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International Leichtathletik-Weltverband lässt Russland fast komplett abblitzen

Der Leichtathletik-Weltverband hat bis auf eine Ausnahme alle Anträge russischer Leichtathleten auf ein Sonderstartrecht bei internationalen Wettbewerben abgelehnt. Die IAAF erteilte neben Whistleblowerin Julia Stepanow nur Weitspringerin Darja Klischina als «neutrale Athletin» die Starterlaubnis.

Jelena Issinbajewa hält nach einem gescheiterten Versuch an den Olympischen Spielen in London 2012 die Hände vor das Gesicht.
Legende: Stabhochsprung-Star Issinbajewa droht das Olympia-Aus. Sie kündigte aber an, alle rechtlichen Mittel zu beanspruchen. Reuters

Die IAAF bleibt wie erwartet hart: Der Weltverband hat nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur TASS bis auf eine Ausnahme alle Anträge russischer Leichtathleten auf ein Sonderstartrecht bei internationalen Wettbewerben wie den Olympischen Spielen abgelehnt.

Die IAAF selber gab bekannt, einzig Weitspringerin Darja Klischina nach Whistleblowerin Julia Stepanowa als zweite russische Leichtathletin die Starterlaubnis als «neutrale Athletin» zu erteilen. Klischina lebt seit geraumer Zeit in den USA und unterwirft sich damit einem funktionierenden Anti-Doping-System.

Urteil des Sportgerichtshofs offen

Sollte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) eine Sammelklage von 68 russischen Athleten ablehnen, dürften aus IAAF-Sicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro nur Stepanowa und Klischina antreten.

Der CAS will bis zum 21. Juli über die Sammelklage entscheiden. Unter anderem Stabhochsprung-Star Jelena Issinbajewa droht nun mehr denn je das Olympia-Aus. Die Siegerin von Athen und Peking hat allerdings bereits angekündigt, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen und sogar bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen zu wollen.

136 Athleten beantragten ein Sonderstartrecht

Die IAAF hatte Mitte Juni die Suspendierung des russischen Verbandes RUSAF wegen systematischen Dopings verlängert und damit auch den Olympia-Ausschluss russischer Leichtathleten vorbehaltlich Ausnahmeregelungen wie nun im Fall Klischina besiegelt. Insgesamt hatten 136 russische Leichtathleten bei der IAAF ein Sonderstartrecht beantragt.

800-Meter-Läuferin Stepanowa und ihr Mann hatten Ende 2014 den Skandal um flächendeckendes Doping in der russischen Leichtathletik mit ihren Aussagen ins Rollen gebracht. Danach verliess das Ehepaar mit seinem Kind Russland aus Angst vor Vergeltungsmassnahmen und setzte sich an einen geheimen Ort in die USA ab.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Mathias Zaspel (MathiasJ)
    Woher wollen die Dopinghüter denn wissen, wer alles sauber ist. Hier wurden 1000de Blutproben vertauscht, sogar das Doping durch den Inlandgeheimdienst vertuscht und verschleiert. Das Gericht soll die Disqualifizierung bestätigen!
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  • Kommentar von Alfred Schläpfer (191.5yenokavan)
    Die IAAF und der CAS bewegen sich auf sehr dünnem Eis. Gnadenlos bei den russischen Sportlern und Sportlerinnen und bei der Mehrheit der anderen Nationen das Drei-Affen-Prinzip
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  • Kommentar von Peter Mueller (Elbrus)
    Die IAAF wird damit vor dem CAS eine Kanterniederlage einfahren. Das hier sorgfältig geprüft wurde kann man vergessen. Warum soll Shubenkov der nie gedopt war und ein super Sportsmann ist nicht nach Rio. Während Doper wie Gatlin in Rio an den Start gehen sollten. Klar ist im Falle von Klishina nur, dass Sportvermarkter IMG Management offensichtlich den Antrag formuliert hat - Klishina trainiert in den USA wie andere Russen auch.
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