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International Marokkaner diskriminiert – Wilders muss vor Gericht

Über 6400 Anzeigen sind gegen den rechtspopulistischen niederländischen Politiker Geert Wilders eingegangen – jetzt auch eine der Staatsanwaltschaft. Wilders hatte in einer im Fernsehen übertragenen Veranstaltung seine Anhänger angestachelt, gegen Marokkaner zu hetzen.

Geert Wilders.
Legende: Geert Wilders verteidigt sich. Er habe nur aufgenommen, was Millionen Menschen denken. Keystone

Gegen den rechtspopulistischen niederländischen Politiker Geert Wilders hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Diskriminierung und Hetze gegen Marokkaner erhoben. Er werde beschuldigt, «eine spezifische Gruppe der Bevölkerung wegen ihrer Rasse beleidigt zu haben», erklärte die Staatsanwaltschaft.

Die Klage geht auf einen Zwischenfall bei einer Wahlkampfveranstaltung im März in Den Haag zurück. In einem Café fragte Wilders seine Anhänger, ob sie mehr oder weniger Marokkaner in der Stadt haben wollten.

24 Stunden Polizeischutz

Die Reaktion war ein Sprechchor: «Weniger, weniger, weniger!» Wilders antwortete darauf mit einem Lächeln und den Worten: «Wir werden uns darum kümmern.» Die Veranstaltung wurde im Fernsehen landesweit übertragen. Bei der Polizei gingen daraufhin 6400 Anzeigen ein.

Wilders, dessen rechtspopulistische Partei der Freiheit (PVV) Umfragen zufolge in der Wählergunst führt, nahm die Klage gelassen auf. Er habe nur die Wahrheit ausgesprochen. «Ich habe gesagt, was Millionen Menschen denken und glauben.» Die Staatsanwaltschaft solle lieber Dschihadisten jagen als ihn. Anscheinend gefalle der Elite des Landes nicht, dass seine Partei in den Umfragen führe.

Der Politiker tritt seit Jahren mit islamfeindlichen Positionen auf. Dies machte ihn zum Ziel von Todesdrohungen. Derzeit steht er rund um die Uhr unter Polizeischutz.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Jeanôt Cohen, Thun
    Eine Gruppe verursacht erhebliche overlast und schränkt die Bewegungsfreiheit von die einheimischen stark ein. Wenn dann verlangt wird das dieser Gruppe verkleinert sollte werden, hatt dies nicht mit diskriminieren zu tun. Nur die unfähige Politiker in der nl möchte eine Sündenbock.
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  • Kommentar von P.Meier, Zürich
    Meinungsfreiheit und Redefreiheit werden in Europa immer weiter eingeschränkt. Gleichzeitig wird von anderen Ländern (z.b. Russland, China) gefordert mehr Meinungs- und Redefreiheit zu zulassen. Diskriminierungs-Verbote dürfen nicht als Vorwand dienen, um Menschen in ihrer Meinungs- und Redefreiheit einzuschränken.
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  • Kommentar von Sandra Sutter, Erlenbach
    Er hat den Leuten eine Frage gestellt. Es ist sehr wohl wichtig, welche Leute in deiner Umgebung leben und welche Werte ihnen wichtig sind.
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