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International Millenniumsziele: Geht es der Welt tatsächlich besser?

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verkündete jüngst: Die UNO habe fünf von acht Millenniums-Zielen erreicht. Eigentlich erfreulich. Doch: Die ungelösten Probleme sind umso schwerwiegender.

Im Juli 2013 hat die UNO einen Bericht zu den Millenniumszielen vorgelegt. Seither steht fest: Fünf von acht Millenniumsziele wurden erreicht, nur wenig Fortschritt gibt es bei der Gleichstellung, dem Zugang zu sanitären Anlagen sowie bei der Muttergesundheit.

Zu den Ländern mit der grössten Hilfsbedürftigkeit zählen vor allem afrikanische Staaten, allen voran jene südlich der Sahara; Mali, Sudan, Niger, Äthiopien beispielsweise. 1,2 Milliarden Menschen dort leben in extremer Armut. Das heisst, sie müssen mit weniger als 1.25 Dollar am Tag auskommen.

Ein unterernährtes Baby in den Armen seiner Mutter.
Legende: Am härtesten trifft die extreme Armut südlich der Sahara die Kleinen – hier ein Baby in Äthiopien. Keystone

Frauen haben weniger Chancen

Verbesserungspotenzial sieht der Bericht bei der Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Grosse Unterschiede gibt es vor allem im Westen Afrikas, Nordafrika sowie in Südasien. Dort sind weniger als 20 Prozent der Angestellten Frauen – nicht gezählt wurden Landwirtschaftsbetriebe. Zudem sind die Berufe der Frauen seltener gesichert und die sozialen Vergütungen geringer als bei ihren männlichen Kollegen.

Ohne medizinische Hilfe gebären

Der Gesundheitszustand von schwangeren Frauen ist immer noch sehr bedenklich. «Nur die Hälfte der Schwangeren in Entwicklungsländern erhält das empfohlene Minimum von vier Arztbesuchen vor der Geburt», kommt der Bericht zum Entschluss. Zudem müssen noch heute fast die Hälfte aller Mütter ihre Kinder ohne Hilfe eines Arztes oder einer Hebamme zur Welt bringen. 2011 waren dies etwa 65 Millionen.

Auch kleine Fortschritte zählen

Schliesslich ist laut dem Bericht der Zugang zu sanitären Anlagen noch «ungenügend». Zwar habe es erfreuliche Verbesserungen gegeben. Fast 200 Millionen Menschen müssen dennoch Flüsse, Seen, Teiche oder Bäche für ihre Körperhygiene benutzen. Neben den Ländern der Sub-Sahara hinkt Ozeanien den fortschrittlichen Ländern hinterher.

«Die Länder südlich der Sahara befinden sich auf einem gänzlich anderen Entwicklungsstand», sagt dazu Michael Gerber von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza). Von Anfang an hätten diese Länder einen anderen Ausgangspunkt gehabt. Für sie bedeutet die Reduktion extremer Armut zum Beispiel etwas anderes als etwa für Länder wie Südkorea oder Vietnam. «Deshalb verwischt die Messmethode, die für die Erhebung verwendet wurde, die Ergebnisse in den einzelnen Regionen und Ländern», hält er fest.

Christoph Spurk, Dozent für Entwicklungspolitik an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, meint angesichts der unerreichten Absichten: «Bei den Zielen geht es nicht einfach um erreicht oder nicht. Der Bericht zeigt eben auch auf, wo die Länder stehen und dass sie trotz Nichterreichen einiger Ziele Fortschritte gemacht haben».

Und Michael Gerber von der Deza sagt: «Für die Zeit nach 2015 soll eine Entwicklungsagenda individuelle Ziele erfassen. Die Agenda beinhaltet zwar immer noch globale Ziele, berücksichtigt aber auch die nationalen Unterschiede.»

(schubeca)

6 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    So lange die Rahmenbedingungen so sind, dass Gelverdienen mit Geld Voraussetzung (!) ist, dass die Wirtschaft funktioniert, so lange werden die davon verursachten Misstände nicht gelöst werden können. So lange werden Armut auf der einen und sinnloser, wachsender Reichtum auf der anderen Seite die Weltgemeinschaft immer mehr belasten und spalten. Es werden immer inhummanere Zustände herrschen, auch in der sog. 1.Welt.
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Traurig und gleichzeitig unverständlich,dass sich Menschen unter desolatesten Lebensumständen in solchem Umfang vermehren.Wo bleibt das Verantwortungsbewusstsein dem"neuen Leben"gegenüber?Rein"triebgesteuert".Wie Tiere?Wenn ein Tierbestand,für das von der Natur gegebene Umfeld nicht mehr tragbar ist,tritt eine selektive Dezimierung ein.Beim Menschen offenbar auch.Wenn dem so ist,darf hier auf keinen Fall eingegriffen werden.Alles reguliert sich selbst.(Neoliberales Echtzeitrezept)
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ A.Käser: im Tierreich gibt es keine Eigentumsrechte (Boden!), kein Geld (Machtmissbrauch) usw.
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    2. Antwort von Markus Meier, Wallisellen
      Na, wenn da eine Kirche ist (wie z.B. die katholische) die sagt dass Verhütung ganz was Böses sei, und die Leute der glauben, dann gibts halt Kinder nach dem Sex.
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    3. Antwort von Marco Graf, St. Gallen
      @ Bernoulli: Ignorieren Sie doch einfach solche Kommentatoren. Einstein sagte ja, die Dummheit sei unendlich. Was aber noch gefährlicher ist: Sie ist ansteckend! Glücklicherweise stinkt der Käse, und man riecht ihn von weitem.
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    4. Antwort von A.Käser, Zürich
      @H.Bernoulli/Und wenn es diese(Eigentumsrechte/Boden/Geld)im Tierreich gäbe?Würde dies bedeuten,das die überschüssige Produktion(der jeweiligen Art)ebenso elendiglich verrecken würde?Tut sie ja bisweilen auch.Im Unterschied dazu kräht kein"Hahn"danach.Wieso beim Menschen?Wo ist ein Unterschied?Verlogenheit?Doppelmoral(der Religionen/schaut zu,dass sie arm und dumm bleiben)?Realitätsverweigerung?Selbsternannte Autoritäten die vorgaukeln,Verantwortung zu übernehmen und es doch nicht tun?
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