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Nach Air-Force-One-Bericht Doch keine Vorladung für Journalisten der «New York Times»

Journalisten der «New York Times» müssen nun doch nicht vor einer Bundesjury aussagen wegen eines Berichts.

«Der neuen Air Force One fehlen Abwehrmassnahmen des Vorgängermodells» – so lautet der Titel des Artikels in der «New York Times», der den Fall ins Rollen brachte. Vier Journalisten hatten unter Berufung auf informierte Quellen berichtet, der Secret Service habe Sicherheitsbedenken an der neuen Präsidentenmaschine geäussert.

Menschen in Uniform stehen vor einem grossen Flugzeug mit einer roten Treppe.
Legende: Präsident Trump steigt auf der Joint Base Andrews in Maryland aus der Air Force One aus. Keystone/AP Photo/Julia Demaree Nikhinson

Anfang Juli flog Trump auf dem Rückweg vom Nato-Gipfel in Ankara in die USA zunächst mit einer alten «Air Force One» nach Grossbritannien und stieg erst dort auf die neue Maschine um. Trump erklärte, er sei aus nostalgischen Gründen mit der alten «Air Force One» geflogen.

Ungenügende Raketenabwehr

Doch die Reporter fanden heraus, dass der Secret Service den Präsidenten wegen des Konflikts mit dem Iran dazu aufgefordert hatte, auf das Vorgängermodell zurückzugreifen, weil der neuen Maschine gewisse Abwehrsysteme des bisherigen Präsidentenflugzeugs fehlten, insbesondere im Bereich der Raketenabwehr.

Die Boeing 747-8 ist ein Geschenk von Katar. Als grösster Luxus-Privatjet der Welt wurde die Maschine in einem beschleunigten Programm für den Präsidenteneinsatz aufgerüstet. Sie dient als Übergangslösung bis Boeing die um Jahre verspäteten neuen Präsidentenmaschinen ausliefert.

Der Bericht der «New York Times» soll im Weissen Haus für erheblichen Ärger gesorgt haben. Laut der Zeitung wies Trump den FBI-Direktor Kash Patel an, herauszufinden, wer die Informationen an die Medien weitergegeben hatte.

Vorladungen und Forderung nach Telefondaten

Kurz darauf überbrachte das FBI mehreren Reportern der «New York Times» Vorladungen des Justizministeriums. Sie sollen vor einer Bundesjury aussagen. Zudem verlangen die Behörden Zugriff auf Telefondaten der Journalistinnen und Journalisten sowie von Angehörigen.

Flugzeug mit US-Flagge startet über bewaldeter Landschaft.
Legende: Rot, Weiss, Dunkelblau und Gold: Die Farben der Maschine hatte Trump selbst ausgewählt. Keystone/AP Photo/Luis M. Alvarez

Für Tim Richardson von PEN America, einer Organisation zum Schutz der Meinungs- und Pressefreiheit, ist ein solches Vorgehen äusserst ungewöhnlich. «Das ist zweifellos eine Eskalation. Aber letztlich haben wir ja von Anfang an beobachtet, wie diese Regierung versucht, die Presse einzuschüchtern.»

Medien im Visier

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Die US-Regierung geht seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump verstärkt gegen Medien vor. Das Justizministerium hatte bereits versucht, Aussagen von Journalistinnen und Journalisten des «Wall Street Journals» und der «Washington Post» zu erzwingen. Diese wurden nach juristischem Widerstand der Medienhäuser aber wieder zurückgezogen.

Der amtierende US-Generalstaatsanwalt Todd Blanche weist den Vorwurf zurück, gegen Journalisten vorgehen zu wollen. «Wir nehmen keine Reporter ins Visier. Sie sind wichtige Zeugen, genauso wie ein Reporter bei einem Autounfall ein Zeuge wäre.»

Wenn Journalistinnen und Journalisten gezwungen würden, ihre Quellen offenzulegen, könnte dies Informanten abschrecken.
Autor: Tim Richardson PEN America

Die «New York Times» hat vor Gericht beantragt, die Vorladungen aufzuheben. Diese Beantragung wurde nun am Donnerstag gutgeheissen, die Journalisten müssen doch nicht erscheinen.

PEN America hatte vor weitreichenden Folgen gewarnt, sollten die Vorladungen bestehen bleiben. «Wenn Journalistinnen und Journalisten gezwungen würden, ihre Quellen offenzulegen, könnte dies Informanten abschrecken», sagt Tim Richardson. «Es würde dazu führen, dass die Öffentlichkeit nicht mehr dasselbe Recht auf Information hätte.»

Neue Air Force One erhält Update

Derweil wird die neue Air Force One schon bald für einige Zeit am Boden bleiben, wie US-Präsident Trump verkündet: «Das Flugzeug hat viele Fähigkeiten, aber sie werden es in etwa einem Monat wegschicken, damit es komplett aufgerüstet wird.»

Um welche Art Aufrüstung es sich handelt, teilt das Weisse Haus nicht mit. Klar ist: Sowohl für die Journalisten als auch für das Flugzeug ist das letzte Kapitel dieser Geschichte noch nicht geschrieben.

10vor10, 22.7.2026, 21:50 Uhr ; 

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