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Neue Schweizer Botschaft in Moskau eröffnet
Aus Rendez-vous vom 19.06.2019.
abspielen. Laufzeit 05:18 Minuten.
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Neue Botschaft in Moskau «Die Schweiz hat ein gewisses Sympathiepotenzial in Russland»

Es war das grösste Bauprojekt des Bundes im Ausland: die neue Schweizer Botschaft in Moskau. Jetzt ist sie fertig.

Die Schweizer Botschaft in Moskau kommt daher wie die Schweiz auf der Weltbühne. Ziemlich unauffällig. Sie liegt in einem zentralen Wohnquartier. An einer Kreuzung sieht man erstmal einen Vorgarten mit Kiefern. Links davon steht ein altes Moskauer Gebäude aus dem 19. Jahrhundert mit Stuckfassade. Rechts ein schlichter Bau, der mit seiner kühlen Modernität seltsam unrussisch aussieht.

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Legende: SRF

Das weisse Kreuz auf rotem Grund im Vorgarten macht dann klar: Auf diesem Gelände ist die Schweiz zu Hause. Die Diplomaten arbeiten schon seit Herbst hier, die grosse Eröffnungsfeier steigt aber erst am Dienstag. Erwartet wird Bundesrat Ignazio Cassis.

Baukosten von mehr als 40 Millionen

«Ziel war, dass wir zusammenarbeiten können. Vorher waren wir zerstreut über die ganze Stadt. Jetzt sind alle Dienste der Botschaft am gleichen Ort», sagt Botschafter Yves Rossier.

Die alte Botschaft war nicht nur zu klein, sondern auch sanierungsbedürftig. Im neuen Botschaftskomplex arbeiten rund 80 Personen. Hier ist nicht nur die politische Abteilung untergebracht, also die Diplomaten, welche sich um die Beziehungen zu Russland kümmern.

Russland ist ein wichtiges Land und in allen wichtigen Ländern versucht der Bund, etwas Repräsentatives zu bauen.
Autor: Yves RossierSchweizer Botschafter in Russland

Physische Präsenz nicht zu ersetzen

Auch Swiss Tourismus oder Pro Helvetia haben hier Büros. 42 Millionen Franken hat die neue Botschaft gekostet. Das ist viel Geld. Frage an Botschafter Rossier: Wozu braucht die Schweiz eine so starke physische Präsenz? «Russland ist ein wichtiges Land und in allen wichtigen Ländern versucht der Bund, etwas Repräsentatives zu bauen.»

Der wiedererlangte Grossmachtstatus Russlands also war mit ein Grund für die grosse Investition.

Aber dennoch, braucht es im Zeitalter der Digitalisierung noch Räume für Empfänge? Büros für Diplomaten? Botschafter Rossier sagt, dass die Digitalisierung zwar die Arbeit der Diplomaten verändere, eine Präsenz vor Ort aber nicht ersetzen könne.

«Wenn wir zum Beispiel Schweizer haben, die im Gefängnis sind, dann können wir das nicht über Skype lösen. Die physische Präsenz ist in solchen Fällen absolut wichtig, und so ist es fast in allen Bereichen.»

Schweiz: Kleines Land mit Sympathiepotenzial

Kontaktnetze aufbauen, Informationen sammeln, beobachten. Vor Ort sein ist nach wie vor unabdingbar, um ein Land zu verstehen. Die Schweiz ist in Russland wohlgelitten. Moskau schätzt, dass die Schweiz keine Sanktionen erlassen hat wegen der Krim-Annexion.

Botschafter Yves Rossier sagt es so: «Wir sind ein kleines Land. Russland ist eine Weltmacht und für Russland zählen die grossen Mächte. Die Schweiz ist aber nicht nichts. Wir haben ein gewisses Sympathiepotenzial.»

Dieses russische Wohlwollen hat etwa dazu geführt, dass die Schweiz von Moskau einen wichtigen Auftrag bekommen hat. Sie leistet gute diplomatische Dienste zwischen Russland und Georgien.

Die beiden Länder haben seit dem Kaukasus-Krieg von 2008 keine diplomatischen Beziehungen mehr. Wenn es trotzdem etwas zu besprechen gibt, läuft das über die Schweiz, genauer gesagt über die neue Schweizer Botschaft in Moskau.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Planta  (Plal)
    Ein hässlicher, phantasieloser Bau. Sicher keine Visitenkarte für die Schweiz.
  • Kommentar von Lutz Bernhardt  (lb)
    Immer dran denken: Alle Wände sind verwanzt. Oder waren nur Schweizer am Bau beteiligt? Sicher nicht!
    1. Antwort von M. Kaiser  (Klarsicht)
      Da die Schweiz ja sicher nichts Kriminelles gegen die Russen unternimmt -dürften sie ja alles mithören was man dort im Namen des Friedens diskutiert -das schafft Vertrauen . Und was wirklich Geheim bleiben muss wird sicher nicht in der Botschaft vor ORT besprochen. Oder schätzen sie die Schweizer Diplomaten so naiv ein ? Heute ist jede Wanze ortbar -das nur nebenbei. Für 40 Millionen baut man heute Wanzenfrei - das wissen auch die Russsen .
    2. Antwort von Lutz Bernhardt  (lb)
      @Klarsicht. Ich kenne die DDR-Stasi aus leidvoller persönlicher Erfahrung. Drei 1/2 Jahre Stasi-Knast. Der mir zugeordnete "Pflichtverteidiger" - SED-Mitglied - macht mir mit Gesten gleich im ersten Gespräch klar, dass der Raum von der Stasi abgehört wird. Zur gleichen Zeit war Putin KGB-Chef in der DDR. Laut Schröder mittlerweile ein "lupenreiner Demokrat"!. "Von der Sowjetunion lernen heisst Siegen Lernen.". War seinerzeit die Parole.
    3. Antwort von David Neuhaus  (Um Neutralität bemüht)
      Sehr geehrter Herr Lutz Bernhardt,"...war Putin KGB-Chef in der DDR..." habe nie gehört das Putin KGB-Chef in der DDR war, bringen Sie da womöglich etwas durcheinander?
  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Gratuliere zu diesem Projekt , die Russen habe ich seit 30 Jahren als sehr aufrichtige und ehrliche Kunden schätzen gelernt. Dort sind unsere Pflöke ein zu schlagen und nicht in China .
    1. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Russen aufrichtig und ehrlich. Der Mann oder die Frau auf der Strasse sicher. Bei Putin und seinen Oligarchenfreunden hege ist sehr grosse Zweifel.