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Merkel vor den Medien «Wir wollen diese Zölle nicht»

Angela Merkel stellt sich den Berliner Journalisten – und spricht über Trump, den Asylstreit und ihre Zukunft.

Legende: Audio Gelassen in den Sommerurlaub abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
01:09 min, aus Echo der Zeit vom 20.07.2018.

Traditionell tritt die Bundeskanzlerin vor ihren Sommerferien vor die Presse der deutschen Hauptstadt. Dabei gaben besonders diese Themen zu reden:

Die Beziehung zu den USA: Die drohenden US-Zölle auf Autos aus der EU seien nicht mit Regeln der Welthandelsorganisation WTO vereinbar, sagt Merkel. Sie stellt klar: «Wir wollen diese Zölle nicht.» Diese seien eine Gefahr für die Prosperität vieler in der Welt. Führen die Verhandlungen der EU mit den USA nicht zum Erfolg, müsse sich die EU mit Gegenmassnahmen beschäftigen. Das wäre für Merkel aber die «schlechteste Möglichkeit».

Denn Merkel möchte mit den USA weiter nach gemeinsamen Lösungen suchen. Die USA blieben für Deutschland trotz Meinungsverschiedenheiten ein wichtiger Partner, so Merkel. Es lohne sich, Konflikte gemeinsam zu lösen. Die internationale Zusammenarbeit sei mit Trumps Amtsübernahme aber schwieriger geworden: «Der für uns gewohnte Ordnungsrahmen steht stark unter Druck.»

Das Gipfeltreffen von Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin wertet sie positiv: Es müsse wieder Normalität werden, dass sich die Präsidenten der USA und Russlands treffen.

Angela Merkel und Donald Trump am G7-Gipfel
Legende: Zwei, die sich in kaum einem Punkt ähneln: Angela Merkel und Donald Trump, hier am diesjährigen G7-Gipfel. Keystone

Der Asylstreit in der Union: Merkel glaubt, dass der Zwist mit CSU-Chef Horst Seehofer Politikverdruss erzeugt habe. Daher müssten künftig Probleme «in anderer Tonalität» gelöst werden. Am Ende der Auseinandersetzung sei aber ein Weg gefunden worden, der beiden Koalitionspartnern passe. Vor diesem Hintergrund könne die Zusammenarbeit mit Seehofer auch funktionieren.

Ihrer Autorität habe der Asylstreit nicht geschadet, sagt Merkel. An einen Rücktritt habe sie während den Auseinandersetzungen mit Seehofer nie gedacht.

Horst Seehofer und Angela Merkel
Legende: Dünne Luft in der Union: Merkel und CSU-Vorsitzender Horst Seehofer haben turbulente Wochen hinter sich. Keystone

Die Verteidigung: Angesichts der Kritik Trumps, Deutschland würde zu wenig zur Nato beitragen, verweist die Kanzlerin auf die gestiegenen Verteidigungsausgaben Deutschlands. Sie bemängelt aber auch die mangelnde Effizienz im europäischen Militär. Es gebe zu viele verschiedene Waffensysteme, eine Vereinheitlichung sei notwendig.

Ursula von der Leyen und Angela Merkel
Legende: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Merkel sind sich in ihrem Kurs weitgehend einig. Keystone

Die Zukunft: Sie möchte die gesamte Wahlperiode im Amt bleiben, betont Merkel. Schliesslich habe sie sich für eine ganze Legislaturperiode zur Verfügung gestellt. Auf die Frage hin, ob sie auch eine weitere Wahlperiode machen würde, entgegnet die Kanzlerin: «Es gibt für alle Dinge einen geeigneten Zeitpunkt.»

Legende: Video Vor allem das Verhältnis zu Trump interessiert abspielen. Laufzeit 01:16 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 20.07.2018.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Die Dame hat unglaubliches Sitzleder. Die wird die ganze Amtsperiode aussitzen, die Probleme ebenso. Lösungen hatte sie bis anhin keine, Visionen so wie so nicht.
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  • Kommentar von Peter Frei (Peter Frei)
    "Wir wollen diese Zölle nicht" ... tja Frau Merkel, und darum machen Sie nicht dasselber mit uns, Frau Merkel. Sie wollen die Zölle nicht, und wir wollen dieses "Erpresser-Rahmenabkommen" nicht, mit der Ihr (D, die EU) mit uns umspringen könnt wie Ihr wollt, Eure Gesetze uns aufoktroyieren könnt, an unserem Parlament und Volk vorbei. Wir sind doch keine Kolonie der EU.
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  • Kommentar von Roger Stahn (jazz)
    «Sie bemängelt aber auch die mangelnde Effizienz im europäischen Militär.» Warum bemängelt sie nicht zuerst Deutschlands Militär, sie ist ja die Bundeskanzlerin Deutschlands? Die Bundeswehr ein einziger Sanierungsfall -Viele Panzer, alle U-Boote sind lahmgelegt, kaum fahrbereite Schiffe, Truppe kaputtgespart usf.- und DE Verteidigung ist somit in Frage gestellt. Den Ruf DE vorausschauend zu handeln, auf Vorsorge zu setzen, hat Frau Merkel mit der vorhergehenden und jetzigen Koalition ruiniert.
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    1. Antwort von Johannes Rösinger (JohMuc)
      Welcher Ruf? Wir brauchen keinen Ruf, Made in Germany ist was die Leute weltweit wollen und bekommen. Sicher können wir auch eine Militärmacht, eine funktionierende, aufbauen... 2% 4% 5% ... machen wir das zittert die Welt wegen der Vergangenheit. Machen wir nichts sind wir schwach... Entscheiden Sie sich!!
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    2. Antwort von Edi Steinlin (Chäsli)
      Frau Merkel ist wirklich mehr als super, zuerst die komische Panik nach Fukushima, dann Griechenland das heute mit 300 Milliarden Schulden angeblich gerettet ist und dann die Flüchtlings- Willkommenskrise. Ja Frau Merkel ist tatsächlich super.
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    3. Antwort von Jürg Brauchli (Rondra)
      @Stahn:Insofern hätte man der "Kavallerie" gelassen entgegenblicken können. Die Pferde wären im Kreis gelaufen.
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    4. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Sie haben ja aucheine völlig überzeugende Verteidigungsministerin. Sie wird immer ganz brav das machen, was Frau Merkel anordnet. Völlige Falschbesetzung für dieses Amt. Ich möchte jetzt nicht Feministinnen auf die Barrikadenbringen, aber in dieses Amt gehört ein Mann, der sich in Militärfragen auskennt.
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    5. Antwort von Peter Imber (Wasserfall)
      Herr Rösinger, im Gegensatz zu vielen bin ich auch als Schweizer nicht so DE-kritisch. Aber so super, wie Sie es stets darstellen, ist DE nun auch wieder nicht. Ihr seid nicht mal Exportweltmeister, wie ihr stets sagt. Pro Kopf der Bevölkerung exportiert z. B. die Schweiz mehr. CH macht mehr Innovationen als DE etc Ich sag das nur, weil man beim Zuhören von Leuten in DE manchmal meinen könnte, sie würden alles besser machen als alle andern. Trotzdem, Ihr Land erbringt viele gute Leidtungen.
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