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Kanzlerkandidatur 2017 Nach Merkels Ankündigung: SPD unter Zugzwang, AfD jubelt

Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt hat, dass sie für eine vierte Amtszeit kandidiert, will auch die SPD möglichst schnell handeln. Ihr Kandidat soll Ende Januar feststehen. Auch andere Parteien haben reagiert: Die Grünen zeigen sich «gelangweilt», die AfD freut sich auf Wählerzuwachs.

Legende: Video «Will weiter meinen Dienst für Deutschland tun» abspielen. Laufzeit 00:49 Minuten.
Aus News-Clip vom 20.11.2016.

Am Sonntag hatte Bundeskanzlerin Merkel angekündigt, dass sie für eine vierte Amtszeit kandidieren will. Nun haben die Parteien darauf reagiert.

Die Sozialdemokraten wollen ihre Spitzenkandidatenkür nun keinesfalls auf die lange Bank schieben. «Was wir tun, wie wir es tun und wann wir es tun, darüber werden wir jetzt beraten», sagte SPD-Vize Ralf Stegner. Man werde keine «Sturzgeburten veranstalten», aber die Beratungen würden «bald geschehen». Stegner bekräftigte aber, dass die SPD nach der Bundestagswahl 2017 die Grosse Koalition nicht fortsetzen und selbst den Kanzler stellen wolle.

Wer jetzt für eine Grosse Koalition wirbt, kann im Wahlkampf gleich Schlaftabletten verteilen.
Autor: Ralf Stegnerstv. SPD-Vorsitzender

Der Kanzlerkandidat der SPD wird bei der jährlichen Vorstandsklausur Ende Januar feststehen, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Kreisen des Parteivorstandes erfuhr. Im Gespräch für die Spitzenkandidatur stehen Vizekanzler Sigmar Gabriel und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz.

In der Christlich Demokratischen Union herrscht vor allem Erleichterung. Die Kandidatur Merkels sei ein «gutes Zeichen in Zeiten von viel Unsicherheit», erklärte CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn. Seine Partei müsse nun die Unterschiede zu anderen Parteien deutlicher herausarbeiten und «mit klaren Botschaften» verbinden.

Auch aus der Christlich-Sozialen Union gibt es positive Töne: Landesgruppen-Chefin Gerda Hassfeldt sagte, Merkel sei seit 11 Jahren eine «gute Kanzlerin» und es sei «gut, dass sie es bleiben will». Damit bewertete sie die Kandidatur Merkels deutlich positiver als ihr Parteichef Horst Seehofer.

Alternative-für-Deutschland-Chefin Frauke Petry zeigt sich ebenfalls erfreut – wenn auch aus anderen Gründen: Als Bürgerin empfinde sie zwar tiefes Unbehagen über die Kandidatur. Sie gehe aber davon aus, dass sie ihrer Partei nutzen werde. Mit Merkel stelle sich nämlich «eine Politikerin zur Wiederwahl, die das milliardenteure und gefährliche Einwanderungschaos verursacht hat und unter deren Führung die Energiewende an die Wand gefahren wurde», so Petry.

Wenig Begeisterung löst die Merkel-Kandidatur bei Linken und Grünen aus. Laut Grünenpolitiker Jürgen Trittin hat sie sich «seit Wochen abgezeichnet». Auf Twitter kommentierte er ironisch «Überraschung». Sein Verdikt: «Langweilig.»

Dietmar Bartsch, Fraktionschef der Linken, findet, Merkel habe den richtigen Zeitpunkt fürs Aufhören verpasst: «Vielleicht gilt für sie der Satz ‹Wer zu spät geht, den bestraft das Lenben›.»

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    Das ist einzig und allein die Wahl des deutschen Volkes, ich möchte diese eigensinnige Frau nicht mehr. Frau Merkel muss man mitteilen, dass Berlin nicht die Hauptstadt von Europa ist.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Das müssen Sie denen mitteilen, die nach Berlin kommen wollen, nicht Frau Merkel. Meistens ist es doch so wie bei einer buckligen Verwandtschaft die die Hand aufhält und die man lieber von hinten als von vorne sieht. Aber in ihrem Frust machen Bewohner von Kleinstaaten weil sie nichts zu sagen haben, aber dafür umsomehr rummeckern wollen, auch das noch Merkel zum Vorwurf.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Die Durchsetzung neoliberaler Interessen, Beibehaltung von Niedriglöhnen, Steuersenkungen für Unternehmen und die Durchsetzung von Austeritätspolitik und die Unterstützung illegitimen Macht von EZB und ESM zeigen auf, wohin die Reise mit Merkel geht. Gleichzeitig unterstützt sie die USA/ Nato in ihren volksrechtsverletzenden Kriegen von Lybien über Syrien bis nach Afghanistan. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie noch einmal gewählt wird.
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Kann ja durchaus gewesen sein, Angela Merkel als nochmalige Kanzlerin in, denn wer zu spät kommt, bestraft das Leben (Stimmvolk)(siehe Trump)
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