Zum Inhalt springen
Inhalt

International Neue Protestwelle in Spanien gegen Sparmassnahmen

Zehntausende Spanier haben im Euro-Krisenland gegen die Sparmassnahmen der konservativen Regierung sowie gegen die Korruptionsaffären in den höchsten Bereichen der Politik protestiert. Kundgebungen fanden am Samstag in rund 80 Städten statt.

Plakate bei einem Protestzug
Legende: Zehntausende Spanier machten in 80 Städten ihrem Ärger über die Sparmassnahmen der Regierung Luft. reuters

Allein in Madrid marschierten am späten Abend nach Medienschätzungen mehrere zehntausend Menschen zur Hauptveranstaltung am Neptunplatz in der Nähe des Parlaments. Grosse Demonstrationen gab es auch in Barcelona, Gran Canaria und La Coruna.

«Rajoy, mach es dem Papst nach»

Zu dem Protest hatte die Initiative «Marea Ciudadana» (Bürgerflut) aufgerufen. An den Aktionen beteiligten sich unter anderem Sympathisanten der Linkspartei Izquierda Unida und von Umweltgruppen, Feuerwehrmänner und Minenarbeiter sowie Menschen, die von Zwangsräumung ihrer Wohnung oder Massenentlassungen betroffen waren.

Legende: Video Massenprotest in Spanien abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 23.02.2013.

Die Demonstranten forderten zum Teil den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Marino Rajoy. Auf Plakaten war zu lesen «Das Gesundheitswesen ist nicht zu verkaufen» oder «Rajoy, mach es dem Papst nach und trete zurück».

«Wir haben die Nase voll»

«Wir haben die Nase voll», sagte bei der Demonstration in Madrid Luis Miguel Herranz Fernández. Der 38-jährige Spitalarzt kritisierte vor allem die Einschnitte im Gesundheitswesen, die zu einer sinkenden Qualität der Versorgung führten.

Die Kundgebungen wurden auch vom sozialistischen Oppositionsführer Alfredo Pérez Rubalcaba unterstützt. Er forderte Rajoy auf, die Demonstranten «nicht zu unterschätzen».

Arbeitslosen-Rekord

Die Proteste verliefen sowohl in Madrid als auch in anderen Städten friedlich bis festlich. Um die Ordnung aufrechtzuerhalten, wurden in der Hauptstadt rund 2000 Polizeibeamte aufgeboten. Unter Anspielung auf den 32. Jahrestag des missglückten Putsches vom 23. Februar 1981 standen die Proteste unter dem Motto «Nein zum finanziellen Staatsstreich».

Spaniens Wirtschaft steht derzeit schlecht da. Die Arbeitslosenquote hat einen Rekordstand von 26,9 Prozent erreicht und ist damit eine der höchsten in Europa.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.