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International Obama ermutigt Abbas zu Risiken für den Frieden

Seit Sommer dauern die Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern an – bislang ohne Durchbruch. US-Präsident Barack Obama glaubt dennoch weiter an eine Wende. Er rät Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu «harten Entscheidungen».

Abbas blickt ernst zu sprechendem Obama
Legende: Die Nahost-Friedensgespräche sind eine «grosse Herausforderung», wie Obama eingesteht. Er sieht dennoch eine Chance. Reuters

Die USA drängen auf eine baldige Weichenstellung in den seit Sommer andauernden Gesprächen auf Grundlage einer Zwei-Staaten-Lösung. Bisher schafften Israelis und Palästinenser aber keinen Durchbruch. Doch für US-Präsident Barack Obama besteht immer noch Hoffnung.

Die Zeit ist nicht auf unserer Seite
Autor: Mahmud AbbasPalästinenserpräsident

Obama mahnte bei einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas «harte Entscheidungen» an. Dabei müssten auch «Risiken» eingegangen werden. Es seien noch zahlreiche Fragen zu klären. «Es ist sehr schwierig, es ist eine grosse Herausforderung», sagte Obama im Weissen Haus. «Aber wir bleiben weiter überzeugt, dass eine Chance besteht», fügte er hinzu.

Abbas mahnte, es sei «keine Zeit mehr zu verlieren. Die Zeit ist nicht auf unserer Seite». Dies gelte besonders angesichts der schwierigen Gesamtlage im Nahen Osten.

Palästinenser wollen Druck standhalten

Derweil demonstrierten Tausende Palästinenser im Westjordanland zur Unterstützung für Abbas. Sie riefen Abbas aber auch auf, keine inakzeptablen Konzessionen an Israel zu machen.

In Ramallah sagte ein ranghohes Mitglied der gemässigten Fatah-Partei, die Palästinenser dürften ihre Grundrechte nicht aufgeben und müssten internationalem Druck standhalten. Ziel sei die Gründung eines Palästinenserstaates in den Grenzen vor 1967 mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt, hiess es in Ramallah.

Obama bekräftigte, es müsse zwischen Israelis und Palästinensern territoriale Kompromisse auf Grundlage der Grenzen vor 1967 geben. Ziel sei es, dass Israelis und Palästinenser friedlich nebeneinander lebten.

«Präsident Obama will Bewegung in den stockenden Friedensprozess bringen», sagt SRF-Korrespondent Beat Soltermann in Washington. Am Sonntag hatte Abbas bereits mit Aussenminister John Kerry konferiert. Dieser ermutigte den Palästinenserpräsidenten ebenfalls zu harten Entscheidungen im Nahost-Friedensprozess.

Verhandlungsfrist läuft Ende April ab

Die Verhandlungen befänden sich in einer entscheidenden Phase, sagte Kerry. Er bekräftigte zudem seine Bereitschaft, in den nächsten Wochen in die Gespräche einzugreifen, um bestehende Differenzen zu überwinden.

Palästinenser demonstrieren mit Fahnen und Bildern von Abbas.
Legende: Support für Abbas: Im Westjordanland demonstrieren Tausende anlässlich seines Besuchs bei Obama. Keystone

Die Zeit drängt, denn Ende April läuft eine von den USA gesetzte Frist für die Verhandlungen über eine Zwei-Staaten-Lösung ab, bei denen es seit vergangenem Juli kaum erkennbare Fortschritte gegeben hat. Als besonders strittig gelten der Status von Jerusalem, die Grenzen sowie das Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge.

Abbas lehnt Anerkennung Israels ab

Einer der Streitpunkte bei den Verhandlungen ist auch die Forderung des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu, die Palästinenser müssten Israel als jüdischen Staat anerkennen. Abbas lehnt dies unter Hinweis auf die arabische Bevölkerung in Israel und die Forderung nach einem Recht auf Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge ab.

Vor knapp zwei Wochen war Netanjahu zu Gesprächen bei Obama. Dabei warf er den Palästinensern vor, ihren Teil zur Beilegung des Konflikts, eben die Anerkennung Israels, nicht geleistet zu haben. Abbas seinerseits hält dem entgegen, diese Forderung sei von israelischer Seite bewusst erst nachträglich eingebracht worden – um die Verhandlungen zum Scheitern zu bringen.

Für Soltermann in Washington ist denn auch klar, dass es «eine sehr schwierige Aufgabe» für Obama werde, Abbas dieses Bekenntnis abzuringen.

Friedensvertrag: Ziel hinausgeschoben

Angesichts der verhärteten Fronten zwischen Israelis und Palästinensern ist die US-Administration inzwischen vom Ziel abgekommen, einen Friedensvertrag bis April zu erreichen, führt Soltermann aus. «Nun redet man bloss noch von einem Rahmenvertrag, der dann die Grundlage bildet für einen künftigen Friedensvertrag», so der USA-Korrespondent. Und sogar dieser Rahmenvertrag sei derzeit in weiter Ferne.

Peres lobt Abbas

Der israelische Staatspräsident Schimon Peres hat seinem palästinensischen Amtskollegen den Rücken gestärkt. Mahmud Abbas sei ein guter Partner Israels sowie «ein Mann mit Grundsätzen, der gegen Terror und Gewalt ist», betonte Peres.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von kari huber, surin
    Man kann nicht zwischen zwei Ländern vermitteln, wenn eines davon erklärtermassen alles tun darf, was es will und vom scheinbaren Vermittler dabei unterstützt wird. Ein Vermittler muss neutral sein, was die USA nie und nimmer sind.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Als gegen jeder Erwartung Israel zu Recht auf ganzer Linie siegte, waren die, die vermeintlich nur vorübergehend flüchteten draussen, auf der anderen Seite der Grenze. Während die Israelis das Bombardement über sich ergehen liessen und natürlich auch viele darin umkamen.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Jedenfalls wird es ein Rückkehrrecht für die Palästinenser nicht mehr geben. Warum? Als der Staat Israel ausgerufen wurde, erklärten alle islamischen Staaten dem jungen Israel den Krieg. Durch mediale Aufrufe legten sie den islamischen Bewohnern dieses Gebietes nahe, ihre Wohnungen für einige Wochen zu verlassen, weil ihre Bomben nicht zwischen islamischen und jüdischen Häusern unterscheiden können.Daraufhin flohen die islamisch stämmigen Einwohner.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Vor dem II. Weltkrieg erwarben die Juden noch rechtmässig Land von den Palästinenser. Nach der Gründung des Staates Israel wurden sämtliche Skrupel beiseite gelegt und das Land gewaltsam in Besitz gebracht.
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