Lebenslange Haftstrafen für Muslimbrüder

Der ägyptische Machtapparat macht kurzen Prozess mit den Muslimbrüdern. Zahlreiche Mitglieder sind von einem ägyptischen Militärtribunal zu massiven Strafen verurteilt worden.

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Gericht zieht den Stecker

Gleich vier weitere TV-Sender werden in Ägypten geschlossen. Dabei befindet sich auch der ägyptische Ableger des in Katar beheimateten arabischen Senders Al-Dschasira.
Bei den drei übrigen Sendern handelt es sich um Ahrar 25, Al-Jarmuk und Al-Kuds. Bereits am Montag hatte die ägyptische Justiz die Schliessung des Senders Al-Hafes angeordnet.

Der Sturz von Langzeitmachthaber Hosni Mubarak war das Aufbruchssignal für die Muslimbrüder. Jahrzehnte lang agierten sie im Verborgenen, der arabische Frühling spülte sie von der Illegalität in die offizielle Politik

Gut 18 Monate nach der Gründung der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit wurden nun elf Mitglieder der islamistischen Muslimbruderschaft zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Sie waren angeklagt Mitte August Streitkräfte in Suez angegriffen zu haben, wie das Gericht mitteilte.

45 weitere Mitglieder oder Anhänger der Bruderschaft wurden zu je fünf Jahren Haft verurteilt. Acht Angeklagte wurden freigesprochen.

Seit der Niederschlagung der Proteste der Mursi-Anhänger wurde praktisch die gesamte Führungsriege der Muslimbrüder festgenommen. Mursi selbst wurde wegen Anstiftung zum Mord angeklagt. Er soll sich wegen des Todes mehrerer Demonstranten bei Protesten von Mursi-Gegnern im Dezember 2012 vor Gericht verantworten.