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Venezuela testet russischen und chinesischen Impfstoff
Aus Echo der Zeit vom 31.08.2020.
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Lateinamerika als Testlabor Impfstoff gegen Covid-19: Neu auch Versuchspersonen aus Venezuela

Neben Argentinien, Brasilien und Mexiko beteiligen sich nun auch Venezolaner an Tests mit Covid-19-Impfstoffen, die in Entwicklung sind. Ob sie freiwillig mitmachen, bleibt fraglich.

Der russische Impfstoff heisst «Sputnik V» und ist seit Mitte August zugelassen – trotz der massiven Kritik an der fehlenden Transparenz und dem Tempo, in dem er entwickelt wurde. «Sputnik V» ist weltweit der erste Corona-Impfstoff auf dem Markt. Er soll im Ursprungsland massiv eingesetzt werden, noch während breite Versuche an Menschen in der sogenannten dritten Testphase laufen.

500 venezolanische Versuchskaninchen

Nun will Venezuela 500 menschliche Versuchskaninchen für die russische-Schutzimpfung bereitstellen. Staatschef Nicolas Maduro sprach von Freiwilligen. Er sagte aber im selben Atemzug, dass man sie in Kreisen des medizinischen und des Pflegepersonals rekrutieren wolle.

In einem weitgehend autoritär regierten Staat wie Venezuela gibt es Fragezeichen, was die Freiwilligkeit betrifft. Es ist denkbar, dass sich Menschen auf Druck der Führung hin impfen lassen müssen mit dem Produkt aus Russland.

Ideologische Schwerpunkte bei den Impfstoffen

Es fällt auf, dass die venezolanische Führung bei den Impfungen gegen das Coronavirus ideologische Schwerpunkte setzt. Denn Freiwillige will Venezuela auch für Impfstoffe bereitstellen, die aus der Volksrepublik China und aus Kuba stammen.

Russland wie China sind die grössten Geldgeber des Maduro-Regimes; beide Länder haben Milliardenkredite gewährt. Kuba hingegen ist ein ideologischer Verbündeter des sozialistischen Venezuelas. Es wird mit venezolanischem Öl versorgt und steuert dem Maduro-Regime dafür Militärberater bei.

In Argentinien, Brasilien und Mexiko arbeiten die Regierungen ohne ideologische Scheuklappen mit den verschiedenen Impfstoffherstellern zusammen. Allein in Brasilien haben sich 9000 Freiwillige für die Versuchsreihen mit Schutzimpfungen aus China, England und den USA gemeldet. Es handelt sich meistens um Leute, die im Gesundheitswesen tätig und somit den Gefahren rund um das Coronavirus besonders stark ausgesetzt sind.

Echo der Zeit vom 31.8.2020

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Tatsache ist, dass auch die allen bekannte, "gewöhnliche" Grippe, einen Teilschutz gegen die Ansteckungsgefahr bietet, da es keinen Impfstoff gibt, welcher 100% Schutz gegen sämtliche Grippeviren bietet. Daher gibt es nur eine Devise: anpassen an:Situation und Massnahmen mit verantwortungsbewusstem Eigenverhalten. Hygiene und Maske tragen, welche nach einmaligem Gebrauch sorgsam entsorgt wird.
  • Kommentar von Christopher Prinz  (chp)
    In diesem Zusammenhang andere Menschen als "Versuchskaninchen" zu betiteln, gerade dann , wenn es möglicherweise nicht freiwillig ist, finde ich entwürdigend.
  • Kommentar von Denise Hänggi  (DHaenggi)
    Das ist das erste Mal, dass hier über Coronaimpfstoffe bezüglich der Probanten kritisch und fragwürdig berichtet wird. Liegt das nun bloss daran, dass es um ferne Landen handelt, oder auch daran, dass die Menschen das Ganze unterdessen kritisch hinterfragen und sensibilisiert sind?
    1. Antwort von Kurt Looser  (Dremel)
      Es handelt sich um einen russischen Impfstoff...
    2. Antwort von Paul Soltermann  (ps)
      Es ist die ideologisch affektierte Sichtweise des Berichtes.
    3. Antwort von Reto Derungs  (rede)
      @Kurt Looser: Na ja, da haben Sie offenbar den Beitrag nicht gelesen. Da steht geschrieben, dass es sich um Russische, Chinesische, US-amerikanische und Britische Imfpstoffe handelt, die an "freiwilligen" Testpersonen in Lateinamerika ausprobiert werden.
    4. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Hänggi: Es ist der erste Impfstoff der bereit steht. Wo lesen Sie da etwas von einer Sensibilisierung der Leute? Russland hat ihn und testet ihn. Punkt. Und natürlich macht das Russland nicht mit den USA. Sind ja nicht gerade die besten Freunde. Spannender ist die Frage, wie es Russlmd schaffen konnte, so schnell einen ersten Impstoff entwickelt zu haben während der Westen mit all seinen Milliarden ist noch weit davon entfernt ist.
    5. Antwort von Kurt Looser  (Dremel)
      @Derungs Habe ich, aber nur bei der Zusammenarbeit Russland/Venezuela wird die Freiwilligkeit angezweifelt. Alle anderen sind moralisch unproblematisch. Ach Entschuldigung, China gehört auch zu den moralisch schlechten.