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International Merkel kritisiert Russland mit deutlichen Worten

Die deutsche Bundeskanzlerin fordert schärfere Sanktionen gegen Russland. Das Land versuche, unter Einsatz von Gewalt die bestehenden Grenzen zu verschieben.

Legende: Video Die Nato drängt auf eine härtere Gangart abspielen. Laufzeit 01:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.09.2014.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert Putin scharf. Sie wirft Russland vor, im Ukraine-Konflikt gewaltsam die Grenzen verändern zu wollen. «Russland unternimmt den Versuch, bestehende Grenzen unter Androhung oder sogar unter Einsatz von Gewalt zu verschieben», sagte sie. «Es wird immer klarer: Es handelte sich von Anfang nicht um einen Konflikt innerhalb der Ukraine, sondern um eine Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine.»

Mit diesem Vorgehen verletze Russland die Grundfesten der europäischen Nachkriegsordnung, so Merkel. Ein solcher Bruch des Völkerrechts dürfe nicht ohne Folgen bleiben, weshalb die EU nun weitere Sanktionen gegen Russland prüfe.

Auch der britische Premierminister David Cameron kritisiert Russland. Die Präsenz russischer Trupppen in der Ukraine sei nicht akzeptabel. Wenn Russland seine Politik nicht ändere, werde sich das Verhältnis zum Rest der Welt «radikal verändern».

Karte der Ukraine
Legende: In Lugansk bekämpfen sich laut Kiew Separatisten und die Armee. SRF

Armee gegen russische Panzer

Derweil meldet Kiew, dass sich die ukrainische Armee vom Flughafen Lugansk zurückgezogen habe. Dies, nachdem die Soldaten laut Kiew gegen russische Panzerbataillons gekämpft haben. In den vergangenen 24 Stunden seien sieben Soldaten getötet worden.

Gleichzeitig haben pro-russische Separatisten nach eigener Darstellung erneut ein Kampfflugzeug und zwei Militärhubschrauber abgeschossen. Sie behaupteten zudem, erstmals im Asowschen Meer zwei Boote der ukrainischen Küstenwache versenkt zu haben.

Schüsse auf Schiffe

Der ukrainische Grenzschutz bestätigte, zwei seiner Schiffe seien am Sonntag in der Nähe der Hafenstadt Mariupol unter Beschuss geraten. Zwei Besatzungsmitglieder gelten als vermisst. Örtliche Medien machten Russland für den Vorfall verantwortlich.

Laut den Aufständischen sind zudem rund 100 Soldaten bei Gefechten in der Region Donezk verletzt oder getötet worden. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Montagmorgen von einer «direkten und offenen Aggression» gesprochen, die Russland gegen sein Land begonnen habe.

Kreml widerspricht

Moskau bestreitet weiterhin, in die Kämpfe involviert zu sein. Vielmehr wirft Putin der Ukraine vor, direkte politische Gespräche mit den Separatisten zu verweigern. Der Kreml fordert eine sofortige Waffenruhe in der Ostukraine.

Der russische Aussenminister Sergei Lawrow verlangt, dass sich die ukrainischen Regierungstruppen von den Stellungen zurückziehen, von denen aus sie zivile Ziele unter Beschuss nehmen könnten. Zudem erklärte Lawrow, es werde keine russische Militärintervention in der Ukraine geben.

Separatisten nehmen an Treffen teil

Der mündliche Schlagabtausch kommt vor einem Treffen der Kontaktgruppe in Minsk. Die Gruppe besteht aus Vertretern der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Erstmals soll auch ein Gesandter der Separatisten aus der Ostukraine teilnehmen.

Sie wollen dabei auf die Anerkennung eines unabhängigen Staates in der Ostukraine drängen. Im Gleichtakt mit Lawrow sagte der «Vize-Premierminister» der nicht anerkannten «Volksrepublik» Donezk, Andrej Purgin, es solle bei den Gesprächen auch um eine Waffenruhe und den Austausch von Gefangenen gehen.

Russland warnt vor Sanktionen

Der russische Aussenminister Lawrow warnte vor weiteren Sanktionen des Westens gegen Russland. Sein Land werde alles daran setzen, seine Bürger und seine Wirtschaft vor Strafmassnahmen zu schützen.

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135 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Ein altes Sprichwort sagt, einen Feind den du nicht besiegen kannst den mach dir zum Freund, und ganz so daneben ist diese Aussage nicht. Wir hatten mit Russland einen verlässlichen Handelspartner bis Frau Merkel und Steinmeier auf die Idee kamen den Ukrainischen Rumpelstilzchen avancen zu machen und sie in der EU und Nato einverleiben wollten, aber ohne den Osten geht das nicht, denn sonst würden die Schulden der Ukraine an der EU hängen bleiben. Zudem Putin hat man unterschätzt.
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Warum hat sich die Kanzlerin so gegen Putin verbissen? Nun, das ist relativ einfach zu beantworten, sie steht für die EU und wollte die Ukraine mit allen Mitteln dabei und in der Nato haben, nur ist aber die Ukraine ohne den Osten wertlos, ein weiterer Schuldenberg. Und Putin ? Er will die Nato nicht näher an seiner Grenzen schon der Raketengürtel gegen den Iran war ein Vorwand und für Putin eine bittere Pille denn er weiss das diese gegen ihn gerichtet sind. Ein Interessenkonflikt.
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  • Kommentar von A.Frei, Widnau
    Ich kann nur sagen,ich bin am Boden zerstört über die Arbeit dieser Kanzlerin und noch viel mehr über die Rede des Bundespräsidenten Herr Gauck,Gestern in Danzig.Auf Süddeutsche.de gibts die Rede im Wortlaut nachzulesen.Das alles am Jahrestag des Kriegsbeginns!Grad von Deutschland hätte ich an diesem Tag etwas anderes erwartet. Mehr Friedensförderung anstatt Säbelrasseln.Deutschland missachtet Krims Volkswillen und provoziert die russische Föderation aufgrund Kiewer Enten.OSZE wird ignoriert!
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    1. Antwort von Roger Stahn, Fraubrunnen
      A.Frei- Das war im Kosovokrieg auch schon, dass die OSZE ignoriert, ja sogar als Spionageeinrichtung für NATO Bombenziele herhalten musste. Seien Sie zuversichtlich, am Ende hat die EU- Bevölkerung noch ein Wörtchen mitzureden. Vielleicht erleben wir wieder massive Friedensdemonstrationen, wie damals beim Irakkrieg, wo dann Herr Schröder genug Mut hatte dem Volk zu folgen & der USA eine Absage erteilte.
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    2. Antwort von Markus Meier, Bern
      @Roger Stahn - Tja, bellt der imperialistische Hund, wackeln wir Europäer brav mit dem Schwanz. Was sich die USA + ihre europ. Hintersassen im Balkan geleistet haben, wollen sie den Russen verbieten. Und nachdem sie das Ukraine-Problem grobfahrlässig provoziert haben, drohen sie jetzt Putin und rasseln mit ihren Säbeln. Wir sollten endlich einsehen, dass "unsere US-Freunde" keine Freunde, sondern mindestens ebenso imperialistische Machtpolitiker und knallharte Profiteure sind wie die Russen.
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    3. Antwort von Werner Christmann, Stein am Rhein
      Markus Meier: Sehr gut formuliert!!!
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    4. Antwort von Roger Stahn, Fraubrunnen
      Tja, so sieht's wohl aus, Markus Meier. Jedoch hätte eine intelligente EU-Politik dies verhindern können. Als Bürger darf man doch davon ausgehen, dass die verantwortlichen Politiker ein Mindestverständnis von Geschichte, wirtschaftlichen Zusammenhängen & den Bedingungen für ein friedliches Zusammenleben der Völker mitbringen...?
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