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Legende: Audio Frankreich: Solidarität vor Gericht abspielen. Laufzeit 02:55 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 08.11.2018.
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Migration nach Europa Solidaritätsmarsch wird zum Gerichtsfall

Sie halfen Menschen, von Italien nach Frankreich zu gelangen. Nun wird sieben Personen in Frankreich der Prozess gemacht.

Was ist passiert? Sieben Personen stehen ab heute Donnerstag in Frankreich vor Gericht. Sie haben Ende April 2018 an einem Solidaritätsmarsch über die italienisch-französische Grenze mitgemacht. Unter den Angeklagten sind zwei junge Schweizer aus Genf. Ihnen drohen bis zu 10 Jahre Haft und bis zu 750’000 Franken Busse. An dem Marsch nahmen auch ungefähr dreissig Migranten teil. Der Marsch führte von der italienischen Gemeinde Claviere über den Montgenèverepass nach Briançon in Frankreich. Insgesamt waren etwa 200 Personen beteiligt.

Was wird ihnen vorgeworfen? Die Anklage lautet auf Beihilfe zur illegalen Einreise von Italien nach Frankreich über die grüne Grenze.

Solidaritätsmarsch als Reaktion: Der Marsch war eine Antwort auf eine Aktion der rechtsextremen Gruppierung Géneration Identitaire am Tag vorher. Rund 90 Mitglieder hatten den benachbarten Grenzpass Col de l’Echelle (italienisch: Colle della Scala) besetzt. Sie bauten mit Zelten und Zäunen eine symbolische Grenze und hatten ein Transparent dabei. Darauf stand: «Kein Durchgang – geht zurück in euer Herkunftsland».

Verschiedene Sichtweisen: Theo ist einer der beiden Schweizer, denen der Prozess gemacht wird. Er sagt gegenüber SRF: «Es geht um die Art und Weise, wie Europa Migranten aufnimmt und warum sie von vorneherein kriminalisiert werden». Für die Ankläger steht die Durchsetzung des nationalen Rechts im Vordergrund. Niemand soll ohne Papiere die Grenze überschreiten dürfen.

Grosse Unterstützung: Eine Petition, die den Freispruch der sieben Angeklagten fordert, wurde von 45’000 Menschen unterschrieben. Mehrere hundert Unterstützer haben sich mit Transparenten vor dem Gerichtsgebäude in Gap (Hautes-Alpes) eingefunden.

Wann entscheidet das Gericht? Der Termin der Urteilsverkündung ist noch offen.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Margot Helmers  (Margot Helmers)
    Bei den Artikel frage ich mich, ob Frankreich den UN Migrationspakt unterschreiben wird?
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  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Wann ist der nächste Marsch? Ich möchte da unterstützen. Es geht um die Freiheit der Menschen, gegen alle Grenzen.
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    1. Antwort von Fabio Krauss  (FabioK)
      Nur ein weiterer anonymer Marsch? Also bitte, das ist viel zu wenig. Ich würde vorschlagen, dass alle potentiellen Marschteilnehmer ein paar Flüchtlinge bei sich zuhause aufnehmen. Natürlich auf eigene Kosten, damit sich sonst niemand mit den Federn der Wohltätigkeit schmücken kann und die Bereicherung durch fremde Kulturen nur denen zuteil wird, die das auch wirklich wollen.
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    2. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @H. Buchmann
      Es ist sicher gut gemeint, solche Märsche zu unterstützen. Der Sinn von Grenzen geht aber weit über die Migration hinaus. Das Innen und Aussen von Staaten und ihren Wertsystemen definiert sich über die Grenzen. Ich bin nicht so sicher, ob es Ihnen wohl wäre, wenn die Migranten ihr Wertsystem bei uns für rechtlich relevant erklären würde. Es kommt nicht von ungefähr, dass das heutige Grenzverständnis mit dem westfälischen Frieden entstand!
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  • Kommentar von pedro neumann  (al pedro)
    Hoffentlich werden die Beteiligten konsequent verurteilt. Ansonsten mache ich auch langsam, was mir gerade so Spass macht!
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    1. Antwort von Arthur Häberli  (Arthur Häberli)
      @Neumann: Flüchtlingen zu helfen, mit ihnen zu solidarisieren ist kein Verbrechen. Es ist ein Verbrechen, ihnen nicht zu helfen. Nun kann man darüber uneins sein, wie dies aussehen soll und darf. Wer klagt die 'konsequent' an, die verursachen, nicht helfen und sogar befeuern? So gesehen, finde ich ihre Forderung richtig schlimm, Hr.Neumann. Das mit dem 'Spass macht', eine herabwürdingende Äusserungen gegenüber von Menschen die ein Gewissen haben, sich da solidarisieren, wo ihnen möglich ist.
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    2. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Spass? Diese Leute halfen Menschen in Not, und das sicher nicht aus Spass. Lustig wars wohl auch nicht.
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    3. Antwort von Konrad Schläpfer  (Koni)
      @ Häberli / Steiner
      So gross kann die Not nicht gewesen sein wenn sie von Italien nach Frankreich flüchten. Beides absolut sichere Staaten.
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