Zum Inhalt springen

International Letzte Chance für Frieden in der Ostukraine?

Nach herben Rückschlägen keimt etwas Hoffnung: Der Friedensplan von Minsk, den die urkainische Armee wie auch die pro-russischen Separatisten bisher ignoriert haben, soll wiederbelebt werden.

Legende: Video Minsker Friedensabkommen soll neu belebt werden abspielen. Laufzeit 1:03 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 06.02.2015.

Ein konkreter Friedensplan für die Ostukraine ist bei den fünfstündigen Krisenverhandlungen in Moskau nicht herausgekommen. Stattdessen einigten sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande mit Kremlchef Wladimir Putin darauf, den Friedensplan von Minsk zu überarbeiten.

Legende: Video Einschätzung von Christof Franzen, Korrespondent SRF abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.02.2015.

Es wird weiter verhandelt

«Hollande und ich wollen uns mit ganzer Kraft für ein Ende des Blutvergiessens einsetzen», sagte Merkel vor dem Abflug nach Moskau. Und Hollande betonte: «Jeder weiss, dass der erste Schritt ein Waffenstillstand sein muss.» Aber das sei nicht genug - es brauche eine umfassende Einigung. Eine solche wurde in Moskau aber noch nicht erreicht. Alle Seiten bezeichneten die Gespräche aber als konstruktiv und substanziell.

Deutschland und Frankreich wollen nun ein Dokument zur Frage erarbeiten, wie das Minsker Friedensabkommen umgesetzt werden könnte. In dieses sollen auch Vorschläge des ukrainischen wie auch des russischen Präsidenten einfliessen. Am Sonntag wollen Merkel und Hollande an einer Telefonkonferenz mit Putin und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko weiter über das Dokument beraten. Es solle dann später zur Billigung den Seiten des Konflikts vorgestellt werden, sagte der Sprecher des Kremls in Moskau.

Friedensplan wird ignoriert

Das Minsker Abkommen vom September, das von beiden Seiten nie eingehalten wurde, sieht unter anderem eine sofortige Waffenpause zwischen ukrainischen Soldaten und pro-russischen Separatisten vor. Zudem sollen schwere Waffen von der Frontlinie abgezogen und eine entmilitarisierte Zone geschaffen werden.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Simon Müller, Frauenfeld
    Ich glaube nicht, dass diese Teufel, die verantwortlich für die Entfachung dieses Neuen Kalten Krieg sind, ein Interesse haben, den Konflikt zu entschärfen. Das ist in meinen Augen unlogisch und wird meines Erachtens auch nicht passieren. Keinem Menschen würde es einfallen, bei einem Feuer den dafür verantwortlichen Brandstifter zu beauftragen, es wieder zu löschen. Bei der Politik finden wir dieses Vorgehen aber ganz normal. Ich verstehe das nicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von m.mitulla, wil
      @S.Müller. Da haben Sie vollkommen Recht. Die Politik ist manchmal schmutzig. Frau Merkel hat erkannt in absolut glaubwürdiger Weise und mit viel persönlichem Einsatz die Friedensbemühungen "an den Mann" zu bringen. Ich war nie ein "Merkel-Fan", weil sie viel zu oft ihre Farbe gewechselt ahtte , änlich einem Cha­mä­le­on. Ich weiss nicht genau, warum oder seit wann sie erkannt hat was abgeht, aber ich denke, sie sieht die Dinge realistisch und ich hoffe sehr, dass sie mehr Unterstützung bekommt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Die Kanzlerin spricht nach dem Treffen mit Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz: Ein Erfolg der Friedensinitiative im Ukraine-Konflikt sei ungewiss, eine militärische Lösung aber undenkbar. Das könnte ein Schlüssel zum Frieden sein und muss weiter entwickelt werden. Am Sonntag sollen weitere Gespräche in Moskau stattfinden. Nur eine Frage stellt sich mir: Warum kam niemand vor einem Jahr auf diese Idee?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      m.m./Eine Idee ist eben eine Idee.Realität(Verwundete,Tote,Zerstörung)ist hart,sofort erkennbar.Solange Realität nicht für ALLE erkennbar ist,bleibt die Idee hypothetisch und lässt ungezählte neue,andere,Varianten zu.Das erleben wir genau mit der gegenwärtigen Situation.Um KLAR zu erkennen,und dementsprechend zu handeln,müssen Ethik,Moral wegleitend sein,Wahrheit gesucht werden.Dazu braucht es jedoch Zeit.Ohne dies,versinkt alles im Chaos.Krieg ist immer,er ist eine Sache der Geschwindigkeit.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von m.mitulla, wil
      @A.Käse. Ich verstehe Ihr Statement nicht so genau. Es ist in Politik, aber auch in Wirtschaft und im privaten Leben wichtig Visionen zu haben (im privaten würde man sagen Träume). Frau Merkel, scheint mir, hat solche Visionen und sie folgt dem Faden, der sie hoffentlich weiter führt zum Frieden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Offenbar sind Frau Merkel und Mr.Hollande den Amerikanern zuvor gekommen, denn die USA wollten eine Strategie fahren, die Mr.Kerry in München hätte eröffnen wollen. Hier geht es um den aussenpolitischen Lead und die Durchsetzung der eigenen Diplomatie. Die EU und die USA haben ganz offensichtlich nicht die gleichen Interessen - und schon gar nicht die gleiche Strategie.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen