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Mehr als 2000 Flüchtlinge erreichen auf Booten Lampedusa
Aus Tagesschau vom 10.05.2021.
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Mehrere Rettungsschiffe Über 2000 Bootsmigranten kommen in Lampedusa an

  • Auf der kleinen italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa sind innerhalb kurzer Zeit mehr als 2000 Bootsmigrantinnen und -migranten angekommen – und weitere Boote werden noch erwartet.
  • Private Seenotretter werden von Rom trotzdem weiter ausgebremst.
  • Derweil mehren sich die Alarmrufe in Italien. Die Zahl der Ankünfte von Migrantinnen und Migranten hat sich im Vergleich zum Vorjahr insgesamt verdreifacht.

In der Nacht zu Montag hatten Patrouillenschiffe vor Lampedusa mehrere hundert Menschen aus kleinen Booten aufgenommen und an Land gebracht. Andere erreichten laut der Nachrichtenagentur Ansa selbst die Küste. Damit sei die Zahl der Männer, Frauen und Kinder, die auf der Insel innerhalb von 24 Stunden bei 20 Anlandungen registriert wurden, auf 2128 gestiegen.

Lampedusa liegt zwischen Nordafrika und der Hauptinsel Sizilien, zu der das Eiland verwaltungsmässig gehört. Auf Lampedusa leben normalerweise rund 6000 Einwohner.

Niemand rührt einen Finger, weder in Rom noch in Brüssel
Autor: Nello MusumeciSizilianischer Regionalpräsident

Gutes Wetter und ruhige See

Der sizilianische Regionalpräsident Nello Musumeci sprach von einem «menschlichen Drama der Migranten im Mittelmeerraum», das ungelöst sei. Jeder wisse, dass in den kommenden Wochen viele Migrantinnen und Migranten auf dem Meer sterben würden. «Aber niemand rührt einen Finger, weder in Rom noch in Brüssel», schrieb er auf Facebook. Nach UNO-Angaben starben in diesem Jahr mehr als 500 Menschen im zentralen Mittelmeer.

In den vergangenen Wochen hatten auch private Seenotretter auf dem Mittelmeer beobachtet, dass sich wieder sehr viele Migrantinnen und Migranten in Schlauchbooten und kleinen Holzschiffen auf die gefährliche Fahrt Richtung Europa machen, oft von Libyen und Tunesien aus. Ein Grund sei das gute Maiwetter mit oft ruhiger See, hiess es.

Drei Mal mehr Ankünfte als im Vorjahreszeitraum

Seit Beginn des Jahres kamen nach einer Zählung des Innenministeriums in Rom bis Montagmorgen insgesamt fast 12'900 Migrantinnen und Migranten nach Italien. Vor einem Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt gut 4180. Besonders viele stammen aus Tunesien, der Elfenbeinküste und aus Bangladesch.

Rechte Parteien, darunter die mitregierende Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini, warnten am Wochenende vor «Tausenden illegalen Einwanderern». Salvini teilte mit, dass er mit Innenministerin Luciana Lamorgese gemeinsam nach Lösungen suchen werde.

Crew von «Sea-Watch 4» in Sorge

Rom ist bemüht, Bootsmigrantinnen und -migranten schnell innerhalb der Europäischen Union (EU) in andere Länder weiterzuverteilen. Viele dieser Länder wehren sich aber dagegen.

Derweil teilten die privaten Seenotretter von Sea-Watch mit, dass sie fürchten, ihr Schiff «Sea-Watch 4» könnte wegen einer Behörden-Anordnung länger im Hafen der sizilianischen Stadt Trapani festgehalten werden. Dort waren die Retterinnen und Retter in der vergangenen Woche mit mehr als 450 Bootsmigrantinnen und -migranten angekommen.

SRF 4 News, 10.05.2021, 5 Uhr;

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61 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Trefzer  (ttre)
    Grundsätzlich ist es wohl reine Glückssache wo man auf diesem Planeten zur Welt kommt und dann lebt. Also alle die jetzt über Flüchtlinge herziehen sollten sich dessen bewusst sein. Seid dankbar und helft mit das Elend zu mindern. Danke ;-).
  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Mia wünschen sich ein besseres Leben! Viele Migranten aus 3.Ländern verlassen ihre Heimat für eine Kultur, mit der sie sich nie befasst haben, leider oft nicht befassen wollen oder gar ablehnen, so kaum glücklich werden können, aber dennoch bleiben. Keine gute Voraussetzung für Integration. Einwanderungsländer wie AUS, CAN etc stellen deshalb an Migranten bedacht Forderungen wie Sprache, Leumund, Ausbildung, Jobnachweis, Kontoauszüge usf. Und hier?
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Das Umland von Temeswar wird zur Drehscheibe für Migranten: Sie campieren im Gebüsch und versuchen, auf Lkw aufzuspringen, die aus Rumänien nach Westeuropa fahren - ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei. Mit dem Lkw aus Rumänien in den Westen - nach Frankreich, Italien oder Deutschland - diesen Plan haben hier auch andere Menschen ohne dafür gültige Papiere. In Temeswar sind zur Zeit etwa 200 Menschen. Temeswar im Dreiländereck Rumänien-Serbien-Ungarn ist zu einer Art Drehscheibe geworden.