die Höhe – Was heisst das für die Konsumenten?
Aus Club vom 17.05.2022.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 17 Sekunden.
Inhalt

Krieg in der Ukraine Kalt duschen gegen den Krieg – was bringt's?

«Bevorzugen Sie den Frieden oder eine funktionierende Klimaanlage?» Das hat Mario Draghi, der italienische Premierminister, Anfang April an einer Medienkonferenz in Rom gefragt anlässlich der Debatte über ein Gas-Embargo in Italien.

Video
Mario Draghi: «Und was bevorzugen Sie?»
Aus Club vom 17.05.2022.
abspielen. Laufzeit 18 Sekunden.

Im «Club» haben Politikerinnen, Wirtschaftsexperten und der Philosoph Francis Cheneval die Frage diskutiert, was Verzicht gegen den Krieg in der Ukraine ausrichten kann.

Francis Cheneval ist überzeugt, dass von uns allen erwartet werden kann, auf etwas zu verzichten, «und zwar auch von Menschen, die weniger Geld in der Tasche haben».

Video
Francis Cheneval: «Der Frieden ist das höhere Gut»
Aus Club vom 17.05.2022.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 41 Sekunden.

Ständerätin Maya Graf (Grüne/BL) pflichtet bei: «Nicht weit von uns sterben Frauen und Kinder. Dass wir hier bei uns auch unseren Beitrag leisten, indem wir zum Beispiel 1 oder 2 Grad weniger heizen im Winter oder die Klimaanlage mal nicht anmachen, kann man verlangen, respektive diskutieren.» Denn mit der Abhängigkeit von russischem Gas finanzierten wir diesen Krieg mit, sagt Graf.

Herr Rösti, worauf verzichten Sie?

Doch wenn es darum geht, worauf die Gesprächsrunde selbst verzichten könnte, werden die Antworten weniger konkret: «Das ist eine gute Frage», sagt Nationalrat Albert Rösti (SVP/BE). «Worauf verzichte ich? Ich glaube, wir leben in einem schönen, aber bescheidenen Haus mit nicht allzu grosser Fläche. Man könnte anders leben, wenn man möchte. Aber sonst gebe ich zu: Wir haben sicher ein gutes Leben, wo man weniger machen könnte.»

Video
Albert Rösti: «Man könnte weniger machen»
Aus Club vom 17.05.2022.
abspielen. Laufzeit 30 Sekunden.

Womöglich werden wir alle bald lernen müssen, zu verzichten. Denn Sanktionen, die Russland wirklich weh tun, wird auch die Schweiz zu spüren bekommen. Ein Öl- und Gas-Embargo der EU wird immer wahrscheinlicher. Dabei stammt fast die Hälfte der Schweizer Gasimporte aus Russland.

Verzicht nütze jedoch nichts, denn durch Sanktionen allein werde der Krieg nicht beendet, erklärt Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann. In diesem Punkt seien die Forschungsergebnisse eindeutig. «Wenn dem so wäre, wäre ich sofort dafür, nichts mehr zu kaufen», sagt Straumann.

Video
Tobias Straumann: «Die Sanktionen beenden nicht den Krieg»
Aus Club vom 17.05.2022.
abspielen. Laufzeit 28 Sekunden.

Verzichten oder sparen?

Reto Lipp, Wirtschaftsexperte SRF und Ökonom, erinnert an die Zeit von Bundesrat Adolf Ogi. Als Energieminister sei dieser mit Eierkochern umhergereist und habe nicht auf Verzicht, sondern auf Sparsamkeit eingeschworen. «Aber das ist kein Thema mehr in der politischen Diskussion», sagt Lipp.

Doch es scheint, als wolle die Bevölkerung der Schweiz weder sparen noch verzichten. Dazu müsse man sich nur die Flughäfen ansehen, jetzt, wo die Covid-Pandemie vorbei zu sein scheint. «Die Leute reisen wie zuvor und sind gleich mobil wie zuvor. Auf der Strasse hat es eher mehr Autos und der Fleischkonsum nimmt zu», sagt Nationalrat Albert Rösti.

Auf der Strasse hat es eher mehr Autos und der Fleischkonsum nimmt zu.
Autor: Albert Rösti Nationalrat SVP/BE

Klar ist: Durch den Krieg in der Ukraine verteuert sich das Leben vielerorts. Wie wir dieser Tatsache begegnen, wird sich noch zeigen. Für Preisüberwacher Stefan Meierhans steht aber fest, dass es den Schweizerinnen und Schweizern nach wie vor vergleichsweise gut geht: «Bei 2.5 Prozent Inflation ist es noch nicht der Moment, zu sagen, dass wir ums nackte Überleben kämpfen müssen. Vor allem, weil das zynisch wäre, wenn man an die Leute denkt, die im Süden wohnen oder die in der Ukraine sind. Es wäre zynisch, das in diesem Sinne zu vergleichen.»

Video
Stefan Meierhans: «Ein Vergleich wäre zynisch»
Aus Club vom 17.05.2022.
abspielen. Laufzeit 22 Sekunden.

Club, 17.05.2022, 22:25 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

114 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community. Wir schliessen die Kommentarspalte an dieser Stelle und wünschen Ihnen einen angenehmen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Thomas Schneebeli  (Thomas Schneebeli)
    Weder drakonische Sanktionen noch Verzicht der einzelnen haben den Krieg gestoppt oder werden ihn stoppen.
    Leider viel zu spät wird Di Maio einen Friedensplan vorzuschlagen, mit Beteiligung grosser internationaler Organisationen.
    Die einzelne Versuche einiger Politiker wirkten fast wie Alibi-Übungen.
    Um so grösser die Konferenzen über Waffenlieferungen und Sanktionen, sogar gegen Paralympics, Kulturschaffenden, Sportler. Unsäglich.
    Und jetzt soll noch der Bürger dafür aufkommen?
    Nein.
    1. Antwort von Dominic Müller  (Domi3)
      Sorry, aber ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, dass ein Krieg jemals diplomatisch gelöst werden konnte. Letztes Beispiel war der Afghanistan-Konflikt, wo die NATO schliesslich eingesehen hat, dass sie gegen die Taliban keine Chance hat und darum abgehauen sind. Das ist eine militärische Niederlage, keine Diplomatie.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Albert Rösti beantwortet die Frage worauf er verzichtet überhaupt nicht.
    Die Realität ist die,dass der einfache Bürger verzichten soll, aber die, die darüber entscheiden auf nichts verzichten (wollen) und werden.