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Joe Biden will der Ukraine helfen, aber einen direkten Konflikt mit Russland verhindern
Aus Tagesschau vom 16.03.2022.
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Krieg in der Ukraine Selenski fleht – Biden zögert

«Alle von euch kennen diese Worte: I have a dream!» Der ukrainische Präsident Selenski weiss genau, wie er sich an die Amerikanerinnen und Amerikaner wenden muss. «Ich allerdings habe eine dringliche Bitte: Tut mehr!» Selenskis Auftritt vor dem amerikanischen Kongress, ja vor dem amerikanischen Volk, war ein Appell an die USA: «Präsident Biden, seien Sie der Anführer der freien Welt», rief Selenski.

Biden zaudert

Doch der Anführer der freien Welt zaudert. Eigentlich müsste ein amerikanischer Präsident in Kriegszeiten vorangehen und mutige Verbündete unterstützen. Auch wenn diese manchmal vorpreschen, wie Polen mit seiner Ankündigung, seine alten MiG-Kampfjets den USA zu überlassen, auf dass diese die Jets an die Ukraine liefern könnten. Doch statt voranzugehen, haben die Amerikaner, entgegen der öffentlichen Signale des eigenen Aussenministers, eine Kehrtwende vollzogen und den Deal abgeblasen.

Sanktionen alleine reichen nicht

Dabei hatte US-Präsident Biden bis dahin vieles richtig gemacht. In einer beispiellosen Kommunikations-Offensive haben die USA Putins Absichten laufend offengelegt und so die Informations-Hoheit errungen. Die Nato agiert bis auf die Kampfjet-Episode als Einheit, etwas, das vor dem russischen Angriff nicht erwartet werden durfte. Und die schnell und entschlossen verhängten Sanktionen – auch wenn sie längst nicht vollständig sind – setzen Russland zu. Und nur kurz nach Selenskis Auftritt vor dem US-Kongress verkündete Präsident Biden weitere Milliardenunterstützung für die Ukraine. Doch den Krieg in der Ukraine wird das nicht beenden, Putin wird das nicht stoppen.

Druck auf Biden wächst mit jeder Bombennacht

Das gebetsmühlenartig wiederholte Mantra, man müsse eine weitere Eskalation, ja einen 3. Weltkrieg verhindern, ist grundsätzlich verständlich. Aber es hat vor allen Dingen eine Konsequenz: dass Putin weiss, dass er vonseiten der Nato keine militärischen Konsequenzen fürchten muss. Dabei sind die USA und die Nato bereits in einen Stellvertreter-Krieg gegen Russland involviert. Sie haben die ukrainische Armee ausgebildet. Sie liefern der Ukraine Panzer- und Fliegerabwehrraketen. Und sie liefern vermutlich ich Echtzeit Geheimdienst-Informationen.

«Ich sehe keinen Sinn im Leben, wenn es den Tod nicht stoppen kann», rief ein pathetischer Selenski den Amerikanerinnen und Amerikanern zu. Der Druck auf Präsident Biden, mehr zu tun, wird mit jeder Bombennacht über Kiew zunehmen.

Pascal Weber

Pascal Weber

USA-Korrespondent

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Seit 1999 arbeitet Weber für SRF. Als Redaktor und Produzent war er zunächst in der Sportredaktion tätig, danach bei «10 vor 10». Von 2010 bis 2021 war er als Korrespondent im Nahen Osten. Nun arbeitet er für SRF in Washington.

 

Tagesschau, 16.03.2022, 12:45 Uhr

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