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Grünes Licht für Nordmazedonien
Aus Tagesschau vom 25.01.2019.
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Mit knapper Mehrheit Griechisches Parlament sagt Ja zu Nordmazedonien

  • Das griechische Parlament hat den Namenskompromiss mit der Republik Mazedonien mit 153 zu 146 Stimmen gutgeheissen.
  • Das Abkommen sieht vor, dass Griechenlands nördlicher Nachbar seinen Namen in Nordmazedonien ändert.
  • Der Entscheid des griechischen Parlaments beendet einen fast drei Jahrzehnte dauernden Streit zwischen den beiden Staaten.

Das Parlament in der mazedonischen Hauptstadt Skopje hatte das Abkommen und die entsprechenden Verfassungsänderungen bereits abgesegnet. Im Gegenzug für die Umbenennung des Nachbarlandes will Athen die Annäherung Skopjes an die EU sowie die Aufnahme des Nachbarn in die Nato nicht mehr blockieren. Nationalisten in beiden Ländern hatten bis zuletzt gegen diese Vereinbarung protestiert.

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Aus dem Archiv: Die Namensänderung sorgt in Athen für Proteste
Aus Tagesschau vom 20.01.2019.
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«Ein Nato-Beitritt wird für Mazedonien schon ziemlich bald möglich sein», sagt SRF-Auslandredaktor Christoph Wüthrich. Der EU-Beitritt werde länger brauchen. «Aber es ist möglich, dass schon im Sommer das grüne Licht für Beitrittsgespräche kommt», so Wüthrich.

Ob der Namensstreit mit der historischen Einigung endgültig beigelegt ist, wird die Zukunft zeigen. «Die Nationalisten auf beiden Seiten werden sicher weiter für Probleme sorgen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben», sagt Wüthrich. Momentan sitzen diese weder in Griechenland noch in Mazedonien in der Regierung. «Es ist vorstellbar, dass beispielsweise auf mazedonischer Seite eine nationalistische Regierung irgendwann mal Verpflichtungen gegenüber Griechenland nicht buchstabengetreu erfüllt.» Und dass auf der griechischen Seite dann eine Regierung bei EU-Beitrittsgesprächen gewisse Kapitel blockieren werde.

Applaus von der EU

In Griechenland hatte der Namensstreit denn auch eine Regierungskrise ausgelöst. Verteidigungsminister Panos Kammenos war wegen des Mazedonien-Streits zurückgetreten und hatte das Regierungsbündnis seiner nationalistischen Partei Unabhängige Griechen (Anel) mit der sozialistischen Syriza von Ministerpräsident Tsipras aufgekündigt. Vor rund zehn Tagen überstand Tsipras ein Misstrauensvotum im Parlament.

Die EU hat die Annahme des Abkommens begrüsst. «Sie hatten Fantasie, sie nahmen das Risiko auf sich, sie waren bereit, ihre eigenen Interessen für das Allgemeinwohl zu opfern», schrieb EU-Ratschef Donald Tusk im Kurznachrichtendienst Twitter. «Zoran, Alexis - gut gemacht!», schrieb er an den griechischen Regierungschef Tsipras und dessen mazedonischen Kollegen Zoran Zaev.

Das jüngste Kapitel im Streit um Mazedonien hat seinen Anfang im Jahr 1991, als Mazedonien im Zuge des Zerfalls Jugoslawiens unabhängig wurde. Viele Griechen befürchten Gebietsansprüche des Nachbarn, da es im Norden
Griechenlands eine Region gibt, die ebenfalls Mazedonien heisst. Die Regierungen in Athen und Skopje hatten sich vergangenes Jahr auf den Kompromiss geeinigt, durch den Mazedonien in Republik Nordmazedonien umbenannt wurde.

Karte.
Legende: SRF
Länderporträt Mazedonien
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6 Kommentare

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  • Kommentar von T. H. Isaak  (cuibono)
    Im Grundsatz richtig. Aber für GR gibt es eine Hidden Agenda, die nie kommuniziert wurde. Das Ja-Votum ist Bedingung für einen Schuldenschnitt. Ich prophezeite diesen auf 2020 oder 2021. Dann wird jedoch Nea Dimokratia an der Macht sein und die Lorbeeren garnieren. GR wird profitieren, aber Tsipras, der das ermöglicht hat, wird als Verlierer dastehen.
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  • Kommentar von Alexander Ognjenovic  (Alex)
    Die grössten Probleme im Land "Nordmazedonien" wie Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Perspektivlosigkeit, ethnische Konflikte usw... sind noch lange nicht gelöst! Man hätte das viele Geld besser darin investiert die Probleme zu lösen! Jetzt durch die Namensänderung wird es wahrscheinlich zum NATO- und EU-Beitritt kommen... was für das Volk gar nicht gut wäre!
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    1. Antwort von Hans Peter Auer  (Ural620)
      Werter Herr Ognjenovic, Ihrem Familiennamen nach sind Sie vermutlich ein Secondo, oder moeglicherweise auch ein Zugezogener aus der Balkanregion. Deshalb ist es nicht leicht zu verstehen, weshalb Sie den "Nordmazedonier/innen" es vergoennen, zukuenftig in die EU aufgenommen zu werden. Vielleicht litten Sie, oder Ihre Vorfahren moeglicherweise ehemals auch unter den von Ihnen aufezaehlten Problemen und sind deshalb Richtung EU/CH emigriert. Ein wenig Verstaendnis waere deshalb angebracht.
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  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Es gibt also doch noch sinnvolle Entscheidungen in der Politik.
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