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US-Staudamm vor dem Kollaps Leichte Entspannung am Oroville-Staudamm

Legende: Video Oroville-Stausee: Gefahr noch nicht gebannt abspielen. Laufzeit 00:50 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 14.02.2017.

In mehreren Bezirken im Norden des US-Bundesstaats Kalifornien ist der Notstand ausgerufen worden. Es besteht die Gefahr von Überflutungen durch überfliessende Wassermassen aus dem übervollen Staudamm Oroville.

Die kritische Lage hat sich am Montagmorgen (Ortszeit) zwar leicht entspannt. Nach Mitteilung der Behörden konnte der unkontrollierte Wasserabfluss über einen Notfall-Überlauf aufgehalten werden. Dieser musste im Verlauf des Montags nicht mehr verwendet werden, da der Wasserspiegel des Sees zurückgegangen war. Stattdessen wurde mehr Wasser über einen Seitenkanal abgelassen, der ebenfalls beschädigt ist. Um beide Anlagen schnell zu befestigen, wurden mit Steinen gefüllte Säcke per Hubschrauber abgesetzt. Der 235 Meter hohe und 2300 Meter breite Erdstaudamm selber ist nicht gefährdet.

Notstand in drei Bezirken

Gouverneur Jerry Brown hatte am Sonntagabend den Notstand für die betroffenen Bezirke unterhalb des Staudamms ausgerufen. Die Lage sei komplex und verändere sich sehr schnell. In den betroffenen Bezirken wurden auch schon Notunterkünfte für die Einwohner bereitgestellt.

Schon zuvor hatte die Polizei rund 188'000 Anwohner aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. Es müsste mit einer Flutwelle gerechnet werden, die weite Teile der Region rund um den See treffen könne. Am Montag wurde zudem ein Gefängnis im Butte-Bezirk geräumt. Alle 578 Häftlinge wurden in eine Haftanstalt im 200 Kilometer entfernten Alameda County gebracht.

Riesige Wassermenge erodiert Abflusskanal

Abflusskanal aus Beton mit einem ausgewaschenen Loch.
Legende: Im Abflusskanal hat die abgelassene Wassermenge (1400 m3/sec) ein mehrere Meter tiefes Loch ausgewaschen. SRF | CNN

Nach wochenlangen Regenfällen war der Pegel des Stausees stark angestiegen. Um den Staudamm zu entlasten, wurde die Wassermenge im Abflusskanal stark erhöht. Nach kurzer Zeit traten aber auf dem Grund des Abflusskanals Erosionsschäden auf: Im Betonkanal klafft ein rund 14 Meter tiefes Loch mit den Dimensionen von rund 90 auf 150 Metern.

48 Jahre nach dem Bau der Stauanlage Oroville wurde darum erstmals der Notfall-Abfluss bzw. -Überlauf in Betrieb genommen, um den daneben liegenden Abflusskanal sanieren zu können. Das überfliessende Wasser erodierte aber den darunter liegenden Hang und gefährdet damit die gesamte Betonkonstruktion des Notfall-Überlaufs.

Heftiger Regen folgt auf Dürre

In Teilen des von Dürre geplagten Kaliforniens gab es in den vergangenen Tagen heftige Regenfälle. Bewohner mussten aus ihren Häusern gerettet werden, nachdem der Fluss San Lorenzo über die Ufer getreten war.

Der 235 Meter hohe Erdstaudamm erstreckt sich über eine Länge von 2300 Meter. Die Stauanlage für die Stromgewinnung liegt etwa 125 Kilometer nördlich der kalifornischen Hauptstadt Sacramento.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    @JPD Momentan gibt es kein Leck, aber nahe dem Besucherparkplatz ist unterhalb der Notfall-Abflussmauer, die angeblich aus Vollbeton besteht, ein tiefer Graben ausgeschwemmt worden, der sich in Richtung Mauer ausdehnte, Damit könnte ein Unterspülen und letztlich ein Durchbruch unter dieser Mauer entstehen. Auch der Betonkanal hatte ursprünglich einen Durchbruch im unteren Drittel, jetzt ist er aber bereits bis etwa halbe Länge weggebrochen.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Wo ist nun das vorher von SRF gross verkündete "Loch in US-Staumauer"? Nirgends. Und auch dieser Bericht hat inhaltliche Fehler: Der neue Notabfluss wurde eben erst erstellt. Weiter wurde ebenfalls Wasser via Kraftwerk abgelassen, um den Pegel zu senken. Unterhalb des Oroville Dam befindet sich ein weiterer Staudamm (Thermalito Dam) sowie ein weiteres Becken. Scheinbar ist die Deutsche DPA vor lauter US- & Trump-Bashing nicht mehr fähig, Fakten auf den Tisch zu bringen. Und SRF macht mit.....
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    1. Antwort von Jerome Gerster (jgerster)
      SRF macht seinen Job gut, die Leser haben manchmal anscheinend Mühe die Infos zu finden, wenn der Text länger ist als ein Tweet. Warum immer dieses übertrieben herablassenden Kommentare?
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Naja, Hr. Gerster, es ist schon ein bisschen verunsichernd. Beispielsweise wird der Damm als Erdstaudamm bezeichnet. Wenn ich den Böschungswinkel anschaue sieht das für mich aber eher wie eine Schwergewichts-Mauer aus. Somit öffnen sich Fragezeichen zum übrigen Inhalt.
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    3. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Gerster: Nein SRF macht keinen guten Job, sondern bewegt sich diesbezüglich auf Boulevard-Niveau, was sehr schade ist. @Reuteler: Der Oroville Dam ist wirklich ein Erddamm (wie der Mattmark-Staudamm). Der Damm liegt übrigens auf einer Verwerfung. Man kann nun spekulieren, ob der Riss im Spillway noch vom Erdbeben anno 1975 her stammt (na SRF... wär das keine Schlagzeile wert?)
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Wenn bei uns die Grimselstaumauer brechen würde, würde auch eine Mauer von (höher als 9m) bis nach Thun schiessen. Ich hoffe, dass sich jeder bewusst ist, was das heisst "eine Mauer". Deshalb sollte die Staumauer nicht noch weiter erhöht werden. Durch einen Terroranschlag könnte man uns mit der Beschädigung der Mauer schwer verwunden.
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    1. Antwort von Thomas Mann (Freidenkerin)
      Bei einem Terroranschlag oder noch wahrscheinlicher einem GAU in einem unserer überalterten Kernkraftwerke würde eine Wolke über das Mittelland schleichen, da wünschten Sie sich eine Mauer höher als nur 9 Meter und Bleiverstärkt.
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    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Freidenkerin: Erkundigen Sie sich zuerst, wie ein Kernkraftwerk funktioniert, bevor Sie hier solchen Unsinn erzählen. Da werden Sie vorher von einem Auto überfahren, von einem Anti-AKW-Demonstrant unabsichtlich verprügelt, von Eisschlag durch ein Windkraftwerk erschlagen, oder am Wahrscheinlichsten: Sie fallen zuhause die Treppe runter oder sterben an einer Grippe.
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