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Legende: Audio Schützt rumänische Justizreform die Täter? abspielen. Laufzeit 04:33 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 30.07.2019.
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Nach Ermordung von 15-Jähriger Rumäniens Erziehungsministerin entlassen

  • Nach dem Innenminister muss nun auch Rumäniens Erziehungsministerin ihren Posten räumen.
  • Grund für die Entlassung ist deren Reaktion nach dem Verschwinden von zwei jungen Frauen.

Rumäniens Erziehungsministerin Ecaterina Andronescu ist nach nur acht Monaten Amtszeit von Ministerpräsidentin Viorica Dancila entlassen worden. Auslöser für die Absetzung war ein Fernsehinterview nach dem Verschwinden zweier junger Frauen.

Die Regierungschefin warf Andronescu vor, die Eltern der Opfer öffentlich für den Fall verantwortlich gemacht zu haben. Andronescu hatte in einem Fernsehinterview gesagt, sie habe als Kind von ihren Eltern gelernt, zu keinem Unbekannten ins Auto zu steigen. Wenn die Eltern diese Warnung nicht aussprächen, müsse die Schule das tun.

Eine 15-Jährige und eine 18-Jährige waren verschwunden, nachdem sie per Anhalter in der Region um die südrumänische Stadt Caracal unterwegs waren. Ob sie noch leben, gilt für die Staatsanwaltschaft als unklar.

Rücktritt von Innenminister

Im Zusammenhang mit demselben Fall war am Dienstag Innenminister Nicolae Moga nach nur sechs Tagen Amtszeit zurückgetreten. Er reagierte damit auf schwere Vorwürfe gegen die Polizei im Zusammenhang mit den Ermittlungen. Die Polizisten hätten auf Notrufe eines der Opfer und Zeugenaussagen unprofessionell reagiert. Das Thema könnte nach Meinung von Beobachtern angesichts der Präsidentenwahlen im November weitere politische Folgen haben.

Ein Tatverdächtiger war vor einer Woche festgenommen worden und hatte nach Angaben seines Rechtsanwalts erklärt, die beiden Frauen getötet zu haben, weil sie sich geweigert hätten, mit ihm Sex zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Tatverdächtigen vorerst nur wegen Kinderhandels und Vergewaltigung.

In den Medien wird gemutmasst, dass die jungen Frauen möglicherweise nicht getötet, sondern an Zuhälter weitergegeben worden seien. Auch eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Lokalpolizisten und Frauenhändlern ist Thema der Spekulationen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago  (Putinversteher)
    Was viele nicht noch begriffen habenist, dass Roumänien in EU ist. Das sind Zustände in heutigen EU.
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  • Kommentar von Konrad Schläpfer  (Koni)
    Rumänien schützt die Täter mehr als die Opfer? Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Wir verhätscheln die Täter doch auch mit Sonder - Settings, Psychiater, Sportkursen und Freigängen. Wahrend die Opfer auf sich selber gestellt sind.
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    1. Antwort von Fabian Malovini  (MLaw, Rechtsanwalt)
      falsch, herr schläpfer. opfer (inkl. nahe angehörige) einer schweren körperverletzung, eines sexualdelikts etc. erhalten grundsätzlich (finanzielle) unterstützung vom staat. sie können u.a. psychiatrische hilfe in anspruch nehmen. täter hingegen haben grundsätzlich keine wahl: sie müssen (psychiatrische) hilfe in anspruch nehmen und/oder werden (un)befristet eingesperrt.
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    2. Antwort von Judith Köppel  (Judith70)
      @Fabian Malovini; auch nicht ganz präzise: Täter mit einer psychiatrischen Diagnose, welche zum Tatzeitpunkt auf Grund ihrer psychischen Erkrankung eingeschränkt od ganz schuldunfähig sind, d i e müssen sich einer Therapie unterziehen - Hintergrund: Schutz der Bevölkerung. Der Massnahmenvollzug oder eine ambulante Therapie soll verhindern, dass der Täter künftig nicht rückfällig wird. Nicht jeder Täter wird therapiert.
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    3. Antwort von Fabian Malovini  (MLaw, Rechtsanwalt)
      @judith70: Sie haben wohl übersehen, dass ich nicht „und“, sondern „und/oder“ geschrieben habe. natürlich werden manche täter auch „nur“ eingesperrt (oder anders bestraft). mir geht es aber ohnehin mehr darum, dass (bestimmte) täter nicht einfach eine kostenlose psychiatrische behandlung erhalten, sondern dass diese oft mit einem freiheitsentzug verbunden ist. (wobei das grundsätzlich in ordnung ist, schliesslich haben sie ein delikt begangen).
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