- Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams (KPV), To Lam, ist zu einem der mächtigsten Männer seit Jahrzehnten aufgestiegen.
- Die Nationalversammlung wählte den 68-Jährigen zusätzlich zum Staatspräsidenten des südostasiatischen Landes.
- Damit vereint der Hardliner die Führung von Partei und Staat in einer Person.
- Das gab es zuvor erst ein einziges Mal, als Nguyen Phu Trong von 2018 bis 2021 beide Posten besetzte.
Bereits im Januar war To Lam beim Parteitag für weitere fünf Jahre als Generalsekretär bestätigt worden. Der Posten gilt als mächtigstes Amt in dem Einparteienstaat. Er ist damit einer der einflussreichsten Politiker in dem Land seit dem Gründer des modernen Vietnam, Ho Chi Minh (1890-1969) – der zentralen Figur bei der Befreiung des Landes von den Kolonialmächten.
Seit Jahrzehnten wird Vietnam offiziell von vier Säulen geführt: dem Generalsekretär, dem Präsidenten, dem Ministerpräsidenten und dem Vorsitzenden der Nationalversammlung. Die Vereinigung der Ämter des Parteichefs und des Präsidenten in einer Person erinnert an das chinesische Führungsmodell, in dem Xi Jinping beide Schlüsselpositionen innehat.