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International Nach Snowden-Treffen: Ströbele will «trübe Suppe auslöffeln»

Dem deutschen Grünen-Politiker gelang, was viele versuchten – ein Treffen mit Edward Snowden. Im Interview mit dem «Echo der Zeit» schildert Ströbele seine Eindrücke der Begegnung und wie er nun mit den «Freunden» im Weissen Haus reden will.

Edward Snowden (links) und Hans-Christian Ströbele (rechts)
Legende: Hans-Christian Ströbele (rechts) traf am 31. Oktober Edward Snowden. Keystone

Im Juni hat der deutsche Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele Kontakt mit Edward Snowden aufgenommen. Ein für Juli anberaumtes Treffen scheiterte. Innert weniger Tage sei das Treffen nun in den letzten Tagen organisiert worden, sagt Ströbele. Am gestrigen 31. Oktober kam die Begegnung in Russland zustande. Von diesem Treffen hat der 74-jährige Politiker einen Brief Snowdens an die deutschen Behörden mitgebracht. Das «Echo der Zeit» hat Ströbele dazu befragt.

«Echo der Zeit:»: Snowden bietet in einem Brief an, auszusagen. Was könnte er erzählen?

Hans-Christian Ströbele: Nach diesem Gespräch gehe ich davon aus, dass er ein lohnender Zeuge wäre. Er wüsste sicher nicht so viel über die grossen internationalen Zusammenhänge, wie der NSA-Chef Alexander, doch er könnte eine erhebliche Grundlage für die Aufklärung dieser Spionageaffäre beisteuern.

Nun möchten Sie Snowden nach Deutschland einladen, damit er da aussagen kann. Halten Sie das für realistisch? Damit würde Deutschland ja seinen «Freund» USA verärgern?

Dann muss man natürlich mit den USA reden, mit den «Freunden» im Weissen Haus. Man müsste ihnen klarmachen, dass – wenn sie uns schon so eine trübe Suppe eingelöffelt haben – wir versuchen, diese wieder auszulöffeln. Snowden möchte vor allen Dingen, dass in den USA selber die Diskussion weiter geht. Er will auch in den USA aufklären, um für die Zukunft Regeln zu finden, damit solche Fehlentwicklungen und möglicherweise Straftaten auch in den USA in Zukunft vermieden werden können.

Snowden verfolgt eine eigene Agenda. Ist das auch ein Asylantrag in Deutschland?

Sicherlich hat Herr Snowden das Problem: Was macht er nach einem Jahr Asyl, das er in Russland bekommen hat? Bisher kenne ich kein Land, wo ich sagen kann: Da könnte er unterkommen und da wäre er sicher.

Wäre denn auch eine Befragung in Russland denkbar?

Natürlich haben wir das auch angesprochen. Aber da gibt es erhebliche Probleme. Er sieht im Augenblick diese Möglichkeit nicht. Im Ausland können deutsche oder Schweizer Behörden nur dann tätig werden, wenn das jeweilige Gastland auch zustimmt und die jeweiligen Umstände mitgestalten kann. Das heisst, da würden wahrscheinlich auch lange Diskussionen, Verhandlungen und Probleme mit dem jetzigen Gastland Russland zu lösen sein.

Was hat Herr Snowden denn über sein Leben in Russland erzählt?

Er hat sich positiv und zufrieden über seine jetzige Situation dort geäussert. Wir hatten den Eindruck, dass er offen, dass er ganz munter und dass er gesund ist. Sofern dies überhaupt möglich ist – schliesslich kann er nicht mit seiner Verlobten zusammenkommen. Wenn man in so einer Situation von Zufriedenheit sprechen kann, dann schien er mir zufrieden.

(Auszug aus dem Interview)

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Schmidlin, Riehen
    Mal sehen (FAZ): „Das Bekanntwerden des Lauschangriffs auf Angela Merkel könnte sich als Wendepunkt in der Auseinandersetzung um die NSA erweisen. Der Journalist James Bamford, Autor von drei Büchern über die NSA, äußerte jetzt auf einer von der „New York Review of Books“ veranstalteten Konferenz über das Internet die Einschätzung, die bei einer Abstimmung des Repräsentantenhauses im Juli noch knapp unterlegenen Kritiker der Telefondatenspeicherung hätten im Kongress nun die Oberhand gewonnen.
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  • Kommentar von Urs Schmidlin, Riehen
    Vielleicht macht es sich Ströbele zu einfach. Man kann auch lesen: FAZ: „Sobald man denkt, man wisse, wer der Täter ist, ändert sich noch einmal alles. So nun auch in der Spionage-Affäre des amerikanischen Geheimdienstes NSA. Gerade noch erschienen die Deutschen und ihre Regierung als Opfer, wurde mutmaßlich doch das Handy der deutschen Bundeskanzlerin von amerikanischen Geheimdiensten überwacht. Doch diese Opfer-Theorie könnte nur gehörig ins Wanken kommen“.
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  • Kommentar von E.Waeden, H
    "Es war einmal," fangen alle Märchen an. Snowdens Skripte sind aber schwierig zu lesen, weil sie mit Zahlen, Buchstaben & komischen Zeichen geschrieben, uns nur Snowden vorlesen kann. Dafür muss ihm aber die EU Asyl gewähren! Aber das grüne Männchen Ströbele jubelt schon: "Hurra! Wir haben seine Unterschrift auf einem Blatt Papier¨" Die Vermarktung dieses Märchenbuch möchte er so gerne übernehmen, wenn da nicht die Amis wären, welche ältere Rechte haben! "EnTe gut, alles gut??"
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