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Mit sofortiger Wirkung Vorwurf der sexuellen Belästigung – ORF-Chef tritt zurück

  • Der Intendant des Österreichischen Rundfunks (ORF), Roland Weissmann, tritt mit sofortiger Wirkung zurück.
  • Damit reagiere der 57-Jährige auf einen Vorwurf sexueller Belästigung, den er selbst aber zurückweise, teilte der ORF mit.

Der Stiftungsrat des ORF sei von einer Mitarbeiterin über unangemessenes Verhalten Weissmanns zu Beginn seiner Amtszeit als Intendant informiert worden, teilte Weissmanns Anwalt mit. Das Gremium habe seinem Mandanten daraufhin eine Frist von wenigen Tagen zum Rücktritt eingeräumt, «obwohl mein Mandant die Vorwürfe bestritten hat und eine inhaltliche Überprüfung der Vorwürfe nicht erfolgt ist», kritisierte der Anwalt.

Mann vor lila Hintergrund, lächelt.
Legende: Der Generaldirektor des österreichischen Rundfunkunternehmens ORF, Roland Weissmann, an einer Pressekonferenz in Wien. (16.12.2026) REUTERS/Lisa Leutner

Um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, sei Weissmann mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, hiess es von seinem Anwalt.

Junge Zielgruppe ansprechen

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Weissmann wollte den ORF digitaler, jünger und gesellschaftlich vielfältiger machen. Unter seiner Leitung wurde das Onlineangebot für junge Zielgruppen ausgebaut. Der 57-Jährige wurde 2022 zum ORF-Intendanten gewählt. Weissmann war Mitte der 1990er-Jahre zum ORF gekommen und wurde schon bald mit leitenden Redaktionsposten betraut. 2012 wurde er Chefproducer der Fernsehsparte, 2017 auch stellvertretender Finanzchef.

Der Schritt trifft den ORF in einer Phase besonderer Anspannung: Der Sender ist im Mai Gastgeber für den Eurovision Song Contest (ESC). Das grösste Musikevent der Welt ist regelmässig auch eine Bühne für den gastgebenden Sender.

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