Zum Inhalt springen

Header

Audio
Millionen von Ureinwohnern in sollen Waldgebiete verlassen
Aus Heute um Vier vom 22.02.2019.
abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Inhalt

Naturschützer bekommen Recht Wer keine Papiere hat, muss gehen

In Indien sollen Millionen von Ureinwohnern Waldgebiete verlassen, die sie bewohnen und nutzen. Das sorgt für Empörung.

Als grosse Errungenschaft für Indien wurde sie 2006 gefeiert: die Forest Rights Act. Sie gab Millionen von Ureinwohnern die Möglichkeit, ihre Wohngebiete in den Urwäldern amtlich registrieren zu lassen und dann dort zu bleiben.

Etwa 100 Millionen Menschen hätten von diesem Gesetz profitieren können. Hätten – denn nur etwa 40 Prozent der Anträge seien genehmigt worden, teilte zwölf Jahre später das zuständige Ministerium mit.

Zwei Frauen eines Stamms mit Gesichtsschmuck
Legende: Stammesmitglieder der Dongria Kondh dürfen selber entscheiden, ob sie an ihrem Berg den Abbau von Rohstoffen erlauben, urteilte das Oberste Gericht Indiens 2013. Reuters/Archiv

Widerstände gab es von Indiens Bürokratie, von Unternehmen, die Bodenschätze ausbeuten wollen. Von Regierungen der einzelnen Bundesstaaten, die Land für Strassen und andere Infrastruktur-Anlagen sichern wollten. Und von Umweltorganisationen, welche den Schutz seltener Tiere wie dem Tiger höher gewichten als die traditionellen Lebensweisen von Stammesgesellschaften.

Diese Umweltorganisationen bekamen nun vom obersten Gericht teilweise Recht: In 16 Bundesstaaten müssten die Behörden bis zum 24. Juli die Wegweisung von Ureinwohnern und anderen Landlosen durchsetzen, dort wo deren Rechte nicht verbrieft worden seien.

Mehr als eine Million Menschen würden nun ihre Wohngebiete verlieren, klagt die Menschenrechtsorganisation Survival International. Die indische Regierung verzichtete übrigens darauf, die Forest Rights Act zu verteidigen. Nach indischen Medienberichten waren keine Anwälte anwesend, als die Obersten Richter über den Fall berieten.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ernst Boller  (BOER)
    Während indische Multimillionärskinder in St. Moritz Millionen verprassen.
  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Das Leben von Hunderttausenden Angehörigen indigener Völker wird in indischen Tigerreservaten im Namen des Naturschutzes zerstört. Die indische Regierung vertreibt sie illegal von dem Land, auf dem sie immer gelebt und das sie immer geschützt haben. Die indigenen Völker Indiens leben seit Jahrhunderten in der einzigartigen Flora und Fauna des indischen Dschungels und hegen und pflegen diese. Jetzt will man auch diese Urwälder plündern und Bodenschätze ausbeuten. Tierarten werden ausgerottet.
    1. Antwort von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
      ...und 'Menschenarten'...
  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Der generelle Umgang von Indien mit der eigenen Bevölkerung macht das Land in meinen Augen zu einem Schurkenstaat. Ich ignoriere Indien in jeglicher Hinsicht meines Lebens komplett.