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Legende: Video Der IS ist in Syrien besiegt abspielen. Laufzeit 04:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.03.2019.
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Nach monatelangen Kämpfen Syrische Demokratische Kräfte verkünden Sieg über IS

  • Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben Baghus im Osten Syriens für befreit erklärt. Die Terrormiliz Islamischer Staat sei besiegt.
  • Das selbst ernannte Kalifat der Extremisten ist zwar endgültig zerstört, aber die Kurden warnten, dass die IS-Milz trotz der Niederlage noch lange nicht besiegt sei.
  • In einem vor einigen Wochen vom Pentagon veröffentlichten Bericht heisst es, der IS bleibe aktiv und könne in sechs bis zwölf Monaten wieder aufleben.

«Die Syrischen Demokratischen Kräfte erklären die vollständige Zerstörung des sogenannten Kalifats und die territoriale Niederlage des IS zu 100 Prozent», schreibt der Sprecher der SDF auf Twitter. Auf den Dächern des Ortes Baghus wehten die gelben SDF-Fahnen.

Die Befreiung der letzten IS-Bastion in Syrien sei ein «historischer Moment», sagte der Aussenbeauftragte des politischen Arms der SDF. «Das bedeutet aber nicht, dass wir den Terror besiegt haben.» Der IS sei in den befreiten Gebieten noch immer präsent. So gebe es Dutzende Schläferzellen.

Zahlreiche Dschihadisten sind in den Wüstengebieten Syriens und des Iraks untergetaucht, von wo aus sie regelmässig Angriffe aus dem Hinterhalt verüben. Auch IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi ist laut Medienberichten untergetaucht.

«Historischer Moment»

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron würdigte die Partner und Streitkräfte der internationalen Anti-IS-Koalition. Es sei nun eine bedeutende Gefahr für sein Land beseitigt, teilte er via Twitter mit. «Aber die Bedrohung bleibt, und der Kampf gegen terroristische Gruppen muss weitergehen.»

Die britische Premierministerin Theresa May würdigte den Sieg über die Dschihadisten in Baghus als «historischen Meilenstein», der ohne «den Einsatz, die Professionalität und den Mut» der gegen den IS kämpfenden Truppen nicht möglich gewesen sei.

Der Vize-US-Gesandte bei der internationalen Anti-IS-Koalition, William Roebuck, sprach von einem «entscheidenden Meilenstein» im Kampf gegen den IS, erklärte aber auch: «Wir haben noch viel Arbeit vor uns, um eine dauerhafte Niederlage des IS zu erreichen.»

Vorläufiges Ende des Kriegs gegen den IS

In Baghus waren bis zuletzt noch IS-Anhänger auf engstem Raum in einem Zeltlager eingeschlossen, wo sie sich in Gräben und Tunnel eingegraben hatten. Bis zum Schluss leisteten sie Widerstand.

Karte Baghus.
Legende: SRF

Mit der Einnahme von Baghus erreicht der Krieg gegen den IS in Syrien und im Irak nach fast fünf Jahren sein vorläufiges Ende.

Der IS hatte 2014 den Höhepunkt ihrer Macht erreicht, als er die irakische Millionenstadt Mossul überrennen konnten. Kurz darauf rief die Terrormiliz ein «Kalifat» unter Führung von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi aus.

Wo ist der IS-Führer?

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Wo ist der IS-Führer?
Legende:Dieses Bild soll al-Baghdadi bei seinem einzig bekannten öffentlichen Auftritt in der Al-Nuri-Moschee zeigen.Reuters

Obwohl das «Kalifat» zerschlagen ist, bleibt der Verbleib von IS-Führer Abu Bakr al-Baghdadi unklar. Der 47-Jährige ist ein Phantom, sein einziger bekannter öffentlicher Auftritt war im Juli 2014, als er in der Al-Nuri-Moschee in Mossul «Gehorsam» aller Muslime in Syrien und dem Irak gegenüber dem «Kalifat» einforderte. Seitdem veröffentlichte der IS wiederholt Audiobotschaften, auf denen seine Stimme zu hören sein soll.

Über seinen Verbleib kursieren verschiedene Theorien. So wird beispielsweise vermutet, dass er sich in der weitläufigen Badia-Wüste im Zentrum Syriens versteckt. Andere glauben, er hat das Land längst verlassen. Auch wurde er bereits mehrmals für tot erklärt. Die USA haben auf al-Bagdadi ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar ausgesetzt.

US-Abzug wird wahrscheinlicher

Mit dem Sieg über den IS wird auch ein baldiger Abzug der US-Truppen aus Syrien wahrscheinlicher, den US-Präsident Donald Trump im Dezember angekündigt hatte. Allerdings soll nach letzten Plänen des Weissen Hauses noch ein Truppenkontingent im Land bleiben.

Die Abzugspläne Amerikas haben international massive Kritik ausgelöst. Bei einem US-Abzug droht auch ein Angriff der Türkei auf die Kurdenmiliz YPG. Die Regierung in Ankara sieht in der Miliz einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und hat sie als Terrororganisation eingestuft. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat eine Offensive gegen die YPG angekündigt.

Blick auf Baghus.
Legende: Um Baghus an der syrisch-irakischen Grenze wurde monatelang gekämpft. Reuters

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Amthauer (Peter.A)
    Zur ganzen Wahrheit der Vertreibung und Zerschlagung des IS Herrschaftsgebietes gehört aber noch einiges mehr erwähnt, als im Bericht steht. Soviel zur vollumfänglichen Berichterstattung in diesem Artikel.
    MfG
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Noch ist Zeit fuer die "guten" Terroristen, die von ihren besetzten Gebiete wieder Assad zu uebergeben, und sich vom wegen bewaffneten Hochverrats faelligen Galgen durch Flucht oder mit Begnadigung zu zwei Jahren Minenreumen oder zwanzig Jahren Zwangsarbeit beim Wiederaufbau freizukaufen. Wenn erst mal die Tuerkei die Grenze zum irakischen Kurdistan abdichtet und die legale Herrschaft in Syrien durchsetzen hilft, koennte es dafuer zu spaet werden....
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  • Kommentar von Domenic Dachs (Frechdachs)
    Respekt vor den Kurden. Aber ihre Macht steht auf wackeligen Füssen. Die Türken haben das nicht gerne. Erwähnen sollte man vielleicht auch das der sogenannte Sieg über die Terroristen oder was auch immer erst dann vorwärtsging als Russland die Luftwaffe schickte. Die verlogenen Amis haben hier wenig Grund zum prahlen.
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    1. Antwort von Peter Singer (P.S.)
      Russland hat kaum den IS bekämpft sondern die Freie Syrische Armee. Diese Gruppierungen haben gegen den IS gekämpft, somit hat Russland den IS sogar unterstützt.
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    2. Antwort von Sascha Freitag (SF)
      Die. USA, welche anfangs immer behauptet haben, sie wären nicht dort, und bei den ersten russischen Einsätzen wurde doch glatt ein CIA Terroristenausbildungscamp getroffen. Danach waren sie offiziell dort, haben aber dummerweise dauernd irrtümlich Waffenlieferungen über dem IS abgeworfen. Erst als sie merkten, dass ihre Strategie zum Scheitern verurteilt ist, haben sie die Seiten gewechselt.
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    3. Antwort von Peter Singer (P.S.)
      @Sascha Freitag: Haben Sie irgendwelche Quellenangaben? Man soll die USA ruhig kritisieren, aber die USA haben keine IS-Kämpfer ausgebildet oder Waffen über IS-Gebiet abgeworfen. Fakt ist aber, Russland hat den IS indirekt unterstützt indem Russland die Freie Syrische Armee bekämpft hat.
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