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International «Obama verhilft Israel zu einem militärischen Vorteil»

Israels neues Raketenabwehrsystem «David's Sling» kann bereits Geschosse im Feindesland abfangen. Damit sei man besser gegen die gefühlte Bedrohung in der Region geschützt, sagt die Journalistin Gisela Dachs vor Ort. Möglich ist dieser neue Schutzschild dank der finanziellen Hilfe der USA.

Eine Rakete hebt vom Boden ab.
Legende: Das Verteidigungssystem «David's Sling» soll feindliche Geschosse frühzeitig in der Luft abschiessen. Keystone

In Israel steht David‘s Sling, zu deutsch «Davids Schleuder», kurz vor der Einführung. Es ist der Name für ein neues Raketenabwehr-System und soll Israel besser vor Angriffen aus der Luft schützen. Das israelische Verteidigungsministerium meldet, letzte Tests seien positiv verlaufen. Das System soll Mitte 2016 in Betrieb gehen.

SRF News: Israel verfügt ja bereits über eine potente Raketenabwehr – Stichwort «Iron Dome». Warum braucht es nun zusätzlich «David’s Sling»?

Gisela Dachs: Bei David's Sling geht es um den letzten Teil einer dreistufigen Raketenabwehr. Das ist ein System, das gegen eine neue Generation von hochtechnologisierten Raketen, die auch gesteuert werden können, vorgehen kann.

Der dreistufige Raketenschild ist also komplett. Wie gut ist Israel nun gegen Raketenangriffe geschützt?

Das neue Abwehrsystem hat eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Das entspricht der Länge von Mittelstreckenraketen. Es kann zudem gegen Raketen, die Sprengköpfe von über zehn Kilogramm tragen, gegen Drohnen und unbemannte Flugzeuge vorgehen. Man kann damit Geschosse bereits im Feindesterritorium abfangen und ist damit besser als jemals zuvor geschützt.

Gegen wen richtet sich diese Abwehr konkret?

Gegen die Bedrohungen in der Region. Die Raketen der Gegner Israels wurden immer stärker – jene aus dem Gazastreifen, dem Iran und der Hisbollah aus dem Libanon. Die Reichweiten von all diesen Raketen haben zugenommen. Tel Aviv als Wirtschaftszentrum des Landes stand immer mehr in der Schusslinie.

Wie konkret muss sich Israel denn vor Raketen aus dem Iran und Syrien fürchten?

Syrien ist momentan mit sich selber beschäftigt. Aber die Hisbollah-Kämpfer sind bestens ausgerüstet. Sie haben Raketen auf Israel gerichtet. Iran könnte ihnen gegebenenfalls vorgeben gegen Israel vorzugehen. Die israelische Skepsis gegenüber den Absichten des Irans, vor allem was die Region und die hegemonischen Ansprüche des Irans betrifft, hat auch nach dem Atomdeal nicht nachgelassen.

Entwickelt wurde David’s Sling gemeinsam mit den USA. Warum diese Kooperation?

Es gibt ein tiefes Commitment der USA, Israel dabei zu helfen, weiterhin einen militärischen Vorteil in der Region zu haben. So geben die Amerikaner Gelder und die Israelis entwickeln vor allem Technologien. Dabei ist natürlich nicht auszuschliessen, dass die Amerikaner diese Technologie dann für sich selber in Anspruch nehmen. Die finanzielle Hilfe wurde im Rahmen des Atomdeals im Iran zugesagt. Barack Obama sagte, er würde dafür sorgen, dass Israel diese militärische Überlegenheit weiterhin aufrechterhalten kann.

Israel rüstet also mit amerikanischer Hilfe militärisch auf. In Anbetracht der Entwicklung der vergangenen Monate: Werden sich die Menschen in Israel damit sicherer fühlen?

Ich kann mich an die Wochen im Gazakrieg erinnern, als Raketen auf Tel Aviv zielten. Da war es schon sehr beruhigend, dass der Iron Dome die Raketen über der Stadt abfangen konnte. Zu wissen, dass man eine Möglichkeit hat, sich zu schützen, beruhigt sicherlich.

Gisela Dachs

Porträt einer Frau
Legende: Gisela Dachs zvg

Die gebürtige Deutsche studierte Literaturwissenschaften und Philosophie. Sie arbeitet als Journalistin und Publizistin und berichtet für verschiedene Medien aus dem Nahen Osten. Sie lebt seit fast 20 Jahren mit ihrer Familie in Israel.

13 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Hier muss ich die USA loben- Israel muss sich sehr gut schützen können, vor diesen barbarischen Häschern , die Israel Tod und Vernichtung wünschen und alles versuchen hinterhältigen Schaden anzurichten. Wenn diese Bedrohungen gegen Israel nicht aufhören , müssen die Aggressoren damit rechnen, sehr hart für immer bestraft zu werden .
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Der Staat Israel wird vor allem gehasst, weil er von Christen/vom Westen dort gegen den Willen der meisten Araber eingerichtet wurde. Dass es Juden sind, ist erst ein Problem, seit Kolonialmächte Juden in verschiedenen Ländern gegen Araber ausgespielt haben. Antisemitismus ist vorwiegend ein Kind verschiedener europ. Länder. Die Gründe sind vielfältig und Religion wird meist nur vorgeschoben. Irgendwann fällt der Schutz des Westens weg. Was dann passiert, kann sich jeder ausmalen.
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    1. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @CS: Nein, der Staat Israel wird nicht von allen gehasst. Gehasst wird er in erster Linie von den arabisch-islamischen Staaten, die leider auch einen grossen Einfluss auf die EU und UNO haben. Es gibt Staaten wie Kanada, Australien oder Deutschland, welche gute Beziehungen zu Israel pflegen. Die Ablehnung vieler Staaten gegenüber Israel hat auch mit Neid zu tun, denn was die Israeli in 67 Jahren aus ihrem Land gemacht haben ist schon bemerkenswert, vorallem wenn man ihre Nachbarstaaten anschaut.
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    2. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      @Jenni: Ich schrieb: vor allem gehasst --- und nicht von allen gehasst. Und damit sind schon vorwiegend moslemische Länder gemeint. Aber es scheint auch eine Ersatzhandlung gegenüber den Christen zu sein. Klar spielt der Neid mit. Schon in Europa seit dem Mittelalter spielte dies eine grosse Rolle. Viele Staaten in Nahost sind zerstritten, was auch ihre grosse Schwäche ausmacht. Diese Rivalität wird natürlich auch von verschiedenen Staaten gefördert und ausgenutzt.
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    3. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @CS: Stimmt, da haben sie recht. Ein Versehen meinerseits beim lesen ihres Textes. Aber zu den Worten in meinem Kommentar stehe ich. Wenn die islamischen Staaten wüssten, mit wieviel Knowhow und Technologie sie tagtäglich zu tun haben, welches von Israelis stammt (Handys, PC's usw.) oder entwickelt wurde, würden sie vielleicht die Juden nicht mehr so hassen, oder noch mehr.
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  • Kommentar von S. Buso (bst)
    Dass die USA mit diesen exorbitanten Unsummen für Rüstungshilfe auch immer mehr radikale jüdische Terroroganisationen, die sich dank den illegalen Siedlungen wie Metastasen in Israel verbreiten, schützen und unterstützen, sollte unbedingt je länger je mehr bedacht werden!!
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    1. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @Buso: Was sind sie für ein unbedachter "Polterer" gegen die Interessen Israels! Was soll das für einen Zusammenhang haben, wenn es ein paar radikale Siedler gibt, die meines Wissens von israelischen Gerichten und der Zivilbevölkerung immer wieder zurückgepfiffen werden! Im Gegensatz zu der PA von Abbas, welche ihre Mörder als Helden feiert! Im Übrigen schützen diese Raketen nicht nur Israeli sondern auch Araber, Christen und Pal. Kein Land in Nahost tut dies für ihre Minderheiten!
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