Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Verhaftung von mutmasslich Beteiligten an ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Johannesburg abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.09.2019.
Inhalt

Nach gewalttätigen Übergriffen Heftige Proteste gegen Südafrika

  • Bei fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika sind in den vergangenen Tagen mindestens zehn Menschen getötet worden, teilte Präsident Cyril Ramaphosa am Donnerstag mit.
  • Die Angriffe lösten in verschiedenen afrikanischen Ländern wie Nigeria und Kongo heftige Proteste aus. Geschäfte südafrikanischer Unternehmen wurden attackiert.
  • Südafrika schloss daraufhin seine Auslandsvertretungen in Nigeria.

Bei den Unruhen in Südafrika waren seit Sonntag dutzende Geschäfte zerstört worden. Mehr als 420 Menschen wurden festgenommen. Randalierer – manche mit Äxten und Macheten bewaffnet – hatten in Johannesburg und in der Hauptstadt Pretoria unter anderem Geschäfte von Einwanderern geplündert und Autos und Gebäude in Brand gesetzt.

Bis zum Donnerstag hatte sich die Lage weitgehend beruhigt. Lediglich im Johannesburger Vorort Katlehong kam es in der Nacht zu Plünderungen.

Mann vor verbrannten Autos.
Legende: Die Autos wie hier in Johannesburg wurden durch die Angriffe vollständig zerstört. Reuters

«Keine Wut und Frustration und Missstand können solche Akte mutwilliger Zerstörung und Kriminalität rechtfertigen», sagte Ramaphosa. Gleichzeitig gebe es «keine Rechtfertigung für das Plündern und die Zerstörung von Geschäften, die Südafrikanern gehören», fügte er hinzu.

Einwanderer als Sündenböcke

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Südafrika ist ein wichtiges Ziel für afrikanische Einwanderer auf der Suche nach wirtschaftlichen Chancen. Afrikas zweitgrösste Volkswirtschaft zieht nicht nur Menschen aus Nachbarländern wie Lesotho, Mosambik und Simbabwe an, sondern auch aus weiter entfernten Regionen, darunter Nigeria und Südasien.

In den vergangenen Jahren gab es in Südafrika immer wieder ausländerfeindliche Gewalt. Einige Südafrikaner geben den Einwanderern die Schuld für die hohe Arbeitslosigkeit im Land. Im Jahr 2015 wurden sieben Menschen bei fremdenfeindlichen Angriffen und Plünderungen in Johannesburg und Durban getötet. Die schlimmste Welle fremdenfeindlicher Gewalt gab es im Jahr 2008 mit 62 Toten.

Spirale der Gewalt

Die Ausschreitungen in Südafrika führten in mehreren afrikanischen Ländern zu Demonstrationen mit Ausschreitungen. In der nigerianischen Hauptstadt Abuja wurden Geschäfte südafrikanischer Unternehmen attackiert.

Protestierende Menschen auf Strasse.
Legende: In Abuja protestieren zahlreiche Menschen gegen die Angriffe in Südafrika. Keystone

Auch in der sogenannten Demokratischen Republik Kongo – Kongo-Kinshasa – kam es zu Übergriffen auf südafrikanische Einrichtungen und Geschäfte. In der Stadt Lubumbashi im Südosten des Kongos wurden bei Protesten die Fenster des südafrikanischen Konsulats eingeschlagen.

Botschaft bleibt geschlossen

Südafrika schloss seine Auslandsvertretungen in Nigeria. Die Entscheidung sei gefallen, nachdem eine Gruppe Menschen versucht habe, sich Zutritt zum südafrikanischen Konsulat in Lagos zu verschaffen, erklärte ein Sprecher des Aussenministeriums. Das Konsulat und die Botschaft in Abuja würden wieder geöffnet, wenn dies als «notwendig» erachtet werde.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    In Südafrika gibt es täglich mehr als 50 Tötungsdelikte. Viele Menschen werden umgebracht weil sie einer anderen Rasse oder einem anderen Stamm angehören. Die Rainbow Nation hat es noch nie gegeben. Weil aber die Rassisten in Südafrika nicht weiß sind, wird nur sehr verhalten darüber berichtet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Die Wut kommt nicht von ungefaehr.. nur trifft sie iR nicht die Verursacher, sondern Nebenakteure... Natuerlich arbeiten die Migranten, meist illegal, billigst, 1500 Rand im Monat.. der Minimallohn fuer Suedafrikaner ist rund 3600 Rand.. so stellen sehr viele Unternehmer eben die billigen Arbeitskraefte ein.. man sehe die Ursache..
    Die Suedafrikaner stehen aussen vor, arbeitslos.. ... in Toto 29%... Arbeitsamt-Kontrolle... System hohle Hand.. noch Fragen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christian Baumann  (Christian Baumann)
    Es ist erschreckend zu lesen, wie der hochtoxische Virus der Fremdenfeindlichkeit sich über diesen Planenten ausbreitet. Dass er ausgerechnet in Afrika, von dem man aufgrund seiner jüngeren Geschichte eigentlich erwarten sollte, dass es von der Globalisierung und dem Zusammenwachsen des Kontinents am ehesten profitieren sollte, solche Exzesse treibt, ist umso schockierender.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Sie waren wohl noch nie in Südafrika und kennen Land und Leute wohl auch nur aus den hiesigen Medien. - Ansonsten würde Sie das da nicht sonderlich überraschen, vielleicht erschrecken, aber sicherlich nicht überraschen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen