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International Nach Polizisten-Freispruch: Dutzende Verhaftungen bei Protesten

Im US-Bundesstaat Ohio wurde ein Polizist freigesprochen, der 2012 bei einer Verfolgungsjagd über ein Dutzend Schüsse auf zwei unbewaffnete Afroamerikaner abgegeben hatte. Nach friedlichen Protesten kam es in der Nacht auf Sonntag zu gewaltsamen Zusammenstössen.

Legende: Video Freispruch in Cleveland abspielen. Laufzeit 00:38 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 24.05.2015.

Im Anschluss an die Urteilsverkündung in Cleveland waren die Proteste zunächst friedlich geblieben. «Keine Gerechtigkeit – kein Friede», hatten schwarze Jugendliche vor dem Gerichtsgebäude in Cleveland skandiert. In der Nacht sei die Stimmung dann zunehmend aggressiver geworden, sagte Polizeichef Calvin Williams. Demonstranten hätten Passanten teilweise mit Pfefferspray angegriffen und Strassen blockiert. Über 70 Personen seien verhaftet worden.

Totschlag nicht zu beweisen

Das Gericht sprach am Samstag den Polizisten frei, der 2012 nach einer Verfolgungsjagd auf zwei unbewaffnete Afroamerikaner in ihrem Auto geschossen und sie dabei getötet hatte. Zusammen mit mehreren Kollegen hatte er insgesamt 137 Schüsse abgefeuert.

Protestierende werden von zwei Polizisten auf Motorrädern beobachtet.
Legende: Nach dem Freispruch hatte es in Cleveland zunächst friedliche Proteste gegeben. Reuters

Das Gericht stellte zwar fest, dass der Angeklagte schliesslich auf die Motorhaube des Wagens gesprungen sei und von dort durch die Windschutzscheibe geschossen habe. Es sei jedoch nicht zweifelsfrei erwiesen, dass die Schüsse des Angeklagten tatsächlich die Todesschüsse waren, befand das Gericht. Zudem habe der Angeklagte nicht mit Sicherheit wissen können, dass die beiden Schwarzen unbewaffnet gewesen seien und sich bedroht gefühlt haben könnten.

Nach dem Urteil brach der Polizist in Tränen aus. Im Falle einer Verurteilung wegen Totschlags in zwei Fällen hätte ihm eine Haftstrafe von über 20 Jahren gedroht.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    In einem Rechts-Staat geht es nicht um die Hautfarbe oder Herkunft der Menschen (Täter und Polizisten). Wer kriminelles Verhalten und kriminelles Vergehen in einer freien Gesellschaft verübt, wird polizeilich verfolgt. Wer vor den Gesetzeshüter flieht und sogar auf Polizeibeamte die Waffe richtet, muss mit Schüssen der Polizei rechnen! Dies haben die Richter auch in diesem Fall berücksichtigt! Das hat nichts mit dem sofortigen Aufschrei eines latenten "Rassismus" in den USA zu tun!
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    1. Antwort von S. Meier, Adliswil
      Herr Bolliger, hören sie doch auf...die beiden Schwarzen waren aber unbewaffnet...137Schüsse u. einige von der Motorhaube. Die wurden kaltblütig erschossen und den Spruch Wer nichts verbrochen habe, habe auch nichts zu befürchten kennen wir aus den 30igern. Es hätte genügt die Reifen paltt zu schiessen. Früher waren es ürigens die Indianer.
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Das Rechtssystem in den USA ist etwas Besonderes. Oft gibt es dort bei Kapitalverbrechen nur Hü oder Hott. Wenn in Europa ein Beamter unangemessene Härte bei Amtshandlungen zeigt, wird er nach Abwägung des Sachverhalts meistens auch angemessen bestraft, wenn ihm eine Mitschuld nachgewiesen wird. Eine Anstellung bei Polizeibeamten im Ausseneinsatz birgt ein gewisses Risiko. Doch bei uns werden Flüchtige nicht auf Teufel komm raus verfolgt, sondern oft später gestellt und verhaftet.
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  • Kommentar von P.Meier, Zürich
    Die beiden Schwarzen sind vor der Polizei geflüchtet; Unschuldige flüchten nicht vor der Polizei, nur Kriminelle flüchten vor der Polizei!
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    1. Antwort von U. Köhler, Oberriet
      Das gibt den Polizisten aber trotzdem nicht das Recht auf sie zu schießen!
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    2. Antwort von P.Meier, Zürich
      @U. Köhler. Doch die Polizei hat das Recht auf Flüchtige zu schiessen. Wie sonst sollte die Polizei Flüchtige Verbrecher aufhalten, wenn nicht mit (Waffen-)Gewalt?
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    3. Antwort von Silvio Guarneri, Baldegg
      Wenn man schwarz ist und weniger Rechte hat als weisse, flüchtet man von der Polizei, auch wenn man unschuldig ist.
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    4. Antwort von Michael Wessalowski, Fort Worth, TX
      @Silvio Guarneri: Sie machen es sich auch gar ein bisschen einfach. T. und M. befanden sich in einer Gegend, die bekannt ist fuer Drogenkriminalitaet; sie haben nicht angehalten, wie verlangt. Nein, stattdessen haben sie sich mit der Polizei eine Verfolgungsjagd geliefert, mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h! Sie haetten nur anhalten muessen und die Situation waere nicht dermassen aus dem Ruder geraten. Egal, welche Hautfarbe, Kriminelle fluechten vor der Polizei.
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