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Massenpanik in Club Sechs Menschen sterben an Konzert in Italien

Legende: Video Massenpanik in italienischer Disco abspielen. Laufzeit 00:54 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.12.2018.
  • Bei einer Massenpanik in einer Diskothek in der Nähe der italienischen Hafenstadt Ancona an der Adria sind am frühen Morgen sechs Menschen ums Leben gekommen und über hundert verletzt worden.
  • Sie waren am Konzert des Rappers Sfera Ebbasta, als plötzlich Reizgas in der Luft war.
  • Laut Zeugen waren einige Notausgänge gesperrt, weshalb alle zum einzig offenen Ausgang flüchteten.

Rund 1000 Musikliebhaber hatten sich in der Diskothek «Lanterna Azzurra» (Blaue Laterne) in Madonna del Piano in der Gemeinde Corinaldo zum Konzert des in Italien überaus beliebten Rappers Sfera Ebbasta eingefunden, als ein Unbekannter in dem Gedränge Reizgas versprühte.

Darauf brach Panik aus und die Menschen drängten sich zu den Ausgängen. Einige von diesen waren aber gesperrt, berichteten Zeugen. Die Personen stürmten daraufhin auf den einzig offenen Ausgang zu.

Die Verletzten sind mehrheitlich Minderjährige

Nach ersten Medienberichten wurden etwa 120 meist junge Menschen verletzt, zehn von ihnen schwer. Sie wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Sanitäter berichteten, viele der Verletzten hätten in dem Gedrängel teils schwere Quetschungen, aber auch Knochenbrüche davongetragen.

Gemäss dem Polizeichef handelt es sich bei den Todesopfern um drei Mädchen, zwei Knaben und eine Frau, die ihre Tochter in den Club begleitet hatte.

Vor der Diskothek in dem kleinen beschaulichen Ort Corinaldo fuhren Dutzende von Krankenwagen, Feuerwehren und Polizeifahrzeugen auf. Die Polizei nahm unmittelbar nach der Versorgung der Verletzten die Ermittlungen zu den Ursachen auf.

Salvini: «Pflicht, Verantwortliche zu finden»

Der italienische Innenminister Matteo Salvini hat den tragischen Vorfall kommentiert: «Mit 15 Jahren darf man so nicht sterben», sagt er und hat eine Schweigeminute während einer geplanten Kundgebung seiner Partei in Rom angekündigt.

Es sei eine Pflicht, «die Verantwortlichen für die sechs entrissenen Leben zu finden, diejenigen, die aus Boshaftigkeit, Dummheit oder Habgier einen Party-Abend in eine Tragödie verwandelt haben».

Rapper zeigt sich auf Instagram betroffen

Der Rapper Sfera Ebbasta drückt auf Instagram den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Er ruft seine Fans dazu auf, darüber nachzudenken, wie dumm und gefährlich der Einsatz von Pfefferspray in einer Disko sein kann. «Die Musik sollte ein Instrument sein, das Menschen verbindet. Ich hoffe sie wird es wirklich mal.»

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