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Bergungsteam im Absturzgebiet in den französischen Alpen.
Legende: Im Absturzgebiet wird nun auch Lasertechnik eingesetzt. Reuters
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International Lufthansa wusste schon 2009 von Depressionen des Co-Piloten

Neue Erkenntnisse über den Co-Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine: Nach Angaben der Lufthansa informierte er diese während der Ausbildung selbst über eine abgeklungene Depression. Für Aufsehen sorgen Berichte über ein Video. Dieses soll angeblich die letzten Sekunden an Bord zeigen.

Der Copilot der abgestürzten Germanwings-Maschine hat die Lufthansa bereits im Jahr 2009 als Flugschüler über eine «abgeklungene schwere depressive Episode» informiert. Das teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit.

Darin heisst es weiter, die Lufthansa habe der Staatsanwaltschaft Düsseldorf nach weiteren Recherchen neue Unterlagen übergeben – darunter auch den Email-Verkehr des späteren Co-Piloten mit der Verkehrsfliegerschule, in dem er von der Erkrankung schrieb.

Der Co-Pilot wird verdächtigt, am vergangenen Freitag eine Maschine der Lufthansa-Tochter Germanwings in den französischen Alpen zum Absturz gebracht zu haben. Mit ihm starben dabei 149 Menschen.

Boulevardblätter besitzen angeblich Video der letzten Sekunden

Von den letzten Sekunden an Bord der Maschine gibt es möglicherweise ein Video. Das deutsche Boulveardblatt «Bild» und die französische «Paris Match» berichteten am Abend, Journalisten ihrer Zeitungen hätten die Sequenz anschauen können. Das Video sei am Unglücksort von einer Person gefunden worden, die zum Kreis der Ermittler gehöre.

Video
Lufthansa wusste von Depression des Co-Piloten
Aus Tagesschau vom 31.03.2015.
abspielen

Die Aufnahmen sollen unter anderem belegen, dass die Passagiere an Bord gewusst hätten, in welch verzweifelter Lage sie sich befanden, berichtete «Bild». In mehreren Sprachen sei der Ausruf «Mein Gott» zu hören. Der Zeitung zufolge ist die Szenerie an Bord chaotisch und völlig verwackelt, einzelne Personen seien nicht identifizierbar. Die Echtheit des Videos sei unzweifelhaft.

Der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin erklärte auf Anfrage der Deutschen-Presse-Agentur, er wisse nichts von einem solchen Fund. Es seien eine Reihe von Handys gefunden worden, die noch ausgewertet würden. Sie seien aufgrund des Aufpralls aber in einem sehr schlechten Zustand. «Ich weiss nicht, ob sie ausgewertet werden können.»

Suche an der Absturzstelle geht weiter

An der Absturzstelle haben Experten und Polizisten ihre Suche nach den sterblichen Überresten der Opfer abgeschlossen. Es gebe keine Leichen mehr am Absturzort, sagte ein Vertreter der Gendarmerie am Dienstagabend. Hingegen geht die Suche nach dem zweiten Flugschreiber weiter. «Mit Stangen wird in der losen Erde sondiert», hiess es bei der Polizei. «Wir vermuten, dass die Blackbox verschüttet wurde.»

Für die Luftfahrtermittlungsbehörde BEA in Paris sind die Ermittlungen auch mit der Auswertung des Voice-Recorders noch nicht abgeschlossen. Die Suche konzentriert sich gemäss der Behörde auf mögliche Systemfehler. Insbesondere das Schliesssystem der Cockpit-Türen soll näher untersucht werden.

Dabei gehe es auch um die «Abläufe beim Eintritt und beim Verlassen des Cockpits». Die BEA verwies zudem ausdrücklich darauf, dass die Kriterien und Abläufe zum «Erkennen bestimmter psychologischer Profile» unter die Lupe genommen werden sollten.

Der Airbus A320 von Germanwings war nach Erkenntnissen der Ermittler vor einer Woche offenbar absichtlich vom Co-Piloten zum Absturz gebracht worden.

Einsatz von Lasertechnik

Die französische Ermittlungsbehörde will auch den technischen Ablauf des Fluges genauer untersuchen. In einer Erklärung hiess es weiter, sie wolle sich dabei vor allem auf genauere Auswertungen der Aufnahmen auf dem gefundenen Stimmrekorder des Airbus stützen sowie auf weitere verfügbare Flugdaten.

Identifizierung

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Die gerichtsmedizinischen Abklärungen kommen schneller voran als bislang angenommen. «Bis spätestens Ende der Woche ist es möglich, alle Opfer zu identifizieren», sagte Frankreichs Präsident François Hollande bei einem Besuch in Berlin.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe , Gwatt
    Ich glaube nicht, dass wir die Wahrheit wissen werden. Durch das viele Verheimlichen von Tatsachen wird man immer unsicherer. Jeder kann sich aber vorstellen, was da alles hätte sein können. Die vielen Ungereimtheiten helfen auch nicht weiter. So entwickelt sich nun bei jeder Person ihre eigene Vorstellung. Meinen Traum in der letzten Nacht möchte ich auf jeden Fall hier nicht erzählen.
  • Kommentar von Joyce Schmid , zihlschlacht
    Antwort zu Pia Müller. Ich würde auch gern glauben, dass niemand Schuld trägt. Aber nur wenn alle mitbeteiligte Schuld/Verantwortliche entdeckt werden, kann etwas unternommen werden um eine solche Katastrophe in der Zukunft zu vermeiden. Ein Soziopath (jemand mit geringen Gewissen) versteht es gut, seine Absichten zu verstecken. Da kann ein medizinischer Arzt nicht durchblicken. Dazu braucht es ein Spezialist, der sich mit solchen Persönlichkeitsstörungen sehr gut auskennt.
    1. Antwort von E. Waeden , Kt. Zürich
      "Jemand mit geringem Gewissen, versteht gut, seine Absichten zu verdecken. Dazu braucht es ein Spezialist." Wie jetzt? Kann ein medizinischer Arzt da nicht durchblicken, wie soll er dann erkennen, dass es für diesen Patienten einen Spezialisten braucht?
    2. Antwort von Christa Wüstner , Reinach
      Ein Allgemeinmediziner kann schon durchblicken. Der Patient braucht ja spezielle Medikamente. Und wenn er die verlangt, muss der Arzt handeln. Er darf sie ihm nicht wie Schmerzmedikamente verschreiben. Er wird ihn überweisen. Alles andere liegt in der Verantwortung des Facharztes.
  • Kommentar von P. Stalder , Luzern
    "Lufthansa wusste schon 2009 von Depressionen des Co-Piloten": Zum Glück wissen wir nicht alles, was die Lufthansa wusste und weiss...
    1. Antwort von E. Waeden , Kt. Zürich
      Zum Glück wissen wir nicht alles, was alle Airlines auf der ganzen Welt über ihre Piloten inkl. Kabinenpersonal wissen. Wüssten wir alles, würde vermutlich keiner mehr fliegen wollen, oder es würden viele Maschinen am Boden bleiben, weil das Personal fehlt.