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Nach Hetzjagd auf Ausländer Regierung verurteilt Ausschreitungen in Chemnitz

Legende: Video Ausschreitungen in Chemnitz abspielen. Laufzeit 00:20 Minuten.
Aus News-Clip vom 27.08.2018.

Um was geht es? Am Sonntag haben in der deutschen Stadt Chemnitz hunderte Personen an zwei Protest-Veranstaltungen teilgenommen. Dem Aufruf der AfD folgten rund 100 Personen, dem Aufruf der rechtsextremen Hooligan-Gruppierung Kaotic Chemnitz rund 800 Menschen. Während der zweiten Demo wurden in der Innenstadt Migranten von einigen Kundgebungsteilnehmern verfolgt und bedroht. In Sozialen Medien waren Aufnahmen zu sehen, wie Demonstranten andere Menschen bedrohen und durch die Strassen jagen. Auf weiteren Videos ist zu sehen, wie Ausländer und auch Polizisten von Personen aus der Masse heraus attackiert werden. Zu hören sind Rufe wie «Wir sind das Volk», aber auch rechte Parolen wie «Deutsch, sozial, national». Die Stadt beendete wegen Sicherheitsbedenken vorzeitig ihr Stadtfest.

Was war der Auslöser für die Ausschreitungen? In der Nacht auf Sonntag waren bei Auseinandersetzungen ein 35-jähriger Deutscher tödlich und zwei weitere Deutsche schwer verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehle gegen zwei Verdächtige aus Syrien und dem Irak, die mehrfach auf den 35-Jährigen eingestochen haben sollen. Zum Tatmotiv machte die Behörde zunächst keine Angaben.

Was sind die Reaktionen auf die Auschreitungen? Die Bundesregierung hat die fremdenfeindlichen Ausschreitungen als nicht hinnehmbar verurteilt. «Was in Chemnitz zu sehen war, das hat in unserem Rechtsstaat keinen Platz», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Der Tod des Mannes sei schrecklich, und Tatverdächtige müssten zur Rechenschaft gezogen werden. «In Deutschland ist kein Platz für Selbstjustiz, für Gruppen, die auf den Strassen Hass verbreiten wollen, für Intoleranz und für Extremismus», sagte Seibert.

Sachsens Innenminister Roland Wöller hatte nach den Auseinandersetzungen zu Besonnenheit aufgerufen. Im ARD-Mittagsmagazin sagte der CDU-Politiker «Wir haben eine Situation, die für mich und für viele andere unerträglich ist. Wir haben Spekulationen, Mutmassungen, Falschmeldungen und regelrechte Lügen im Netz. Ich kann uns alle nur bitten, besonnen zu bleiben, ruhig zu bleiben, die Tatsachen abzuarbeiten und dann entsprechende Konsequenzen zu ziehen.»

Die AfD distanzierte sich von der Gewalt. Die Partei hatte am Sonntag ebenfalls eine Demonstration in Chemnitz veranstaltet. Diese habe «nichts, aber auch gar nichts, mit den anschliessend stattgefundenen Jagdszenen in der Stadt zu tun» gehabt, erklärte der sächsische Parteichef.

Diskutiert wurde nach den Ausschreitungen auch, ob die Polizei angemessen reagiert hatte. Diese räumte ein, zu Beginn der Proteste nur mit vergleichsweise wenig Einsatzkräften vor Ort gewesen zu sein. Beamte seien mit Flaschen beworfen worden. Gegen vier Kundgebungsteilnehmer sei Anzeige erstattet worden, in zwei Fällen wegen Körperverletzung.

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50 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Holzer (Peter Holzer)
    Wehret den Anfängen: "Augenzeugen berichten, dass Menschen mit ausländischem Aussehen von Demonstranten gezielt attackiert wurden. Videos im Internet dokumentieren zum Teil die Szenen. " Quelle : https://www.nzz.ch/international/der-schwarze-sonntag-von-chemnitz-messerstecherei-hetzjagd-kontrollverlust-ld.1415023 und andere.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Teile und herrsche: Die Spaltung der Gesselschaft, durch eine unverantwortliche Migrationspolitik ausgelöst, kann sehr wohl Plan sein. Während sich zwei Lager gegenseitig beschimpfen, wird nicht gesehen was abläuft und ein vernünftiger, gewaltfreier (!) Umgang mit der Situation verhindert. "Links" sollte man die Multikulti-Romantik abstreifen (siehe Schweden, Frankreich u.a.!), die Gefahr durch den Islam erkennen und "rechts" sich auf christliche Werte (Gewaltlosigkeit usw.) besinnen.
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    1. Antwort von A. Zuckermann (azu)
      Meinen Sie mit Multikulti-Romantik in Frankreich den Fussball-WM Sieg der wohl multikulturellsten Fussballmannschaft der Welt? Ja, das ist doch toll. Es zeigt das es geht. Es ist möglich Migration und Integration politisch zu lösen. Das zeigen X-Beispiele, durch die Geschichte der Menschheit. Aber logischerweise nicht, wen man es nicht versucht. Und schon gar nicht mit irgendwelcher Gewalt oder Naziparolen. Und für Nazitum gibt`s auch keine politische Lösung.
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  • Kommentar von Harald Wilde (Harald Wilde)
    @HPMüller Um 18.16 schreiben Sie: "'Das sind von langer Hand geplante Aktionen, die entsprechende Gruppierungen "ganz spontan" ausführen [,] wenn sich Gelegenheit bietet.'" Die sonst von Ihnen geforderten Belege für derartige Behauptungen bleiben Sie leider schuldig, während es hernach für neun weitere Posts reicht. Macht aber auch nichts. Hauptsache der Tag wurde irgendwie herumgebracht. Nichts für ungut.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      "Hauptsache der Tag wurde irgendwie herumgebracht" Stimmt, zB mit zählen meiner Posts. Ich habe keinen Einfluss, welche meiner Texte wann aufgeschaltet werden. Und manchmal braucht es auch ein bisschen Zeit um eine zitierfähige Quellenangabe zu machen. Bringt ja nix, wenn ich irgendwas hin schreibe, das irgendwer irgendwo mal gesagt oder nicht gesagt hat.
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