Frankreich wählt Macron auf dem Weg zur absoluten Mehrheit

In Frankreich hat die zweite Runde der Parlamentswahl begonnen. Dabei steuert der sozialliberale Staatschef Emmanuel Macron auf einen Triumph zu.

Emmanuel Macron lächelt siegessicher Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein neuer Sonnenkönig? Macrons Partei dürfte laut letzten Umfragen mehr als 400 der 577 Abgeordnetenmandate gewinnen. Keystone

Die letzten Wahllokale schliessen um 20.00 Uhr. Unmittelbar danach wird mit ersten Ergebnissen gerechnet. Der neue Präsident kann auf einen Grosserfolg hoffen.

Letzten Umfragen zufolge dürfte Macrons Partei La République en Marche zusammen mit der verbündeten Zentrumspartei MoDem mehr als 400 der 577 Abgeordnetenmandate gewinnen. Das liegt weit über den für eine absolute Mehrheit notwendigen 289 Sitzen. Zwei Institute hielten sogar bis zu 470 Sitze für möglich.

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Schleppender Auftakt

Bei der entscheidenden Runde der Wahl in Frankreich zeichnet sich eine geringe Beteiligung ab. Bis Mittag gaben rund 17,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab – nochmals weniger als beim ersten Wahlgang vor einer Woche um die gleiche Zeit.

Reformkurs zum Greifen nah

Mit einer absoluten Mehrheit hätte Macron freie Fahrt für seinen Reformkurs, mit der er der französischen Wirtschaft neuen Schwung verschaffen will. Der vor einem Monat gewählte Staatschef plant unter anderem im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts.

Geringe Wahlbeteiligung als Wermutstropfen

Bereits in der ersten Wahlrunde vor einer Woche hatte sich ein haushoher Sieg für Macron abgezeichnet. Getrübt wurde das starke Votum für ihn allerdings durch eine geringe Wahlbeteiligung. Sie lag bei knapp 49 Prozent und dürfte in der Stichwahl Erhebungen zufolge noch um einige Punkte abrutschen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Macron auf Kurs

    Aus Tagesschau vom 12.6.2017

    Der französische Präsident hat mit seiner Bewegung «La République en Marche» die Parlamentswahlen für sich entschieden. Einschätzungen von SRF-Korrespondentin Alexandra Gubser.