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International Kurswechsel: Ist Luxemburg eingeknickt?

Bislang hat Luxemburg das Bankgeheimnis eisern verteidigt. Doch nun nimmt das Land einen Richtungswechsel vor. Warum der plötzliche Sinneswandel? Finanzminister Luc Frieden gibt Auskunft.

Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden.
Legende: Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden hatte einen schwierigen Entscheid zu fällen. Reuters

Luxemburg will nicht nur das Bankgeheimnis für Steuerausländer abschaffen. Auch internationale Konzerne sollen verschärften Regeln unterworfen werden. Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden erklärt gegenüber Radio SRF 4 den Schritt: «Wir haben den Entwicklungen Rechnung getragen. Wir wollen als internationaler Finanzplatz eine Rolle spielen und haben deshalb diesen Entscheid gefällt.» Ein Entscheid, der dem Land nicht leicht fiel. Es habe das Risiko bestanden, dass «niemand mehr mit uns arbeiten will, wenn wir ein System haben, das die anderen Staaten nicht teilen.» Luxemburg habe sich deshalb den internationalen Regeln gefügt. Von einem Einknicken möchte Frieden jedoch nicht sprechen.

Entscheidung liegt bei der Schweiz

In der «Financial Times» verwies Frieden darauf, dass die «Kunden, die heute nach Luxemburg kommen, das nicht aus Gründen des Steuerbetrugs machen». Sie wollen vielmehr «die exzellenten Finanzdienstleistungen» nutzen. Das Bankgeheimnis sei deshalb nicht länger eine relevante Causa.

Was bedeutet die Entwicklung Luxemburgs nun für die Schweiz? «Man muss davon ausgehen, dass sich die Schweiz mit der OECD an den Diskussionen beteiligen wird», sagt Frieden zu Radio SRF 4. Doch am Schluss liege es an der Regierung, ob sie den Schritt zum automatischen Informationsaustausch macht und damit die Standards der OECD übernimmt.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Warum nur, wollen Regierungen gewissermassen restlos alle Details ihrer Bürger wissen? Was ist wirklich schlimm, ein Bankkundengeheimnis oder ein Staat der seine Bürger gewissermassen bis ins letzte Gen hinein durchschauen will und auch kann. Es geht nicht nur um Bankkundengeheimnis und Privatsphäre, es geht auch um Missbrauchsmöglichkeiten.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Hans Haller: Es liegt in der Natur der Staaten u. das begann schon vor vielen Jahren, dass man versucht den Bürger zu kontrollieren. Mit der ganzen Globalisierung, Computer, Tel. etc. umsomehr. Es schränkt die persönliche Freiheit, aber auch Verantw. jeden Bürgers ein und lässt die Allmacht des Staates weiter wachsen. Viele Leute wissen heute schon gar nicht mehr was Handeln in Eigenverantw. heisst u. verlassen sich von der Wiege bis zum Grab auf den Staat. (Reimt sich sogar)
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    2. Antwort von A.Stahel, Kt.Zürich
      "Warum nur, wollen Regierungen gewissermassen restlos alle Details ihrer Bürger wissen?" - Na man muss doch im Zypern-Fall wissen, was es wo zu holen gibt.
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  • Kommentar von Peter Kunz, Felsberg
    Ein Kompliment den Luxenburgern,die erkannt haben, dass das Bankgeheimnis gestorben ist. Wir Schweizer werden natürlich wieder eine Speziallösung anstreben. Mit jedem Land ein separates Abkommen.Informationsaustausch automatisch,oder nur auf Anfrage,auch Abgeltungssteuer kann man wählen, natürlich je nach Verhandlungsergebnis höhere oder tiefere Sätze.Und in ein paar Jahren,wenn Millionen für Verhandlungen verpulvert sind,gibts für alle Länder,incl. Schweiz, kein Bankkundengeheimnis mehr.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Peter Kunz: Ich habe lieber Speziallösungen und das ist mir auch der Preis von einigen Mio. wert. Ausserdem stehe ich mit Ueberzeugung zum Bankgeheimnis, auch wenn das heute nicht mehr modern erscheint. Ich will kein gläserner Bürger sein. Siehe Orwell: 1984 - sollten Sie vielleicht einmal lesen, dann wissen Sie was ich meine.
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      @Harald Girschweiler, 9500 Wil SG: In Bezug auf die Finanzen sind die Arbeitsnehmer schon lange die gläsernen Bürger. Aber sie spielen wohl in einer andern Liga.
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    3. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Albert Planta: ich habe kein facebook u. twitter-account, Ich speichere gar nichts auf der Festplatte, sondern drucke es aus u. lösche es dann, da ich keine Datensicherung betreibe. Es wurde mir von einem IT-Spezialisten bei der Polizei bestätigt, dass man so aus meinem Computer kaum etwas rausholen kann, Ich habe keine Kreditkarten, nicht einmal eine Bancomat-Karte.
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