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Migrationskrise in Südamerika Brasilien reagiert auf Flüchtlingsstrom aus Venezuela

Legende: Video Brasilien reagiert auf Flüchtlingsstrom abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.08.2018.
  • Brasiliens Präsident hat Soldaten an die Grenze zu Venezuela geschickt.
  • Der Militäreinsatz in dem nördlichen Bundesstaat Roraima dauere zunächst zwei Wochen, erklärte Staatschef Michel Temer am Dienstag.
  • Ziel sei es, die «Sicherheit für brasilianische Staatsbürger, aber auch für aus ihrem Land flüchtende Venezolaner» zu gewährleisten, so Temer.

Die Krise in Venezuela bezeichnete der brasilianische Staatspräsident als «tragisch». Diese bedrohe «die Harmonie praktisch des ganzen Kontinents». Die internationale Gemeinschaft müsse diplomatische Massnahmen ergreifen, damit diese Flüchtlingsströme bewältigt werden können, sagte Temer.

Vor zehn Tagen war es im brasilianischen Bundesstaat Roraima zu fremdenfeindlichen Übergriffen gegen Migranten gekommen. Beim nun angekündigten Militäreinsatz gehe es im Wesentlichen darum, dass die Armee Polizeifunktionen übernehme, erklärt SRF-Korrespondent Ulrich Achermann.

Grösster Flüchtlingsstrom Lateinamerikas

Dass die Grenze zum Nachbarland Venezuela geschlossen werde, habe die Regierung in Brasilia verneint. «Das ginge auch nicht, weil internationale Verpflichtungen dies unmöglich machen», so Achermann weiter.

Hunderttausende Venezolaner sind in den letzten Monaten auf der Flucht von Hunger und Elend ins Ausland geflohen. Nach Angaben der UNO haben 2,3 Millionen Menschen den einst reichen Erdölstaat verlassen. Laut Achermann ist es der grösste Flüchtlingsstrom, den es je gegeben hat in Lateinamerika.

Peru: Bereits schärfere Einreisebestimmungen

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  • In der vergangenen Woche führte Peru schärfere Einreisebestimmungen für Venezolaner ein.
  • Tausende Migranten versuchten daraufhin, noch vor Inkrafttreten der neuen Regeln über den Landweg in das Andenland zu gelangen.
  • Gemäss der Regierung in Lima sind bereits über 400'000 Venezolaner nach Peru gereist.

Temer warf dem venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro vor, eine Migrationskrise ausgelöst zu haben, die die Nachbarländer Venezuelas zunehmend überfordere. Fraglich ist, ob Maduro überhaupt motiviert ist, den Exodus aus seinem Land zu stoppen. Der SRF-Korrespondent bezweifelt dies. Denn: «Die Leute, die das Land verlassen, schicken Geld nach Hause und helfen so vielen Familien, mindestens das Nötigste kaufen zu können.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Ein Land das alles hätte ausser Ehrlichtkeit Fleiss und Kreatifität bringt sich selbst und andere in solche Schwierigkeiten, einfach unglaublich.
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  • Kommentar von Arthur Meili (Arthur Meili)
    Waehrend in Brasilien, aus Geldmangel, die Leute an einfachen Krankheiten sterben (die oeffentlichen Spitaeler funktionieren hoechst prekaer), rettet die Schweiz Fische, wegen zu warmen Wasser. Wie kann Brasilien den Fluechtlingen aus Venezuela helfen, wnn man nicht mal Geld hat fuer die eigene Bevoelkerung.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Wo bleibt der massive Aufschrei der Presse, der mediale Shitstorm gegen Brasilien? Ich vermisse die impliziten Maipulationen, Brasilien hätte das gefälligst auszuhalten. Halt eben ganz analog zur Migrationsberichterstattung in Europa. Gibt es in diesem Fall wohl keine interessensstarke Stakeholder, welche die Presse dazu befeuern könnten...?
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    1. Antwort von Stefan Huwiler (huwist)
      Wenn ich das richtig lese werden die Sicherheitskräfte geschickt um sowohl Einheimische wie auch Migranten zu schützen bzw. Ordnung herzustellen. Der Aufschrei (nicht nur der Presse) erfolgt jeweils gegen die Errichtung von Zäunen, Mauern und Polizei/Militärsperren gegen Migranten ohne Lösung der Migrationsursache. So wie in Europa gefordert und von populistischen Regierungen auch umgesetzt.
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