Zum Inhalt springen
Inhalt

Missbrauchsfälle in Frankreich Geistliche vor Gericht wegen Vertuschung pädophiler Handlungen

Legende: Video Prozess gegen Erzbischof wegen Missbrauchs-Vertuschung abspielen. Laufzeit 01:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.01.2019.
  • Seit heute stehen in Lyon mehrere katholische Geistliche vor Gericht, weil sie mutmasslich sexuellen Missbrauch an Minderjährigen vertuscht haben.
  • Es geht um den Fall des Priesters Bernard Preynat, der sich in den Jahren 1986 bis 1991 an jungen Pfadfindern vergangen hat. Er gestand die Taten.
  • Unter den Angeklagten ist auch der Erzbischof von Lyon, Kardinal Philippe Barbarin. Dem 68-Jährigen wird vorgeworfen, die Vorwürfe gegen Preynat jahrelang verschwiegen zu haben.

Kardinal Barbarin wusste laut Anklage spätestens seit 2000 von den Vorgängen, soll den Priester aber gedeckt haben. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe von 45'000 Euro. Der Skandal wurde 2015 bekannt.

Barbarin sitzend, die Hände aneinandergepresst
Legende: Kardinal Philippe Barbarin, dem Erzbischof von Lyon, drohen bis zu drei Jahre Haft. Reuters

Separates Verfahren für mutmasslichen Täter

«Wir wollen die Wahrheit über das Schweigekartell wissen», sagte der Mitgründer des Opferverbandes La Parole Libérée, Alexandre Hezez, zum Auftakt des Verfahrens. Papst Franziskus ist Forderungen nach einer Abberufung von Erzbischof Barbarin bisher nicht nachgekommen.

Neben dem Kardinal stehen auch zwei frühere Mitglieder der Erzdiözese Lyon vor Gericht: Maurice Gardès, derzeit Erzbischof von Auch, und Thierry Brac de la Perrière, Bischof von Nevers. Vorgeladen sind zudem zwei Kleriker aus Lyon und die ehemalige Verantwortliche einer Gruppe für Missbrauchsopfer.

Der Priester Preynat hat seine Taten bereits gestanden, auch ihm wird im Verlauf dieses Jahres noch der Prozess gemacht.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

23 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Die Katholische Kirche hat unglaublich viele Gläubige vertrieben. Die guten Pfarrer haben jetzt alle Mühe den Katholizismus den Menschen zu verkünden. Es gibt wirklich nur einen Ausweg und das ist das Zölibat abschaffen, sonst wird sich die Kath. Kirche selber in den Abgrund manövrieren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Walter Matzler (Wma)
    Jeglicher Missbrauch ist schändlich. Wenn es um Kinder geht umso schändlicher weil die sich kaum wehren können. Wenn die Täter dann noch Vertrauenspersonen wie Väter, Lehrer oder Priester sind, ist die Schändlichkeit kaum mehr zu überbieten. Warum lässt der liebe Gott so etwas zu?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Wer Sexualverbrechen schuetzt ist kein Deut besser als die Taeter.. speziell wenn es um Kinder geht.. denn die koennen sich nicht wehren! Und gehoeren entsprechend bestraft!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Aber vor allem das was heute los ist aufdecken +nicht vergangenes +verjährtes. Die heutigen Fälle werden kaum aufgebauscht +werden von den zuständigen Stellen unter den Teppich gefegt, mindestens bis sie verjährt sind. Ich habe selber solche Erfahrungen gemacht.Da wird man als Kläger +Vertreter von Opfern ganz schön mundtot gemacht. Die angebliche Opfernhilfe empfiehlt ausnahmslos den Opfern nicht vor Gericht zu gehen, da dies schwierig für das Opfer sei. Statt dass man das Verfahren ändert!!!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen