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Letzte Rebellenhochburg Idlib UNO-Generalsekretär warnt vor humanitärer Katastrophe

Legende: Audio Assad plant Angriff auf letzte Rebellenhochburg abspielen. Laufzeit 02:03 Minuten.
02:03 min, aus HeuteMorgen vom 30.08.2018.

Eine militärische Offensive in Idlib brächte enormes neues Leid und weitere Flüchtlinge, heisst es bei der UNO. Sie schätzt ihre Zahl auf über eine halbe Million. Generalsekretär Antonio Guterres sprach vom Risiko einer humanitären Katastrophe. Er rief die Mächte im Hintergrund auf, alles zu tun, um in Idlib auf diplomatischem Weg zu einer Lösung zu kommen.

Lawrow: «Eiterndes Geschwür»

Russland als wichtigster Verbündeter des syrischen Regimes hat offenbar bereits eine grössere Streitmacht an der Mittelmeerküste zusammengezogen. Das melden russische Medien. Der russische Aussenminister Lawrow sprach im Zusammenhang mit den syrischen Aufständischen in Idlib von einem «eiternden Geschwür», das «liquidiert» werden müsse. Lawrow erörterte in Moskau gestern mit dem saudischen Aussenminister Adel al Dschubeir die Lage.

Auch die Türkei befürchtet Flüchtlingswelle

Gleichzeitig traf in Ankara der iranische den türkischen Aussenminister und ausserdem Präsident Erdogan. Das syrische Regime in Damaskus seinerseits gab zu verstehen, dass die Vorbereitungen für eine militärische Offensive nun auch im Nordwesten Syriens weit fortgeschritten seien.

Die Provinz Idlib im Grenzgebiet zur Türkei wird von verschiedenen Rebellengruppen gehalten, von denen die stärksten Dschihadisten im Umfeld von Al-Qaida sind. Die Türkei nimmt seit Beginn des Kriegs Einfluss auf das Gebiet. Unklar ist, wie gross er heute noch ist. Auch Ankara befürchtet im Falle einer Militäroffensive eine grosse Fluchtwelle über die türkische Grenze.

Viele Vertriebene in der Region

Schätzungsweise drei Millionen Menschen leben in der Provinz Idlib. Mehr als die Hälfte sind Vertriebene aus anderen Regionen Syriens. Unter ihnen ehemalige Aufständische, die aus Rebellengebieten nach Idlib deportiert wurden, die von Assads Truppen bereits früher zurückerobert wurden.

Die syrische Armee liess Flugblätter abwerfen, rief die Bevölkerung auf, sich von den Rebellen loszusagen. Sie appellierte gleichzeitig an die Aufständischen in Idlib, auch in diesem letzten grossen Rebellengebiet Syriens die Waffen zu strecken.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Wo bleiben die vom Westen unterstützten demokratischen oppositionellen Kräfte? Seltsam, wenn der so mächtige Westen es nicht verhindern kann, dass statt dessen Islamisten die Opposition im Lande anführen. Wer unterstützt diese? Diese Unterstützer müssten mächtiger sein als der Westen. Was tut der Westen gegen diese Unterstützer? Warum kämpft der Westen nicht an der Seite Russlands gegen die Islamisten? Möchte der Westen das Land von Islamisten überrannt sehen, wie in Libyen?
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Angriff wird in nächsten Tagen beginen. Türkei versucht mässige zu retten, aber Iraner und Russen lassen nicht mehr darüber reden. Es ist Frage, wie weit wird SAA gehen? Es gibt Hinweise, dass eine kleine enge Streife an türische Grenze wird verschont um restliche Islamisten und ihre Familien dort zu behalten. Türkei will sie nicht aufnehmen. Es gibt mehrere Videos von SAA Komandos welche sich schon hinter islamistische linien abgesetzt haben.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Ein Status Quo mit Kalifat in Idlib wäre für Westen ok aber sicher nicht für Syrien. SAA wird Idlib aufreumen. Gestern hat 4 Division Stellung bezogen und Tiger Einheiten sind auch vor Ort. Artelerie Vorbereitung sollte schon beginen, aber Türkei hat noch 1 Woche Zeit verlangt um Islamisten zu überreden Kompromisse einzugehen. Weisse Helme haben auch Chlor nach Idlib gebracht, so das wir auch von Gift Anschlägen lesen werden. NATO wird auch paar Tomahawks abschissen. Alles bereit für Finale.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Alles bereitf fürs Finale. Und wer denkt an die Menschen, die sich dahin gerettet haben? Fast nicht ertragbar der Gedanke, was sie jetzt durchmachen. Das sind für mich Flüchtlinge denen geholfen werden müsste. Hier müsste die UNO Eingreifen und nicht immer nur Warnungen herausgeben.
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