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Notstand ausgerufen Schwere Erdbeben erschüttern Venezuela – das ist bekannt

Innerhalb von weniger als einer Minute haben zwei sehr starke Erdbeben Venezuela erschüttert. Was bisher bekannt ist.

Das ist passiert: Am Mittwochabend wurde Venezuela von zwei starken Erdbeben erschüttert. Das erste Beben hatte eine Stärke von 7.2 und das zweite Beben wurde mit 7.5 gemessen, teilt das U.S. Geological Survey mit. Innerhalb von weniger als einer Minute erschütterten die Beben Venezuela. Die Beben gehören zu den stärksten, die Venezuela seit mehr als einem Jahrhundert heimgesucht haben.

Das ist das Epizentrum: Das Epizentrum des ersten Bebens am Mittwoch um 18:04 Uhr (Ortszeit; 00:04 MESZ Donnerstag) lag den Angaben zufolge 24 Kilometer östlich von San Felipe entfernt im Nordwesten des südamerikanischen Landes in einer Tiefe von 21.9 Kilometern. Das zweite Erdbeben ereignete sich nur wenige Kilometer weiter nördlich. Wegen der geringen Tiefe dürften die Auswirkungen des zweiten Bebens grösser sein. Die Millionenstadt Caracas lag dabei nicht besonders nah am Epizentrum, sondern mehr als 150 Kilometer östlich davon.

Das ist das Ausmass: Die US-Geologiebehörde USGS rechnet mit massiven Zerstörungen und schätzt die Zahl der möglichen Todesopfer auf 10'000 bis 100'000. In Caracas sowie in mehreren Bundesstaaten im Norden des südamerikanischen Landes kam es zu Schäden, wie die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez sagte. «Es gibt Bundesstaaten, die besonders betroffen sind», sagte Rodríguez, darunter La Guaira. Es habe bereits 20 Nachbeben gegeben. In einer ersten Stellungnahme sprach sie von 32 Toten und 700 Verletzten.

SRF-Korrespondentin: «Venezuela ist denkbar schlecht vorbereitet»

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Einschätzung von SRF-Südamerika-Korrespondentin Teresa Delgado:

«Es ist schwierig zu sagen, wie sehr man sich auf ein solches Jahrhundertereignis vorbereiten kann – aber das Land ist denkbar schlecht vorbereitet auf so eine Katastrophe: Venezuela wurde über zehn Jahre autoritär regiert – es ist ein Land mit einer Armutsrate von bis zu 70 Prozent rund die Hälfte der Bevölkerung lebt in extremer Armut – immer noch, sechs Monate nach der Verhaftung von Langzeitmachthaber Nicolás Maduro und es ist ein Land mit einer äusserst maroden Infrastruktur: Das Mauerwerk ist zum Teil mit einfachsten Mitteln gebaut, was ganz sicher nicht modernen Erdbebenstandards entspricht.

Das Gesundheitssystem und die Rettungsinfrastruktur dürften ziemlich schnell an den Anschlag kommen – es fehlt an Medikamenten, an modernem Material, an Räumfahrzeugen.

Wir müssen leider mit einer hohen Zahl an Verletzten und Toten rechnen – die nächsten Stunden und Tage werden absolut kritisch – jetzt geht es für die Rettungskräfte darum Verschüttete zu bergen, so schnell wie möglich.»

So reagiert die Politik: Die Regierung hat den Notstand ausgerufen. Präsidentin Delcy Rodríguez sprach von einem «Vorfall mit schwerwiegenden Folgen». Priorität hätten nun die Rettungsarbeiten, sagte Rodríguez. Der Schulunterricht werde ausgesetzt, der Zugverkehr eingestellt. Auch der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas habe wegen Schäden den Betrieb eingestellt. Innenminister Diosdado Cabello rief die Menschen dazu auf, an sicheren Orten zu bleiben. Nach schweren Erdbeben seien normalerweise Nachbeben zu erwarten, die bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen könnten, warnte der Minister.

Internationale Hilfe: Verschiedene Länder haben Venezuela bereits Hilfe zugesagt. Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele etwa, schrieb auf der Plattform X, es stünden 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter bereit, um in die venezolanische Hauptstadt Caracas gebracht zu werden. Auch Brasilien, die Dominikanische Republik und die USA signalisierten Hilfsbereitschaft. «Wir werden für unsere neuen und grossartigen Freunde da sein», schrieb US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social – wohl mit Blick auf die Übergangsregierung in Caracas.

Solidarität der Oppositionsführerin: Die venezolanische Friedens­nobel­preisträgerin und Oppositionsführerin María Corina Machado, die sich derzeit nicht in Venezuela aufhält, schrieb auf der Plattform X: «Mein Herz, meine unendliche Umarmung und meine Gebete gelten in diesen Stunden der Not jeder venezolanischen Familie. Mögen Stärke, Ruhe und Solidarität in dieser schwierigen Zeit unter uns herrschen».

SRF 4 News, 25. Juni 2026, 3 Uhr ; 

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